Diplomarbeit, 2008
64 Seiten, Note: 1,3
Zusammenfassung
Abstract
1. Die intuitive Wahrnehmung von Führungsstärke – Ein „thin slices“ - Experiment zur Untersuchung möglicher Hinweisreize
2. Methode
2.1 Zielpersonen
2.2 Verhaltensbeobachtung
2.3 Intuitiv-Beurteilung der "thin slices"
3. Ergebnisse
3.1 Definition des Referenzmaßes
3.2 Intuitiv-Beurteilung
3.3 Analyse der Hinweisreize
3.3.1 Geschlechtsrollenstereotyp
3.3.2 Wahrgenommene Maskulinität und Femininität
3.3.3 Schönheitsstereotyp
3.3.4 Wahrgenommene Extraversion
3.3.5 Wahrgenommene Intelligenz
3.4 Interne Abhängigkeiten unter den Hinweisreizen
3.5 Integrative Betrachtung
3.6 Überprüfung der Hinweisreize auf Validität
4. Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Menschen in der Lage sind, Führungsstärke anderer Personen intuitiv anhand kurzer, nonverbaler Videosequenzen („thin slices“) korrekt einzuschätzen und welche Hinweisreize diesen Urteilsprozess beeinflussen.
Die intuitive Wahrnehmung von Führungsstärke – Ein “thin slices“ - Experiment zur Untersuchung möglicher Hinweisreize
Als Jack Welch 1981 zum CEO von General Electric ernannt wurde, rechnete wahrscheinlich niemand damit, dass sich das damals bereits 100 Jahre alte, leicht marode Unternehmen unter seiner Führung einmal zu einem der erfolgreichsten internationalen Konzerne entwickeln würde (Slater, 2004). Ebenso wenig konnte er sich zu der Zeit vermutlich selbst vorstellen, dass zahlreiche Bücher über seinen Führungsstil geschrieben und sogar seine Führungsprinzipien in einem Lexikon verewigt werden würden (Krames, 2002). Zwei Jahrzehnte führte Jack Welch erfolgreich das amerikanische Mischunternehmen und förderte darüber hinaus noch viele weitere Talente, die ihrerseits in anderen Großunternehmen Karriere machten.
Führungspersönlichkeiten wie Jack Welch, die mit Energie und Leidenschaft an die Arbeit gehen und andere mitreißen können, treten dabei vornehmlich in Wirtschaft und Politik zum Vorschein, doch findet man sie auch an anderer Stelle. Laut einer umfassenden Studie des Allensbacher Instituts nehmen persönlichkeitsstarke Menschen in vielen Lebensbereichen unabhängig von Status und Alter eine wichtige Rolle ein (Noelle-Neumann, 1983). Sie zeichnen sich gemäß den Ergebnissen dieser Studie durch einen großen Bekanntenkreis aus, werden von ihrem Umfeld oft um Rat gebeten, haben Freude an der Arbeit und an der eigenen Weiterentwicklung, sind selbstkritisch, optimistisch, lebensfroh und offen für Neues. Persönlichkeitsstarke Menschen nehmen zudem tatsächlich häufig leitende Positionen ein, weshalb man die Begriffe Führungsstärke und Persönlichkeitsstärke als Synonyme verstehen kann.
Verfügt man folglich über die nötigen Informationen, lassen sich führungsstarke Personen anhand der genannten Eigenschaften leicht von führungsschwachen Personen unterscheiden. Doch ist es auch möglich, die Führungsstarken ohne ein fundiertes Hintergrundwissen zu erkennen? Hat man das Führungspotenzial von Jack Welch auf den ersten Blick erkennen können, als er gerade am Anfang seiner Karriere stand und noch keine offensichtlichen Erfolge zu verbuchen hatte? War es ein reiner Glücksgriff seines Vorgängers, ihn in diese Position zu bringen? Die vorliegende Studie knüpft an diese Fragestellungen an und untersucht, inwiefern es Menschen möglich ist, Führungspersonen auf den ersten Blick zu erkennen.
