Diplomarbeit, 2008
94 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Markteintritts- und Exportstrategien – Grundgedanken
3. Kulturelle, soziale und ökonomische Besonderheiten in Japan
3.1 Keiretsu
3.2 Sprachbarrieren
3.3 Deregulierung
3.4 Wohlfahrtssystem
a) Altersversorgung
b) Arbeitsversicherung
c) Kranken- und Pflegeversicherung
3.5 Kultur
a) Rolle der Familie
b) Einstellung zur Arbeit / zum Arbeitgeber (allgemein)
c) Ethische Weltanschauung und Religion
d) Bildung und Erziehung
e) Die Rolle der Frau in der Gesellschaft
3.6 Geschäftsbeziehungen
3.7 Beziehungen zu Politik und Verwaltung
3.8 Der hohe Anspruch von Markt und Verbraucher in Japan
4. Probleme ausländischer Firmen
4.1 Informationsgewinnung
4.2 Staatliche Rahmenbedingungen und Fördermaßnahmen zur Gründung
a) MITI
b) Prinzipien der Sozialpolitik
c) Das politische System
4.3 Arbeitsmarktlage
5. Personalpolitik in Japan
5.1 Staatliche Rahmenbedingungen der Personalpolitik
5.2 Traditionelle Strukturen
5.2.1 Die Identifikation des Arbeitnehmers mit seinem Betrieb
5.2.2 Die Grundprinzipien des japanischen Managements
a) Das Prinzip der lebenslangen Beschäftigung
b) Das Senioritätsprinzip
c) Die duale Struktur des Beschäftigungssystems
d) Betriebsgewerkschaften
5.3 Arbeitszeit und Jahresurlaub
5.4 Die Rolle der Frau im japanischen Beschäftigungssystem
5.5 Arbeitsplatzgestaltung
5.6 Wandel der traditionellen Strukturen
5.6.1 Veränderung der Arbeitsmoral
5.6.2 Veränderte Einstellung zu Grundprinzipien
5.6.3 Die aktuelle Diskussion zur Arbeitszeit
5.6.4 Neue Chancen für Arbeitnehmerinnen
5.7 Recruitment
5.8 Firmenimage
5.9 Problematik der Personalauswahl
5.10 Personalentwicklung in japanischen Unternehmen
5.11 Anreizsysteme japanischer Unternehmen
5.12 Personalanpassung in Krisensituationen
6. Gründung des Unternehmens vor dem Hintergrund der Besonderheiten Japans – ein Fallbeispiel
7. Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, ausländischen Unternehmen, die eine Expansion auf den japanischen Markt anstreben, ein fundiertes Verständnis für die dortigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu vermitteln. Die Arbeit untersucht, mit welchen spezifischen Herausforderungen, insbesondere im Bereich des Personalmanagements, Unternehmer rechnen müssen und wie sie ihre Strategien an die japanischen Gegebenheiten anpassen können.
3.1 Keiretsu
Die japanische Wirtschaft wird gezeichnet durch netzwerkartige Verflechtungen, die eine historische Tradition besitzen und heute in Form von Keiretsu - Unternehmensgruppen anzutreffen sind. Diese industriellen Konglomerate sind nach horizontalen und vertikalen Keiretsu zu unterscheiden und in nahezu allen Wirtschaftssektoren Japans zu finden. Eine Arbeitsteilung im Sinne der Keiretsu ist auch in Deutschland nicht unüblich, jedoch nennt man sie anders. Keiretsu in Japan werden ebenso sehr hart umstritten, wie auch bewundert. Je nach eigenem Standpunkt verbindet man mit den Keiretsu entweder Begriffe aus den Bereichen Marktbeherrschung und nicht-tarifäre Marktzugangshemmnisse oder Sicherheit und Stabilität.
