Diplomarbeit, 2004
155 Seiten, Note: 1
Kapitel I: Geschichte des Konflikts und Verlauf des bisherigen Friedensprozesses:
1. Historische Dimension des Konflikts:
1.1 Ethnische und religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung Sri Lankas:
1.2 Die Entstehung eines singhalesisch – tamilischen Gegensatzes:
1.2.1 Die koloniale Epoche:
1.2.2 Die singhalesische Ausgrenzungspolitik nach der Erlangung der Unabhängigkeit:
1.2.3 Die Verschärfung des ethnischen Konflikts und die Gründung der LTTE:
1.3 Ausbruch des Bürgerkrieges zwischen Tamilen und Singhalesen:
1.4 Der Verlauf des Bürgerkrieges:
2. Der Verlauf des Friedensprozesses:
2.1 Die Einschaltung Norwegens in den Konflikt:
2.2 Das Waffenstillstandsabkommen vom Februar 2002:
2.3 Die Friedensverhandlungen unter der Vermittlung Norwegens:
2.4 Der Ausstieg der LTTE aus den Verhandlungen:
3. Die Situation nach dem Abbruch der Verhandlungen:
3.1 Der Machtkampf zwischen der Regierung und der Präsidentin nach der Präsentation der Vorschläge:
3.2 Die Aussetzung der Friedensgespräche:
3.3 Der Rückzug Norwegens als Vermittler:
3.4 Die Auflösung des Parlaments und die Ausrufung von Neuwahlen:
3.5 Der Ausgang der Parlamentswahlen vom 2. April 2004:
3.6 Die Rebellion der LTTE im Osten:
4. Positive Errungenschaften des Waffenstillstands:
Kapitel II: Die Konfliktparteien und die Probleme im Friedensprozess in Sri Lanka:
1. Die Akteure im Konflikt und im Friedensprozess:
1.1 Die Akteure auf tamilischer Seite:
1.1.1 Die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam):
1.1.2 Andere tamilische Guerillaorganisationen/bewaffnete Gruppierungen:
1.1.3 Tamilische Parteien:
1.1.4 Die tamilische Bevölkerung:
1.1.5 Südindien:
1.1.6 Die tamilische Diaspora:
1.1.7 Weitere tamilische Akteure:
1.2 Die Akteure auf singhalesischer Seite:
1.2.1 Die UNP:
1.2.2 Die SLFP:
1.2.3 Die JVP:
1.2.4 Weitere singhalesische Parteien:
1.2.5 Das Militär:
1.2.6 Der buddhistische Klerus:
1.2.7 Zivilgesellschaft:
1.2.8 Die singhalesische Bevölkerung:
1.2.9 Weitere singhalesische Akteure:
1.3 Die Akteure auf moslemischer Seite:
1.3.1 Die NUA:
1.3.2 Der SLMC:
1.3.3 Die muslimische Bevölkerung:
1.4 Die Christen:
1.5 Internationale Akteure:
2. Die hauptsächlichen Problempunkte im Friedensprozess:
2.1 Der Machtkampf zwischen der Regierung und der Präsidentin beziehungsweise der UNF/UNP und der PA/SLFP:
2.2 Die Beziehungen zwischen der Regierung und der LTTE:
2.3 Die zu einseitige Konzentrierung des Friedensprozesses auf die „Top-Ebene“:
2.4 Die Schwäche der Zivilgesellschaft:
2.5 Der buddhistische Klerus:
2.6 Die Moslems sind vom Friedensprozess weitgehend ausgeschlossen:
2.7 Das Versäumnis der Regierung, den Friedensprozess der Bevölkerung näher zu bringen:
2.8 Der ökonomische Faktor:
2.9 Die weiteren Versäumnisse im Friedensprozess:
Kapitel III: Konfliktlösungsansätze und Erarbeitung von Lösungsvorschlägen und neuen Ressourcen für einen konstruktiven zukünftigen Friedensprozess in Sri Lanka:
1. Konflikt und Gewalt (Conflict and Violence) nach Johan Galtung:
1.1 „The Conflict Triangle“ – ABC – Attitudes, Behaviour, Contradictions beziehungsweise „das Konfliktdreieck“ – Einstellungen, Verhalten, Widersprüche nach Johan Galtung:
1.2 „The Violence Triangle“ – DSC – Direct, Structural, Cultural beziehungsweise das Dreieck der Gewalt – Direkt, Strukturell, Kulturell nach Johan Galtung:
2. „Arbeiten für den Frieden“ – die fünf Aufgaben nach Johan Galtung:
2.1 „Konflikttransformation“:
2.2 Ende der Gewalt (Waffenstillstand):
2.3 Ursachen und Widersprüche erfassen – Friedensprozess:
2.4 Friedensressourcen aufbauen:
2.5 Heilung (Rehabilitation, Wiederaufbau, Aussöhnung und neue, positive Beziehungen aufbauen):
2.5.1 Rehabilitation:
2.5.2 Rebuilding (Wiederaufbau):
2.5.3 Restructuring (Restrukturierung):
2.5.4 Reculturing (Rekultivierung):
2.5.5 Reconciliation (Aussöhnung):
3. „Negotiation and Mediation“ – Verhandlung und Vermittlung:
