Magisterarbeit, 2007
136 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik und Problemstellung
1.2. Zielsetzung, Arbeitsthesen und Forschungsfragen
1.3. Methodik und Untersuchungsaufbau
1.4. Stand der Forschung
2. Theoretische Verortung der Thematik
2.1. Zur Methodik einer theoretischen Multiperspektive
2.2. Die NATO als Sicherheitsinstitution in den internationalen Beziehungen – Grundbegriffe und theoretische Grundannahmen
2.3. Realistische und institutionalistische Annahmen zur NATO nach dem Ende der Bipolarität
2.4. Theoretische Indizien einer Krise und ihre Kriterien
3. Beispiele früherer Krisensituationen innerhalb der NATO und ihre Bewältigung
3.1. Das Krisenjahr 1956
3.2. Der Bericht der „Drei Weisen“
3.3. Die NATO-Krise 1966/67
3.4. Der Harmel-Bericht über zukünftige Aufgaben der Allianz
3.5. Erkenntnisse aus den Krisenbeispielen
4. Der politische Transformationsprozess der NATO in der Krise?
4.1. Die Ausgangssituation für eine Transformation
4.1.1. Definition der NATO-Transformation
4.1.2. Problemfaktoren in der Transformation der NATO
4.2. Mitgliedsstaatliche Grundlinien zum Transformationsprozesses
4.2.1. Die „transatlantische“ Linie
4.2.2. Die „französische“ Linie
4.2.3. Die „osteuropäische“ Linie
4.2.4. Die „deutsch-italienische“ Linie
4.3. Der Transformationsprozess im Spannungsfeld der transatlantischen Beziehungen
4.3.1. Auswirkungen der Post-9/11-Phase auf die NATO
4.3.2. Ein sicherheitspolitischer Riss mit Konsequenzen für die NATO?
4.4. Das schwierige Verhältnis der NATO zur EU und ESVP
4.5. Inhaltliche Problemfelder in der politischen Transformation der NATO
4.5.1. Die Kontroverse um eine neue NATO-Strategie
4.5.2. Gründe für eine verhinderte Strategiedebatte
4.5.3. Der Rüstungssektor als Konfliktfeld der NATO-Transformation
4.5.4. Streitpunkt mangelndes „Burden Sharing“
4.5.5. Fähigkeitslücken als Transformationsproblem
4.5.6. NRF – Lackmustest für die Transformation und Zukunft der NATO
4.5.7. Die Reform der internen Strukturen der NATO
4.6. Fehlt der NATO eine Konsultationskultur?
4.6.1. Indizien einer Konsultationskrise
4.6.2. Droht der Konsultationspraxis eine dauerhafte Marginalisierung?
4.7. Die Afghanistan-Operation: Ausdruck einer politisch-strategischen Krise
4.7.1. Der politische Streit um eine mangelnde Bündnissolidarität und Einsatzfragen
4.7.2. Politische und operative Differenzen um eine zivil-militärische Strategie
5. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht den aktuellen Zustand der sich in der Transformation befindlichen NATO, wobei der Fokus auf den politisch-strategischen Rahmenbedingungen und der Frage nach einer möglichen Krise des Bündnisses liegt.
3.1. Das Krisenjahr 1956
Bereits im ersten Jahrzehnt der Aufbauphase des 1949 gegründeten Bündnisses hatten Konflikte und Krisen Einfluss auf die Bündniskohäsion. Die Zusammenarbeit der „Großen Drei“ und der „kleinen“ NATO-Staaten sowie der Umgang mit Kolonialproblemen einiger Bündnispartner, verlangte immer wieder neue Anläufe zu Lösungen. Schon bei den ehrgeizigen Lissaboner Streitkräftezielen von 1952 zur massiven konventionellen Aufrüstung, die nie erreicht wurden, haben es sich „die Allianzmitglieder zur Gewohnheit gemacht“, die von ihnen selbst definierten Ziele zur letztendlichen Wahrung nationaler Interessen zu verfehlen. Die daraus resultierende konventionelle Lücke, die zugunsten des Aufbaus der Volkswirtschaften in den europäischen Mitgliedsstaaten in Kauf genommen wurde, führte dazu, dass sich die Europäer nahezu vollständig, zur Vermeidung von Kosten für eigene Rüstungsanstrengungen, auf den „nuklearen Schutzschirm“ der USA verließen.
