Diplomarbeit, 2007
199 Seiten, Note: 1,0
I Einleitung
II Theoretische Anlagen
1 Zur gesellschaftlichen Relevanz des Phänomens Fußball
2 Zur Problematik im Fußballumfeld
3 Gesellschaftliche Reaktionen auf die Entwicklungen
3.1 Ordnungspolitische Maßnahmen
3.2 Sozialpädagogische Maßnahmen
4 Aggressionstheoretische Ansätze
4.1 Bedingungsgefüge für Zuschaueraggressionen nach Schulz, H.J. und Weber, R.
4.2 Michael Löffelholz und das Dilemma der Modernisierung
4.3 Die Entwertungsthese von Heitmeyer & Peter
4.4 Leistungsorientierung der Gesellschaft (nach Gunter Pilz)
4.5 Zusammenfassung
5 Konzeptionelle Ansetze und organisationsstrukturelle Faktoren für Fanarbeit
5.1 Rahmenkonzeption für Einrichtung von Fanprojekten (nach Michael Löffelholz u.a.)
5.1.1 Konzepte der Orientierung und Zielsetzungen
5.2 Nationales Konzept für Sport und Sicherheit (NKSS)
5.2.1 Zielsetzung laut NKSS
5.2.2 Finanzierung laut NKSS
5.2.3 Personelle Ausstattung laut NKSS
5.2.4 Materielle Ausstattung laut NKSS
5.2.5 Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS)
5.2.6 Bemerkungen zum NKSS
5.3 Zusammenfassung
6 Zielgruppe
6.1 Zielgruppenbestimmung laut Rahmenkonzeption von Löffelholz u.a. und NKSS
6.2 Zielgruppe der Fanarbeit als heterogenes Gefüge
7 Theoretische Einwürfe zur Arbeit mit Fußballfans
7.1 Aufsuchende Jugendarbeit
7.2 Anregungen zur Arbeit mit Fußballfans
8 Grenzen der Fanarbeit
III Empirische Untersuchung
1 Forschungsinteresse
2 Methodische Grundlagen
2.1 Erhebungsmethode – leitfadengestütztes Experteninterview
2.2 Auswertungsmethode
2.3 Interviewpartner
2.4 Leitfaden – des Experteninterviews
3 Durchführung der Untersuchung
3.1 Briefing, Setting, Drama
3.2 Transkribieren der Aufnahme
4 Darstellung der Ergebnisse
4.1 Ausgangspunkt und Ziele der Fanarbeit
4.2 Methodische Anlagen, Strategien und Praxis
4.2.1 Konzeptionen
4.2.2 Methoden
4.2.3 Arbeitsstrategien
4.2.4 Vernetzung
4.2.5 Wissenschaftlicher Bezug
4.3 Zielgruppen
4.4 Rahmenbedingungen
4.5 Voraussetzungen für eine gelungene Fanarbeit
IV Abschließende Bemerkungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialpädagogischen Interventionen im Fußballumfeld mit dem primären Ziel, die Konzepte und Rahmenbedingungen der Fanarbeit zu ermitteln. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, ob Fanprojekte lediglich zur Gewaltdämmung gegründet wurden oder ob sie weiterführende Zielsetzungen verfolgen, welche Handlungsstrategien existieren und welcher Interventionsraum ihnen zur Verfügung steht.
4.1 Ausgangspunkt und Ziele der Fanarbeit
In dieser Kategorie soll ein Vergleich der empirisch gewonnenen Daten vorgenommen werden, der insbesondere einen Beitrag zu der Klärung der folgenden Fragestellungen leisten soll: Sind die Fanprojekte gegründet worden, um ausschließlich die Gewalt im Fußballumfeld zu dämmen oder verfolgen sie auch weitere Zielsetzungen? Welche Ansprüche haben die Fanprojekte?
