Bachelorarbeit, 2021
72 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Mobil-flexible Arbeit (MFA)
2.1.1 Definition MFA
2.1.2 MFA in Deutschland
2.1.3 Bewertung von MFA in der Literatur
2.2 Work-Life-Balance (WLB)
2.2.1 Definition der WLB
2.2.2 Work-Family Conflict
2.2.3 WLB im Unternehmen
2.2.4 MFA und WLB
2.3 Boundarypräferenz
2.3.1 Integration und Segmentation
2.3.2 Integration und MFA
2.3.3 Segmentation und MFA
2.4 Stress
2.4.1 Ein ressourcenorientierter Ansatz
2.4.2 Integration und Stress
2.4.3 Segmentation und Stress
2.4.4 Stress in Verbindung mit WLB
2.5 Modell und Hypothesen
3. Methodik
3.1 Verwendete Instrumente
3.2 Kontrollvariablen
3.3 Datenerhebung und Durchführung
3.4 Sampling und Stichprobenbeschreibung
3.5 Analyse
4. Ergebnisse
4.1 Gütekriterien
4.2 Deskriptive Statistik
4.3 Korrelationen
4.5 Moderierte Mediationsanalyse
5. Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Theoretische Implikationen
5.3 Praktische Implikationen
5.4 Limitationen
5.5 Ausblick
5.6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von mobil-flexiblen Arbeitsformen auf die Work-Life-Balance von Beschäftigten, wobei die Rolle individueller Boundarypräferenzen (Integration vs. Segmentation) und wahrgenommener Stress als Mediatoren bzw. Moderatoren analysiert werden. Ziel ist es zu klären, ob ein hypothesiertes moderiertes Mediationsmodell die komplexen Zusammenhänge zwischen Arbeitsform, Stress und Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben erklären kann.
2.3.2 Integration und MFA
Aus der Perspektive der Integration besteht durch die neuen Arbeitsformen die Möglichkeit Arbeit und Privatleben besser zu verbinden und somit den Anforderungen beider Lebensdomänen gerecht zu werden (Kossek, 2016). Durch das Entfallen externer und der eigenen eher dünn gezogenen Grenzen, können Integrierer leicht zwischen den Domänen und Rollen wechseln und dadurch die beiden Lebensbereiche nach individuellen Vorlieben verbinden und kombinieren (Mellner et al., 2015). Dadurch wird auch selten das Eindringen von Arbeit ins Privatleben als belastend empfunden (Wöhrmann et al., 2020). Es ist also davon auszugehen, dass Integrierer gut mit flexiblen Arbeitsanforderungen wie kurzfristigen Änderungen ihrer Arbeitszeiten oder Verlegung des Arbeitsortes umgehen können. Daher wird Integration in verschiedenen Studien mit positiven Effekten wie geringerem Rollenkonflikten höherem Work-Life-Enrichment (Daniel & Sonnentag, 2016; Powell & Greenhaus, 2010) und höherer Arbeitszufriedenheit (Wepfer et al., 2018) assoziiert.
Auf den ersten Blick scheinen Integrierer von den Möglichkeiten der Flexibilisierung eindeutig zu profitieren. Doch den genannten Vorteilen der Integration im flexiblen Arbeitsumfeld stehen auch einige Nachteile gegenüber. Während das Vermischen von Lebensbereichen durchaus zu einer Bereicherung führen kann, besteht gleichzeitig die Gefahr des negativen Spillovers. Dabei können negative Gedanken und Gefühle ungewollt aus dem Privaten in den Arbeitsbereich eindringen und umgekehrt (Kossek, 2016). Zudem kann eine fehlende Segmentation zu einer bewussten oder unbewussten Ausdehnung der Arbeit führen, da keine zeitlichen Grenzen gezogen werden. Dies verringert die arbeitsfreie Zeit und somit auch mögliche Erholungsphasen (Wepfer et al., 2018). In diesem Kontext ist das ,psychological detachment‘ (Abschalten von der Arbeit) von besonderer Relevanz (Park, Fritz & Jex, 2011), da aktuelle Befunde aus der Erholungsforschung fehlende Distanzierung von der Arbeit mit negativen Effekten für die Gesundheit assoziieren (Sonnentag, 2012). Insbesondere der größte Vorteil von Flexibilisierung und Integration - die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben - wurde von der aktuellen Forschung zunehmend in Frage gestellt. Konkret konnten beispielsweise Kossek, Lautsch & Eaton (2006) und Olson-Buchanan und Boswell (2006) in ihren Studien nachweisen, dass fehlende Segmentation positiv mit Rollenkonflikten zwischen Arbeit und Familie korreliert.
