Lizentiatsarbeit, 2006
82 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Der Verwaltungsrat als Lösung für ein Organisationsproblem
2.1 Das Board of Directors als optimale Organisationsform – Theoretische Erklärungsansätze
2.1.1 Konventionelle ökonomische Theorie und Prinzipal – Agenten Beziehung
2.1.2 Ökonomische Argumente, die den Aktionär als Eigentümer in Frage stellen
2.1.3 Theorie der Teamproduktion
2.2 Der Verwaltungsrat als Corporate Governance Mechanismus
2.2.1 Die Kontrollfunktion des Board of Directors
2.2.2 Andere Mechanismen zur Disziplinierung des Managements
2.2.3 Die verschiedenen Mechanismen im Zusammenspiel
2.3 Aufgaben und Pflichten des Verwaltungsrats
2.3.1 Die vom Gesetzgeber vorgesehenen Funktionen
2.3.2 Folgerungen für die Zusammensetzung des Boards
2.4 Entstehung und Entwicklung
2.4.1 Die „Verenigde Oostindische Compagnie“ und die Ursprünge des Boards als Organ der Gesellschaft
2.4.2 Entwicklungen in jüngerer Vergangenheit
2.4.3 Die Aktiengesellschaft als Bestandteil eines modernen Feudalsystems
3. Rechtsgrundlagen zum Verwaltungsrat und gleichartigen Institutionen
3.1 Allgemeine Überlegungen zur Gesetzgebung
3.1.1 Gründe die für eine gesetzliche Regelung sprechen
3.1.2 Gefahren der gesetzlich verankerten Corporate Governance
3.2 Gesetzesreformen aufgrund spezieller Ereignisse
3.2.1 Der Sarbanes-Oxley Act
3.2.2 Codes of Best Practice
3.2.3 Rechtsgrundlagen im Ländervergleich
4. Die Unabhängigkeit des Verwaltungsrates im Blickfeld der Corporate Governance Diskussion
4.1 Theorien über das Verhalten von Boards
4.1.1 Argumente für unabhängige Verwaltungsräte
4.1.2 Argumente gegen unabhängige Verwaltungsräte
4.1.3 Theorie der Verhandlungsmacht
4.2 Empirische Resultate im Hinblick auf die Unternehmensperformance und auf Managerlöhne
4.2.1 Die Auswirkungen von Agenturkosten
4.2.2 Resultate im Zusammenhang mit der Unternehmensperformance
4.2.3 Ergebnisse im Zusammenhang mit der Theorie der Verhandlungsmacht
4.2.4 Entrenchment und finanzielle Anreize für Manager
5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Unabhängigkeit des Verwaltungsrates auf die Unternehmensperformance und die Managerlöhne. Ziel ist es, existierende ökonomische Theorien kritisch zu hinterfragen und deren Gültigkeit anhand empirischer Befunde zu prüfen, um Erkenntnisse für eine optimale Corporate Governance Struktur zu gewinnen.
2.1.1 Konventionelle ökonomische Theorie und Prinzipal – Agenten Beziehung
Die erste grundlegende Theorie, die zum besseren Verständnis des Sinns und Zwecks des Verwaltungsrates beigetragen hat, sieht die Unternehmung als einen Nexus von Verträgen (Jensen & Meckling 1976). Dieser in der ökonomischen Literatur dominierende Ansatz geht davon aus, dass in einem Unternehmen verschiedene Interessengruppen wie z.B. Lieferanten, Kunden, Mitarbeiter etc. zusammenkommen, ihre Ressourcen beitragen und durch ihre Zusammenarbeit versuchen, Synergien zu erzielen. Grundsätzlich gehen die verschiedenen Parteien dabei Verträge miteinander ein und definieren somit ex-ante mehr oder minder vollständig, welche Beiträge von wem zu leisten sind und wer welche Entschädigungsansprüche daraus stellen kann.