Die intuitive Wahrnehmung von Führungsstärke – Ein „thin slices“ - Experiment zur Untersuchung möglicher Hinweisreize: Dieses Kapitel führt in die Thematik der intuitiven Führungswahrnehmung ein und verknüpft sie mit der „accuracy“-Forschung, die die Akkuratheit von Urteilen anhand weniger Informationen untersucht.
Methode: Hier wird der Versuchsaufbau beschrieben, der die Erhebung von Videomaterial (Wetterbericht-Vorträge), die Expertenbewertung durch Gruppenübungen und die anschließende intuitive Beurteilung durch Probanden umfasst.
Ergebnisse: Dieser Abschnitt analysiert die Validität des Expertenratings, die Treffsicherheit der Intuitiv-Beurteiler und untersucht mittels statistischer Analysen, welche spezifischen Hinweisreize (wie Attraktivität oder Extraversion) die Führungseinschätzung maßgeblich beeinflusst haben.
Diskussion und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse interpretiert, kritisch gewürdigt und mit der existierenden Literatur verglichen, um Schlussfolgerungen für die Personalauswahl und zukünftige Forschungsansätze zu ziehen.
Thin slices, Führungsstärke, Hinweisreize, Akkuratheit, erste Eindruck, Personalauswahl, Attraktivität, Extraversion, Persönlichkeitsstärke, Geschlechtsrollenstereotyp, Urteilsheuristiken, Intelligenz, Fremdeinschätzung, Assessment Center, Sozialpsychologie.
Die Arbeit untersucht, ob und wie präzise Menschen die Führungsstärke einer unbekannten Person anhand von sehr kurzen Videosequenzen ohne Ton einschätzen können und welche Faktoren dabei als Entscheidungsgrundlage dienen.
Im Zentrum stehen die „accuracy“-Forschung, die Wahrnehmung von Persönlichkeitseigenschaften, die Wirkung von Stereotypen (Geschlecht, Schönheit) sowie die Validität des ersten Eindrucks im Kontext der Personalselektion.
Das Ziel ist es, die Akkuratheit der intuitiven Führungswahrnehmung zu überprüfen und zu analysieren, ob Beurteiler dabei auf tatsächliche Kompetenzmerkmale oder auf verzerrende Hinweisreize wie Attraktivität zurückgreifen.
Es handelt sich um ein experimentelles Design, bei dem 20-sekündige, tonlose Videosequenzen von 86 Zielpersonen durch 84 Laien bewertet wurden. Die Ergebnisse wurden mit Expertenratings aus standardisierten Gruppenübungen (Assessment Center) korreliert.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Datenerhebung, insbesondere die Korrelationen zwischen den intuitiven Einschätzungen und den Expertenratings sowie die Identifikation der genutzten Hinweisreize mittels statistischer Verfahren wie Regressionen und Faktoranalyse.
Wichtige Begriffe sind „Thin slices“, Führungswahrnehmung, Hinweisreize, Validität, Stereotype und Personalauswahl.
Die Studie bestätigt, dass attraktive Zielpersonen im Sinne des Schönheitsstereotyps („what is beautiful is good“) häufig eine höhere Führungsstärke zugeschrieben bekommen, was als eine Form des Halo-Effekts interpretiert wird.
Bei männlichen Zielpersonen zeigte sich ein enorm starker Zusammenhang zwischen Attraktivität und Extraversion, weshalb hier ein kombinierter Faktor gebildet wurde. Bei Frauen war dieser Zusammenhang weniger ausgeprägt, und die wahrgenommene Intelligenz spielte als zusätzlicher Hinweisreiz eine Rolle.
Die Studie deutet darauf hin, dass Intuition durchaus eine gewisse Akkuratheit bei der Einschätzung von Führungspotenzial besitzen kann, Personaler sollten sich jedoch bewusst machen, dass sie sich stark von optischen Reizen wie Attraktivität und Extraversion beeinflussen lassen, anstatt nur auf objektive Kriterien zu vertrauen.
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