Masterarbeit, 2019
69 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext
1.2 Goethes naturwissenschaftlicher Werdegang
2. Goethes Naturstudien in den „Metamorphosegedichten“
2.1 Gründe für die „Darstellung der Naturlehre durch einen Poeten“
2.2 Wissensvermittlung in Goethes Die Metamorphose der Pflanzen
2.2.1 Die Elegie als Lehrgedicht
2.2.2 Goethe und Ovids Metamorphosen
2.2.3 Botanische Studien – Goethes Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären
2.2.4 Poetische Vermittlung der Pflanzenmetamorphose
2.3 Wissensvermittlung in Goethes Metamorphose der Tiere
2.3.1 Das Hexametergedicht als Lehrgedicht
2.3.2 Goethe und Lukrez‘ De rerum natura
2.3.3 Der osteologische Typus
2.3.4 Poetische Vermittlung der Tiermetamorphose
3. Vergleich der „Metamorphosengedichte“
3.1 Literarische Tradition
3.2 Vermittlung der wissenschaftlichen Inhalte
4. Fazit
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie Johann Wolfgang von Goethe seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Botanik und der vergleichenden Anatomie in den Gedichten "Die Metamorphose der Pflanzen" und "Metamorphose der Tiere" poetisch vermittelt und wie diese Werke in den Kontext seiner wissenschaftlichen Studien einzuordnen sind.
Die Bedeutung der Sinnesorgane für die Vermittlung der Pflanzenmetamorphose
Mithilfe der verschiedenen Sinnesorgane entsteht also ein visuelles, haptisches, akustisches und olfaktorisches Ensemble, das die Metamorphose der Pflanzen eindrücklich beschreibt. Die Vermittlung über die Sinnesorgane scheint zunächst auf die bessere Verständlichkeit der Elegie gegenüber ihrem Vorgänger, dem Aufsatz, abzuzielen. Damit ist sie ein Mittel, das die von Goethe beabsichtigte Vereinfachung der botanischen Studien realisiert.
Zieht man Goethes Definition einer „Idee“ hinzu, so wird darüber hinaus ersichtlich, dass der lyrische Sprecher die Metamorphose durch das sinnliche Anschauen als Idee darstellt: „Der Begriff ‚Idee‘ bezeichnet für Goethe eine in der Natur, in einer Vielzahl von Erscheinungen enthaltene, erfahrbare und in der Regel prozeßhafte, gesetzmäßige Einheit.“ In der Elegie wird folglich „die Metamorphose nach einem Urbild des der Pflanze innewohnenden Typus, ihrer Idee, […] ausgeführt“. Über das Gedicht wird so auch Goethes Vorstellung von einer Idee als abstrakte Erfahrung ausgedrückt.
Die Verwandlung der Pflanze vollzieht sich demnach sukzessive vor dem inneren Auge (Ohr, Nase und Tastsinn) der Geliebten und das entstehende geistige Bild realisiert sich genau wie die Metamorphose als stufenweise Abfolge. Somit „gelangen in dem Gedicht der Bildungsprozess der objektiven Natur und der Erkenntnisprozess des subjektiven Geistes zur Deckung.“ Der Beschreibungsprozess der Metamorphose findet seine verbale Entsprechung schließlich im vorletzten Vers – im „harmonischen Anschauen“:
Die heilige Liebe
Strebt zu der höchsten Frucht gleicher Gesinnungen auf,
Gleicher Ansicht der Dinge, damit in harmonischem Anschaun
Sich verbinde das Paar, finde die höhere Welt. (P, V. 77-80)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Goethes Aktualität als Naturforscher und legt den Fokus auf das Verhältnis von Wissenschaft und Dichtung in seinen Metamorphosegedichten.
1.1 Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel skizziert bestehende Forschungsansätze zum Verhältnis von Wissen und Literatur in Goethes Werk.
1.2 Goethes naturwissenschaftlicher Werdegang: Es wird Goethes wissenschaftliche Entwicklung von der Grundbildung über sein Medizinstudium bis hin zu seinen botanischen und anatomischen Studien nachgezeichnet.
2. Goethes Naturstudien in den „Metamorphosegedichten“: Dieses Kapitel untersucht die grundlegenden Absichten Goethes bei der Darstellung seiner Naturforschung in poetischer Form.
2.1 Gründe für die „Darstellung der Naturlehre durch einen Poeten“: Hier werden die Beweggründe erarbeitet, warum Goethe seine wissenschaftlichen Ergebnisse in Gedichtform präsentierte, inklusive der Erweiterung des Rezeptionskreises.
2.2 Wissensvermittlung in Goethes Die Metamorphose der Pflanzen: Fokus auf das erste Gedicht, dessen Gattung, intertextuelle Bezüge und die botanische Lehre.
