Diplomarbeit, 2007
99 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1 Begriffserklärung
1.2 Methode und Gliederung
2. Die Fakten
2.1 Geschichte und Kultur Weißrusslands
2.1.1 Kultur
2.2 Die fehlgeschlagene Transition
2.2.1 Zwischen Unabhängigkeit und Lukaschenko
2.2.2 Die Präsidentschaftswahl
2.3. Innenpolitik
2.3.1 Die ersten politischen Umwälzungen
2.3.2 Das Referendum und die Parlamentswahl 1995
2.3.3 1995 bis 1996
2.3.4 Das Referendum 1996 und seine Konsequenzen
2.4 Wirtschaft
2.5 Außenpolitik
2.5.1 Russland
2.5.2 Polen
2.6 Parteien
2.7 Kirche
2.8 Vergleich mit anderen Sowjetrepubliken
3. Die Interpretation
3.1 Alexander Lukaschenko
3.2 Die Suche nach den Gründen
3.2.1 Die fehlgeschlagene Transition
3.2.2 Die Wahl von Alexander Lukaschenko
3.2.3 Wie er seine Macht ausbaute
3.3 Die Verfolgung der Opposition
3.4 Personen
3.4.1 Watscheslaw Kebitsch
3.4.2 Stanislaus Schuschkewitsch
4. Zusammenfassung und Ausblick
4.1 Zusammenfassung
4.1.1 Transitionsphase
4.1.2 Die Wahl Lukaschenkos
4.1.3 Der Ausbau der Macht
4.2 Die Entwicklung Weißrusslands seit 1997
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische System Weißrusslands nach dem Zerfall der Sowjetunion und analysiert die Ursachen für das Scheitern der demokratischen Transition sowie den schrittweisen Aufbau eines autoritären Herrschaftssystems unter Staatspräsident Alexander Lukaschenko.
3.2.2 Die Wahl von Alexander Lukaschenko
Hiermit komme ich jetzt zur Wahl Lukaschenkos 1994, die man sicherlich als frei und nicht manipuliert bezeichnen kann, die dem Willen der Bevölkerung entspricht und die den Weg Weißrusslands wie kaum ein anderes Ereignis in der jüngeren Geschichte dieses Landes beeinflusste.
Der Hauptgrund für den in Weißrussland herrschenden Totalitarismus liegt in der Person Alexander Lukaschenko, der die Strukturen dafür herstellte und sich einen Präsidialapparat aufbaute, der das Land als einzige Institution führt.
Seine Wahl im Jahr 1994 war zum damaligen Zeitpunkt eine große Überraschung, gerade im westlichen Ausland. Im Vorfeld war Kebitsch der Favorit auf das Amt des ersten frei gewählten Staatspräsidenten, da er nicht nur über die Infrastruktur durch die Partei verfügte, sondern auch die Skepsis der Bevölkerung gegenüber der Unabhängigkeit des Landes und möglicher Reformen teilte. Für das weißrussische Volk war die Zeit zwischen 1991 und 1994 schwierig, weil durch die Eigenständigkeit die wirtschaftliche Situation angespannt war und man die dadurch die Vorteile nicht bemerken konnte.
Aber auch Lukaschenko hatte ein Programm, das die Wähler ansprach. Er propagierte seine Enthaltung bei der Abstimmung zur Auflösung der Sowjetunion und zeigte somit seine prokommunistische Haltung. Als Vorsitzender des Anti-Korruptions-Ausschusses stand er für eine „saubere“ Politik (zumindest vor der Wahl) und hatte eine Position inne, die für die Bevölkerung vertrauenserweckend war. So konnte er auch für die wirtschaftlichen Missstände die regierenden Politiker verantwortlich machen, und damit Kebitsch entscheidend schwächen.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die post-sowjetische Transformationsphase in Osteuropa und führt in die spezifische Problematik Weißrusslands ein, das unter Alexander Lukaschenko einen autoritären Weg einschlug.
2. Die Fakten: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die historische Entwicklung, die Transitionsphase nach 1991, die politische Landschaft sowie die sozioökonomischen Rahmenbedingungen des Landes bis zum Jahr 1997.
3. Die Interpretation: Hier wird der Prozess der Machtergreifung und -ausbau durch Lukaschenko analysiert, wobei insbesondere sein politischer Werdegang und die strategische Unterdrückung staatlicher Institutionen untersucht werden.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über den Übergang zum autoritären Regime zusammen und beleuchtet die politische Entwicklung Weißrusslands in den Jahren nach 1997.
Weißrussland, Alexander Lukaschenko, Diktatur, Transition, Sowjetunion, Parlament, Transformation, Autoritarismus, Korruptionsbekämpfung, Wahlen, Referendum, Russland, Unabhängigkeit, Machtausbau, Opposition.
Die Arbeit analysiert die politische Entwicklung Weißrusslands nach der Auflösung der Sowjetunion mit besonderem Fokus auf den Machtaufstieg von Alexander Lukaschenko und die Etablierung eines autoritären Systems.
Zentrale Themen sind die historische Prägung des Landes, die schwierige Transitionsphase zwischen 1991 und 1994, die Rolle der Institutionen und der Einfluss der russisch-weißrussischen Beziehungen auf die interne Politik.
Das Hauptziel ist es zu erklären, warum Weißrussland im Gegensatz zu anderen europäischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion den Weg in die Demokratie verfehlte und stattdessen eine autokratische Regierungsform entwickelte.
Die Arbeit basiert primär auf der Recherche und Auswertung von Sekundärliteratur zu den Transformationsprozessen in postkommunistischen Ländern, kombiniert mit einer historischen und systemanalytischen Betrachtung des weißrussischen Falls.
Der Hauptteil gliedert sich in eine faktenbasierte Darstellung der Ereignisse bis 1997 (einschließlich Wirtschaft, Außenpolitik und Parteien) und einen interpretativen Teil, der die Gründe für den Erfolg Lukaschenkos bei der Präsidentschaftswahl 1994 und den späteren Machtausbau erörtert.
Typische Schlüsselbegriffe sind Weißrussland, Lukaschenko, Autoritarismus, Transformation, Korruptions-Ausschuss, Machtapparat und die fehlende nationale Identität nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.
Laut der Analyse führten die fehlende Erfahrung mit Eigenständigkeit, die Angst vor wirtschaftlicher Unsicherheit und das Fehlen einer starken demokratischen Alternative dazu, dass die Bevölkerung einer charismatischen Führungspersönlichkeit den Vorzug gab, die Stabilität und Annäherung an Russland versprach.
Lukaschenko nutzte seine hohe demokratische Legitimation nach der Wahl 1994, um durch Referenden (insbesondere 1995 und 1996) sukzessive die Verfassung zu ändern, das Parlament zu schwächen und schließlich die Kontrolle über alle Machtinstrumente wie Medien, Justiz und das Militär zu erlangen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