Eine Ausnahme hierbei ist die Anspruchsgruppe der Kapitaleigner, da deren Entschädigung als einzige nicht von vornherein festgelegt wird; ihre Anteile werden in sogenannten handelbaren Aktien verkörpert. Da die Rechte des Aktionärs ausschliesslich mit dem Besitz des Wertpapiers verbunden sind, können deren Besitzer mit diesen Rechten handeln oder diese weiterverkaufen. Diese Eigenschaft der Aktionärsrechte ermöglicht die Schaffung eines dynamischen Marktes für Aktien und somit die flexible Handhabung von Eigenkapital. Der Inhaber eines solchen Wertpapiers hat keinerlei Anspruch auf eine Gewinnausschüttung. Wird jedoch eine solche von der Geschäftsleitung beschlossen, verbrieft die Aktie einen Anspruch auf eine anteilsmässige Gewinnbeteiligung, die sogenannte Dividende.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Corporate Governance ein und definiert die Problemstellung sowie das Forschungsziel der Arbeit.
2. Der Verwaltungsrat als Lösung für ein Organisationsproblem: Hier werden theoretische Ansätze wie die Prinzipal-Agenten-Theorie und die Teamproduktion zur Erklärung der Rolle des Verwaltungsrates erörtert.
3. Rechtsgrundlagen zum Verwaltungsrat und gleichartigen Institutionen: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene gesetzliche Ansätze und Reformen, wie den Sarbanes-Oxley Act und Codes of Best Practice.
4. Die Unabhängigkeit des Verwaltungsrates im Blickfeld der Corporate Governance Diskussion: Dieser Hauptteil diskutiert Argumente für und gegen die Unabhängigkeit von Boards und prüft Theorien wie die Verhandlungsmacht empirisch.
5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und leitet Schlussfolgerungen für zukünftige Corporate Governance Reformen ab.
Corporate Governance, Verwaltungsrat, Unabhängigkeit, Unternehmensperformance, Managerlöhne, Prinzipal-Agenten-Theorie, Teamproduktion, Agenturkosten, Board of Directors, Sarbanes-Oxley Act, Verhandlungsmacht, Entrenchment, Aktiengesellschaft, Kontrolle, Überwachung
Die Arbeit analysiert die Rolle des Verwaltungsrates im Kontext der Corporate Governance, insbesondere die Auswirkungen von dessen Unabhängigkeit auf den Unternehmenserfolg und die Vergütung des Managements.
Zentrale Themen sind die theoretische Begründung der Existenz von Verwaltungsräten, der Einfluss der Unabhängigkeit auf die Überwachungsqualität sowie die Untersuchung von Machtverhältnissen zwischen Board und Management.
Das Ziel ist es, Theorien zur Unabhängigkeit von Verwaltungsräten anhand empirischer Untersuchungen zu verifizieren oder zu falsifizieren und zu ermitteln, unter welchen Bedingungen der Verwaltungsrat die besten Ergebnisse für das Unternehmen erzielt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Theorien, die durch die Auswertung empirischer Studien zur Unternehmensperformance und zu Managementvergütungen ergänzt wird.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Diskussion zur Unabhängigkeit des Boards sowie auf die empirische Prüfung der Zusammenhänge zwischen Board-Struktur, Performance und Entlöhnung unter Einbezug der Theorie der Verhandlungsmacht.
Schlüsselwörter sind Corporate Governance, Verwaltungsrat, Unternehmensperformance, Prinzipal-Agenten-Theorie und Board-Unabhängigkeit.
Das „Two-Tier“ System trennt Leitungs- und Kontrollfunktion strikt, während das „One-Tier“ Modell Synergieeffekte nutzt, aber durch die Notwendigkeit unabhängiger Mitglieder andere Herausforderungen bei der Kontrolle schafft.
Sie erklärt, warum Boards trotz gegenteiliger Annahmen oft nicht unabhängig agieren, da das Management den Auswahlprozess der Mitglieder beeinflussen kann, was zu einem komplexen Verhandlungsspiel zwischen beiden Parteien führt.
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