Der Grundstein für die Entstehung der Jugendarbeit mit Fußballfans in Bremen ist nach Bremers Ausführungen von Professor Dr. Narciss Göbbel gelegt worden (vgl. Interv. mit Bremer, Z.: 26-37). Herr Dr. Narciss Göbbel fing während seiner Zeitprofessur an der Universität Bremen an, sich mit Fragen des Fußballs aus soziokultureller Sicht zu beschäftigen. Bereits Ende der siebziger Jahre macht er mit Hilfe der Studentengruppe und in Anlehnung an der Subkulturtheorie der CCCS die ersten Begegnungen mit der Fanszene in Form von Feldforschung (teilnehmende Beobachtung und Interviews).
Zeitgleich ist das Referat des Landessportbundes Bremen „Bremer Sport und Jugend“, nicht zuletzt durch die mediale Brisanz auf die Probleme der Fans, aufmerksam geworden (vgl. ebd. Z.: 49-54) und hat daraufhin in der Zeitschrift „Weserkurier“ sozialpädagogische Interventionen gefordert (vgl. Hafke 2006, S. 251).
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die sozialpädagogischen Interventionen im Fußballumfeld ein und stellt die Forschungsfrage nach den Konzepten und Rahmenbedingungen der Fanarbeit.
II Theoretische Anlagen: Dieser Teil beleuchtet die Relevanz des Fußballs, das Problem der Zuschauerausschreitungen, soziologische Erklärungsansätze und die regulatorischen Rahmenkonzeptionen.
III Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert das Forschungsinteresse sowie die methodische Herangehensweise durch leitfadengestützte Experteninterviews und deren Auswertung.
IV Abschließende Bemerkungen: Hier werden die theoretischen und empirischen Erkenntnisse synthetisiert, um die Herausforderungen der Fanarbeit und die Notwendigkeit langfristiger Strategien aufzuzeigen.
Fanarbeit, Fußballfans, Sozialpädagogik, Gewaltprävention, Nationales Konzept Sport und Sicherheit, Rahmenkonzeption, Aufsuchende Jugendarbeit, Fanprojekt, Experteninterview, Fanszene, Hooligans, Ultras, Jugendhilfe, Sportsoziologie, Strukturprobleme.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den sozialpädagogischen Ansätzen und Interventionen in der deutschen Fanarbeit, insbesondere unter Berücksichtigung von deren Zielsetzungen und strukturellen Bedingungen.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Erklärungsmodelle für Fanausschreitungen, die konzeptionellen Vorgaben (Rahmenkonzeption vs. NKSS) und die praktische Ausgestaltung der Fanarbeit durch Experten aus Bremen und Dresden.
Die Arbeit untersucht, ob Fanprojekte primär der Gewaltdämmung dienen oder ob sie umfassendere sozialpädagogische Zielsetzungen verfolgen, und welchen Handlungsraum sie in ihren jeweiligen strukturellen Kontexten haben.
Es werden qualitative Experteninterviews mit Mitarbeitern der Fanprojekte in Bremen und Dresden durchgeführt, die anschließend nach Meuser/Nagel ausgewertet werden.
Der Hauptteil analysiert theoretische aggressionstheoretische Ansätze, vergleicht das NKSS mit früheren Konzeptionen, beleuchtet Methoden wie die aufsuchende Jugendarbeit und stellt die empirischen Ergebnisse zu Zielen, Vernetzung und Finanzierung dar.
Wichtige Schlagworte sind Fanarbeit, Gewaltprävention, Sozialpädagogik, NKSS, Fanprojekte, Fanszene und aufsuchende Jugendarbeit.
Während das Bremer Fanprojekt auf ein wissenschaftlich-forscherisches Interesse der Universität Bremen Ende der 70er Jahre zurückgeht, entstand das Projekt in Dresden als direkte Reaktion auf massive Fanausschreitungen im Jahr 2003.
Das doppelte Mandat ergibt sich für Dresdner aus der Notwendigkeit, sowohl den überregionalen Vorgaben der Auftraggeber (NKSS) gerecht zu werden als auch den regionalen Anforderungen vor Ort durch die spezifischen Gegebenheiten in Dresden.
Kurzfristige Finanzierungen wirken demotivierend auf das Personal und verhindern den für beziehungsorientierte Arbeit notwendigen Zeitaufwand, um Vertrauen in der Fanszene aufzubauen und langfristig wirksame Präventionsarbeit zu leisten.
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