3.1 Der Verhandlungsprozess oder der Ablauf der Verhandlungen:
3.2 Was macht einen guten „Mediator“ (Verhandler) aus:
3.3 Die sieben Schritte im Problemlösungsprozess – „seven step problem solving process“:
3.4 Probleme, die sich während der Verhandlungen ergeben können:
3.5 Techniken, um Blockaden in den Verhandlungen zu brechen:
3.6 Was macht einen guten Prozess aus?
4. Das Brechen von Stereotypen und Vorurteilen:
5. Die drei Akteurs-Ebenen in einem Friedensprozess nach John Paul Lederach:
6. Vorschläge für einen konstruktiven und nachhaltigen Friedensprozess in Sri Lanka:
6.1 Die Dimensionen des Konflikts:
6.2 Hin zu „Interim Power-sharing and Problem-solving Arrangements” im Süden und Nordosten:
6.3 Themen, die bei den nächsten Verhandlungsrunden behandelt werden müssen:
6.3.1 Staats- und Verfassungsreform:
6.3.2 Sicherheitsprobleme:
6.3.3 Menschenrechte:
6.3.4 Frauen:
6.3.5 Rehabilitation, Wiederaufbau und Entwicklung:
6.3.6 Aussöhnung (Reconciliation):
6.4 Vorschläge für die nächste Phase der Friedensverhandlungen:
7. Bewegungen auf der „Grassroot-Ebene“:
Kapitel IV: Eine „Interim Administration“ für den Nordosten und eine zukünftige föderale Struktur für Sri Lanka:
1. Die Vorschläge über eine „Interim Administration“ für den Nordosten von der Regierung und der LTTE:
1.1 Der Vorschlag der Regierung für eine „Interim Administration“ im Nordosten:
1.2 Der Vorschlag der LTTE über eine „Interim Administration“ im Nordosten:
1.3 Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Vorschlägen:
1.3.1 Die gemeinsamen Elemente der beiden Vorschläge:
1.3.2 Die hauptsächlichen Unterschiede der beiden Vorschläge:
1.4 Anmerkungen zu den beiden Papieren und Vorschläge für weitere Verhandlungen:
2. Ein föderales Konzept für Sri Lanka: „FEDERATION AS PEACE STRUCTURE: THE CASE OF SRI LANKA“ von Johan Galtung:
2.1 Welche Arten von Föderationen tragen nun zum Frieden bei?
2.2 Eine föderale Formel für Sri Lanka:
Die Diplomarbeit untersucht die komplexe Dynamik des Friedensprozesses in Sri Lanka nach dem langjährigen Bürgerkrieg. Das primäre Ziel ist es, die bestehenden Hindernisse und Defizite im aktuellen Friedensprozess zu analysieren sowie theoretische Konfliktlösungsmodelle und neue Ressourcen zu erarbeiten, die einen langfristig konstruktiven und nachhaltigen Frieden fördern könnten.
1.2.3 Die Verschärfung des ethnischen Konflikts und die Gründung der LTTE:
In den siebziger Jahren verstärkt sich durch die Ausgrenzungspolitik der singhalesischen Regierung die Gegenwehr der Sri Lanka-Tamilen in Form einer Radikalisierung ihrer Forderungen. Auf parlamentarischer Ebene schließen sich 1976 die beiden tamilischen Parteien – die FP (Federal Party) und der TC (Tamil Congress) – zur TULF (Tamil United Liberation Front) zusammen. Der ethnische Konflikt erhält nun eine neue Sprengkraft, denn die Forderungen gehen über die bisherigen nach einer föderalistischen Reform hinaus. Nun fordert die TULF erstmals die Teilung des gesamten Staatswesens. Die tamilische Partei will eigenes Land, ein eigenes „Eelam“ der Tamilen im Norden und Osten der Insel begründen.