Will man die japanischen Verbundgruppen definieren, so stellt sich schon anfangs die Frage nach der korrekten Bezeichnung für diese Unternehmensgruppen, die den Inhalt solch einer Gruppe seiner individuellen Bedeutung entsprechend am besten wiedergibt. In der Fachliteratur finden sich die unterschiedlichsten Bezeichnungen für die Unternehmensgruppen: Mischkonzerne, Unternehmensverbände, Konsortien, Horizontal- und Vertikalgruppen, Produktions- und Distributionsverbände. Auch im Japanischen finden sich diverse, wenn auch vage Begriffe, wie Kigyō Keiretsu, Kigyō Shūdan, Shihon Keiretsu, etc. Zwar bildet sich mit solchen Bezeichnungen genug Spielraum für unterschiedliche Interpretationen heraus, den man zum Vergleich von Aufbau, Zusammenhalt und Erscheinungsbild einzelner Gruppen auch benötigt, jedoch sollte man sich auf einen Terminus einigen können. So kann man eindeutig zunächst den Bereich einzugrenzen, mit dem man sich überhaupt eingehender befassen will. Nach meiner Meinung eignet sich dazu noch am ehesten der Begriff „Wirtschaftliche Verbundgruppe“, der seinen Ursprung in der deutschen Betriebswirtschaftslehre hat.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen für ausländische Unternehmer beim Markteintritt in Japan und betont die Notwendigkeit, das Marktbild sowie kulturelle Besonderheiten objektiv zu analysieren.
2. Markteintritts- und Exportstrategien – Grundgedanken: Dieses Kapitel erörtert die historische Rezession Japans und die Bedeutung von Deregulierungsmaßnahmen für den Marktzugang sowie die evolutionären Phasen eines internationalen Markteintritts.
3. Kulturelle, soziale und ökonomische Besonderheiten in Japan: Hier werden die komplizierten gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen Japans analysiert, die sich von westlichen Modellen unterscheiden und maßgeblich den geschäftlichen Erfolg beeinflussen.
4. Probleme ausländischer Firmen: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Hürden für ausländische Unternehmen, insbesondere bei der Informationsgewinnung und der Interaktion mit staatlichen Rahmenbedingungen.
5. Personalpolitik in Japan: Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt auf der detaillierten Beschreibung des japanischen Personalwesens, seiner traditionellen Strukturen und der Transformation durch den aktuellen Wertewandel.
6. Gründung des Unternehmens vor dem Hintergrund der Besonderheiten Japans – ein Fallbeispiel: Am Beispiel der Firma Bosch wird der praktische Markteintritt und der Rekrutierungsprozess in Japan verdeutlicht.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die zentrale Erkenntnis zusammen, dass Japan zwar einen Wertewandel durchläuft, traditionelle Strukturen aber weiterhin eine prägende Kraft bleiben.
Japan, Markteintritt, Personalpolitik, Unternehmenskultur, Keiretsu, Beschäftigungssystem, Senioritätsprinzip, Lebenslange Beschäftigung, Deregulierung, Unternehmensgründung, Personalrekrutierung, Wertewandel, Arbeitsmoral, Führungskräfte, Unternehmensimage
Die Arbeit befasst sich mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich ausländische Unternehmen bei einem Markteintritt in Japan gegenübersehen.
Die zentralen Themen umfassen die Besonderheiten des japanischen Wirtschaftssystems (wie Keiretsu), die traditionelle Personalpolitik, den kulturellen Einfluss auf die Arbeitswelt und die Rekrutierung von Personal.
Das Ziel ist es, ausländischen Unternehmen Einsichten in die japanischen Marktstrukturen zu geben, um Expansionspläne erfolgreich zu planen und umzusetzen.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, ergänzt durch persönliche Praxiserfahrungen während eines einjährigen Praktikums in Japan.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Markteintrittsstrategien, kulturellen Hintergründen, den Problemen ausländischer Firmen sowie eine tiefgreifende Untersuchung der japanischen Personalpolitik und Unternehmenskultur.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Japan, Unternehmenskultur, Keiretsu, Personalpolitik, Senioritätsprinzip und die Transformation der japanischen Arbeitswelt.
Die jüngere Generation, oft als "neue Menschheit" bezeichnet, legt zunehmend mehr Wert auf Individualität und Selbstverwirklichung und stellt die traditionellen Werte wie absolute Loyalität und Unterordnung infrage.
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