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Relevanz der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben in der modernen, flexibilisierten Arbeitswelt dar und führt in die zentrale Forschungsfrage der Arbeit ein.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die Konzepte der mobil-flexiblen Arbeit, der Work-Life-Balance, der Boundarypräferenz sowie des Stresses definiert und der aktuelle Forschungsstand zusammengeführt, um das theoretische Modell abzuleiten.
3. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, einschließlich der verwendeten Skalen zur Messung der Konstrukte, der Stichprobenbeschreibung und der Durchführung der quantitativen Online-Befragung.
4. Ergebnisse: Hier werden die erhobenen Daten ausgewertet, die Gütekriterien der Skalen geprüft und die Ergebnisse der statistischen Analysen, inklusive der moderierten Mediationsanalyse, präsentiert.
5. Diskussion: Das letzte Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Lichte der Hypothesen, diskutiert theoretische sowie praktische Implikationen und reflektiert die Limitationen sowie zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Mobil-flexible Arbeit, Work-Life-Balance, Boundarypräferenz, Stress, Integration, Segmentation, Arbeitspsychologie, Home-Office, Rollenkonflikt, Erholung, Arbeitsflexibilität, Vereinbarkeit, Arbeitszufriedenheit, Persönlichkeitsmerkmale, Quantitative Analyse
Die Arbeit untersucht, wie mobil-flexible Arbeitsformen (MFA) die Work-Life-Balance von Beschäftigten beeinflussen und welche Rolle dabei individuelle Strategien zur Trennung oder Verbindung von Berufs- und Privatleben (Boundarypräferenzen) sowie Stress spielen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Auswirkungen räumlicher und zeitlicher Arbeitsflexibilisierung, die psychologische Abgrenzung zwischen Lebensbereichen sowie die Mechanismen, durch die Stress die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben beeinflusst.
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von MFA auf die Work-Life-Balance zu analysieren und zu prüfen, ob der individuelle Typ des Arbeitnehmers (Segmentierer oder Integrierer) diesen Zusammenhang über das Stressempfinden moderiert.
Die Arbeit nutzt ein quantitatives Querschnittsdesign. Die Daten wurden mittels eines Online-Fragebogens erhoben und statistisch durch eine moderierte Mediationsanalyse (unter Verwendung des PROCESS-Makros nach Hayes) ausgewertet.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu MFA, WLB und Boundary-Theorien gelegt, daraus Hypothesen abgeleitet, die Methodik der Stichprobenerhebung dargelegt und schließlich die statistischen Ergebnisse vorgestellt und kritisch diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Mobil-flexible Arbeit, Work-Life-Balance, Boundarypräferenz, Stress, Integration, Segmentation und Rollenkonflikte.
Die Untersuchung konnte die aufgestellten Hypothesen nur teilweise bestätigen. Ein direkter Einfluss von MFA auf die WLB sowie ein moderierter Mediationseffekt durch die Boundarypräferenz konnten statistisch nicht nachgewiesen werden.
Die Arbeit bestätigt signifikant, dass wahrgenommener Stress einen negativen Einfluss auf die Work-Life-Balance hat. Mehr Stress führt somit tatsächlich zu einer schlechteren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.
Die Studie zeigt, dass sich die Mehrheit der befragten Personen als Segmentierer einordnet. Entgegen der Erwartung moderiert die Präferenz den Zusammenhang zwischen MFA und wahrgenommenem Stress jedoch nicht signifikant.
Unternehmen sollten von pauschalen Förderungen absehen und stattdessen die individuelle Gestaltung von MFA unterstützen, etwa durch Trainings zum Boundarymanagement oder klare Leitlinien für die Zusammenarbeit, um Belastungen zu reduzieren.
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