Auch die Verfassung von 1978 enttäuscht die Erwartungen der Sri Lanka-Tamilen nach einer zumindest föderalen Reform. Jedoch seit Beginn der achtziger Jahre entwickelt sich das Parlament immer mehr zu einem Nebenschauplatz des ethnischen Konflikts, „denn tamilische Guerilla-Organisationen und die staatlichen Sicherheitsverbände werden jetzt zu den entscheidenden Trägern und Determinanten des Konflikts.“
Mit zunehmender Verschärfung des Konflikts entstehen in den siebziger und achtziger Jahren zahlreiche tamilische Guerilla-Organisationen. Die erste und seit Mitte der achtziger Jahre eindeutig dominante Guerilla-Organisation ist die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam). Sie geht auf die 1972 entstandene TNT (Tamil New Tigers) genannte Organisation zurück, welche damals von Jugendlichen und Studenten gegründet wurde. Begründer und der bis heute unbestrittene Führer der LTTE ist „Velupillai Prabhakaran“. Die marxistisch-leninistische Organisation zeichnet sich durch absoluten Führerkult und totale Opferbereitschaft aus.
Kapitel I: Geschichte des Konflikts und Verlauf des bisherigen Friedensprozesses: Dieses Kapitel erläutert die historischen Wurzeln des ethnischen Konflikts in Sri Lanka sowie den chronologischen Verlauf des Bürgerkrieges und die bisherigen Bemühungen zur Friedensstiftung.
Kapitel II: Die Konfliktparteien und die Probleme im Friedensprozess in Sri Lanka: Hier werden die Akteure auf verschiedenen Seiten analysiert und die zentralen Schwachstellen sowie die komplexen Probleme des aktuellen Friedensprozesses identifiziert.
Kapitel III: Konfliktlösungsansätze und Erarbeitung von Lösungsvorschlägen und neuen Ressourcen für einen konstruktiven zukünftigen Friedensprozess in Sri Lanka: Dieses Kapitel bietet eine theoretische Grundlage basierend auf Konfliktlösungsmodellen, um daraus neue Ressourcen und konkrete Lösungsansätze für einen nachhaltigen Frieden abzuleiten.
Kapitel IV: Eine „Interim Administration“ für den Nordosten und eine zukünftige föderale Struktur für Sri Lanka: Der letzte Teil analysiert die Vorschläge für eine Übergangsverwaltung und entwickelt ein föderales Konzept als mögliche Zukunftsstruktur für das Land.
Sri Lanka, Bürgerkrieg, Friedensprozess, LTTE, Ethnische Konflikte, Föderalismus, Konflikttransformation, Waffenstillstand, Interimsverwaltung, Zivilgesellschaft, Minderheitenrechte, Johan Galtung, Tamilen, Singhalesen, Konfliktlösung
Die Arbeit analysiert den schwierigen Friedensprozess in Sri Lanka, der nach rund zwanzig Jahren blutigem Bürgerkrieg zwischen der Regierung und den tamilischen Rebellen (LTTE) eingeleitet wurde.
Die Arbeit deckt die historische Dimension des Konflikts, die Analyse der verschiedenen beteiligten Akteure, die Untersuchung der Problempunkte im laufenden Friedensprozess sowie die theoretische Erarbeitung von Konfliktlösungsansätzen ab.
Das Hauptziel besteht darin, auf Basis theoretischer Friedensforschung Lösungsmöglichkeiten und neue Ressourcen aufzuzeigen, die zu einem dauerhaften und konstruktiven Frieden in der Region beitragen können.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und zieht insbesondere Konzepte der Friedensforschung, wie etwa die Theorien von Johan Galtung und John Paul Lederach, heran, um sie auf das Fallbeispiel Sri Lanka anzuwenden.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung, eine detaillierte Akteursanalyse, die Untersuchung von Defiziten im Friedensprozess (wie der einseitigen Konzentrierung auf die "Top-Ebene") und die Entwicklung konkreter Föderalisierungs- und Verwaltungsmodelle.
Zentrale Begriffe sind Konflikttransformation, Föderalismus, Waffenstillstandsabkommen, Zivilgesellschaft, "Interim Administration" und "Friede von unten".
Die norwegische Vermittlung wird als entscheidend für die Stabilität der Gespräche angesehen, jedoch wird kritisiert, dass Norwegen zeitweise zu sehr die Interessen westlicher Staaten vertrat und die notwendige Entschlossenheit in der letzten Phase vermissen ließ.
Das Zwiebelmodell dient zur Differenzierung zwischen Positionen, Interessen und tieferliegenden Bedürfnissen der Konfliktparteien, um Verhandlungen weg vom bloßen „Feilschen“ hin zu einer lösungsorientierten Basis zu führen.
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