2.2.1 Die Elegie als Lehrgedicht: Analyse der antiken Form der Elegie und deren Anwendung durch Goethe als didaktisches Mittel.
2.2.2 Goethe und Ovids Metamorphosen: Darstellung der inhaltlichen und sprachlichen Bezüge zwischen Ovids Werk und Goethes Pflanzenelegie.
2.2.3 Botanische Studien – Goethes Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären: Betrachtung des wissenschaftlichen Aufsatzes als Grundlage des Gedichts und der zeitgenössischen Reaktionen.
2.2.4 Poetische Vermittlung der Pflanzenmetamorphose: Analyse der didaktischen Kommunikation und der Rolle der Sinne bei der Wissensvermittlung innerhalb des Gedichts.
2.3 Wissensvermittlung in Goethes Metamorphose der Tiere: Untersuchung des zweiten Gedichts und dessen Einbettung in Goethes anatomische Studien.
2.3.1 Das Hexametergedicht als Lehrgedicht: Einordnung der Gattung des Hexametergedichts in die Tradition des 18. Jahrhunderts.
2.3.2 Goethe und Lukrez‘ De rerum natura: Analyse der engen inhaltlichen Parallelen zwischen dem antiken Naturepos und Goethes Tiergedicht.
2.3.3 Der osteologische Typus: Erklärung der anatomischen Theorien Goethes (Kompensationsprinzip, Urform) und deren Spiegelung im Tiergedicht.
2.3.4 Poetische Vermittlung der Tiermetamorphose: Analyse der Sprecherinstanz und des Einsatzes der Muse als Vermittlungsmedium im Tiergedicht.
3. Vergleich der „Metamorphosengedichte“: Gegenüberstellung der beiden Gedichte hinsichtlich literarischer Tradition und Vermittlungsmethodik.
3.1 Literarische Tradition: Vergleich der gattungsspezifischen Einordnung von Elegie und Hexametergedicht in der Literatur des 18. Jahrhunderts.
3.2 Vermittlung der wissenschaftlichen Inhalte: Synthese der Erkenntnisse über die didaktischen und sprachlichen Strategien zur Wissensvermittlung in beiden Texten.
4. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse bezüglich der Synthese von Wissenschaft und Dichtung bei Goethe.
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse: Rekapitulation der Hauptargumente zur poetischen Naturlehre.
4.2 Ausblick: Überlegungen zur Anwendung der Untersuchungsmethodik auf weitere Werke wie "Howards Ehrengedächtnis" oder "Die Wahlverwandtschaften".
Goethe, Metamorphose der Pflanzen, Metamorphose der Tiere, Naturforschung, Lehrgedicht, Wissenschaft, Dichtung, Botanik, Anatomie, Wissensvermittlung, Elegie, Hexameter, Ovid, Lukrez, Anschauung
Die Masterarbeit befasst sich mit der Schnittstelle von Naturwissenschaft und Literatur in Goethes zwei zentralen "Metamorphosengedichten". Sie analysiert, wie Goethe wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Botanik und Tieranatomie poetisch aufbereitet.
Zu den Kernbereichen gehören die Geschichte der Lehrdichtung, die Rezeption antiker Vorbilder (insbesondere Ovid und Lukrez) und Goethes eigenes Verständnis von naturwissenschaftlicher Anschauung.
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Goethe die Gedichtform wählte, um komplexe wissenschaftliche Studien zu vermitteln, und wie erfolgreich diese Vermittlung durch poetische und sprachliche Gestaltungsmittel gelingt.
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Vergleich der Gedichte mit Goethes wissenschaftlichen Fachaufsätzen, eine Einordnung in den literarhistorischen Kontext sowie eine detaillierte Untersuchung rhetorischer und poetologischer Mittel kombiniert.
Im Hauptteil werden zunächst die "Metamorphose der Pflanzen" und danach die "Metamorphose der Tiere" separat auf ihre Vermittlungsstrategien hin untersucht. Daran schließt sich ein direkter Vergleich beider Werke an.
Die Arbeit dreht sich maßgeblich um Begriffe wie "Metamorphose", "Anschauung", "Lehrgedicht", "Synthese von Wissenschaft und Dichtung" sowie "anthropologische Wende".
Die Fachaufsätze bilden die wissenschaftliche Grundlage. Die Arbeit zeigt, dass die Gedichte zwar populärwissenschaftlich leichter zugänglich sind, für ein vollständiges Verständnis jedoch oft der Kontext der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Studien erforderlich ist.
Die Muse fungiert als poetisches Vermittlungsmedium. Sie garantiert laut dem Text, dass die Lehre frei von künstlicher Sentimentalität bleibt und unterstützt die Vermittlung eines objektiven Naturverständnisses, das zugleich ästhetisch geformt ist.
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