Eine kurze Entspannungsphase im Zusammenhang mit einer flexibleren sowjetischen Außenpolitik und den Ergebnissen des „Vier-Mächte-Gipfels“ in Genf, führte zu einer Abnahme des Interesses der Mitglieder an der NATO zugunsten einer Verwirklichung eigener Partikularinteressen. Diese kumulierten in einer durch Frankreich und Großbritannien vorgenommenen militärischen Intervention in Ägypten als Reaktion auf die Verstaatlichung des Suez-Kanals durch den ägyptischen Präsidenten Nasser.
Das unilaterale Vorgehen beider Mächte erfolgte ohne Konsultation der übrigen NATO-Bündnispartner und führte zu einer enormen Beschädigung des politischen Rahmens und der Glaubwürdigkeit des Konsultationsgebotes der Allianz. Frankreichs und Großbritanniens Vorgehen führten dazu, dass “Norms of timely consultation and a prohibition of coercive bargaining were all violated during the Suez crisis.” Risse-Kappen spricht in dieser Krisenphase sogar von einem “temporary breakdown of collective identity”. Politisch nahm der Schaden für die Allianz, aber auch für die britischen und französischen Regelverletzter, folgenschwere Dimensionen ein, die erst durch politische und wirtschaftliche Sanktionen der USA in Zusammenarbeit mit der UNO ihr unilaterales Vorgehen beendeten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des NATO-Wandels ein und definiert die Forschungsfrage, ob sich das Bündnis in einer Krise befindet.
2. Theoretische Verortung der Thematik: Dieses Kapitel rekonstruiert die theoretischen Grundlagen des Neorealismus und Institutionalismus zur Analyse der NATO als Sicherheitsinstitution.
3. Beispiele früherer Krisensituationen innerhalb der NATO und ihre Bewältigung: Ein historischer Exkurs, der die Suez-Krise von 1956 und die NATO-Krise 1966/67 untersucht, um Rückschlüsse auf aktuelle interne Dissonanzen zu ziehen.
4. Der politische Transformationsprozess der NATO in der Krise?: Der Hauptteil der Arbeit, der die aktuellen Problemfelder der NATO-Transformation wie "Burden Sharing", Fähigkeitslücken und Konsultationspraxis empirisch analysiert.
5. Schlussbetrachtung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet, ob die NATO tatsächlich einer Krise unterliegt.
NATO, Transformation, Sicherheitsinstitution, Krise, transatlantische Beziehungen, Afghanistan-Operation, ISAF, Rüstungskooperation, Burden Sharing, Bündniskohäsion, Konsultationskultur, Neorealismus, Institutionalismus, Sicherheitsstrategie, globale Partnerschaften
Die Magisterarbeit untersucht den Zustand der NATO während ihres Transformationsprozesses und prüft, ob sich das Bündnis infolge politischer und strategischer Problemfaktoren in einer Krise befindet.
Die zentralen Themen sind der Wandel der NATO von einem reinen Verteidigungsbündnis zu einem globalen Akteur, die Dynamik der transatlantischen Beziehungen und das schwierige Verhältnis zwischen NATO, EU und ESVP.
Das Ziel ist herauszufinden, ob die Transformation der NATO durch interne und externe Faktoren so stark beeinträchtigt wird, dass man von einer Existenzkrise des Bündnisses sprechen kann.
Die Arbeit nutzt einen theoretisch multiperspektivischen Ansatz, der den Neorealismus mit dem Institutionalismus verknüpft, ergänzt durch eine empirische Analyse von Literatur, Dokumenten und qualitativen Experteninterviews.
Der Hauptteil analysiert spezifische Politik- und Konfliktfelder der Transformation, wie die Rüstungspolitik, das Problem des "Burden Sharing", die Fähigkeitslücken, die Konsultationspraxis und die Afghanistan-Operation.
NATO, Transformation, Krise, transatlantische Beziehungen, ISAF, Rüstungskooperation, Bündniskohäsion und Konsultationskultur sind die prägenden Begriffe.
Nationale Vorbehalte, sogenannte "caveats", schränken die militärische Flexibilität der Mitgliedsstaaten ein und behindern laut der Analyse einen effizienten und raschen Einsatz der NATO-Kräfte, was die Umsetzung des ISAF-Mandats erschwert.
Die Reformvorhaben von 2005 scheiterten am Widerstand einzelner Mitgliedsstaaten, die aus Angst vor Machtverlust ("Erbhöfe") oder aus nationalen Interessen die Zusammenlegung von Stäben und Ausschüssen blockierten, was zu einer anhaltenden Reformmüdigkeit führte.
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