Diplomarbeit, 1994
141 Seiten, Note: 1,0
1. Problemstellung
2. Grundlegende Abgrenzungen
2.1. Einführung
2.2. Standort der Wirtschaftswissenschaften
2.3. Zur Definition der Ökonomik
2.4. Ökonomik als normative oder positive Theorie
2.5. Geschichte der Ökonomik
2.6. Zusammenfassung
3. Ökonomik und Menschenbild
3.1. Einführung
3.2. Der Homo oeconomicus in der Ökonomik
3.2.1. Das individuelle Verhaltensmodell der Ökonomik
3.2.2. Anwendungen des ökonomischen Verhaltensmodells
3.2.2.1. Einführung
3.2.2.2. Der Mensch der Mikroökonomik
3.2.2.3. Der Mensch der Makroökonomik
3.2.2.4. Zusammenfassung
3.2.3. Der Mensch in der Ökonomik
3.2.3.1. Einführung
3.2.3.2. Individuum
3.2.3.3. Komplexität und Abstraktion
3.2.3.4. Realitätsnähe
3.2.3.5. Eigenschaften
3.2.3.6. Interdisziplinarität
3.2.3.7. Der Homo oeconomicus als Erkenntnisobjekt
3.2.3.8. Zusammenfassung
3.2.4. Homo oeconomicus in der Diskussion
3.2.4.1. Einführung
3.2.4.2. Rationalität
3.2.4.3. Maximierung
3.2.4.4. Informationen
3.2.4.5. Restriktionen
3.2.4.6. Präferenzstruktur
3.2.4.7. Konstanz der Präferenzstruktur
3.2.4.8. Eigennutz oder Altruismus
3.2.4.9. Nutzen und Nutzenfunktion
3.2.4.10. Zielgerichtetes Verhalten
3.2.4.11. Zusammenfassung
3.2.5. Entwicklungen in der modernen Ökonomik
3.2.6. Grenzen des ökonomischen Verhaltensmodells?
3.3. Zusammenfassung
4. Motivation und Emotion
4.1. Motivation und menschliches Verhalten
4.1.1. Einführung
4.1.2. Begriffliche Abgrenzungen
4.1.3. Klassifikation der Motive
4.1.4. Charakterisierung der Motivation
4.2. Gefühle und Emotionen
4.2.1. Einführung
4.2.2. Begriffliche Abgrenzungen
4.2.3. Etymologische Herkunft und Verwendung der Begriffe
4.2.4. Emotionen - verschiedene Definitionsversuche
4.2.5. Klassifikationsversuche
4.2.6. Konzeptionsansätze zur Untersuchung von Emotionen
4.2.6.1. Grundlagen
4.2.6.2. Psychoanalytische Konzeption
4.2.6.3. Ein dimensionaler Ansatz
4.2.6.4. Kognitive Theorien
4.2.6.5. Emotionen als Derivate biologischer Prozesse
4.2.6.6. Differentielle Emotionstheorie
4.2.6.7. Emotionen als Motivationstyp
4.2.7. Schlußfolgerungen
4.3. Zusammenfassung
5. Emotionsgesteuertes Verhalten im ökonomischen Verhaltensmodell
5.1. Einführung
5.2. "A social exchange approach to voluntary cooperation", Heinz Holländer
5.3. "Die Strategie der Emotionen", Robert H. Frank
5.4. Zusammenfassung
6. Emotionen im Modell des eigennutzorientierten Handelns
6.1. Einführung
6.2. Grundannahmen
6.3. Emotionen im Modell
6.3.1. Liebe als Emotion
6.3.2. Situationsbeschreibung
6.4. Erläuterungen zur Situation
6.5. Zusammenfassung
7. Schlußbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit des Modells des Homo oeconomicus mit menschlichen Gefühlen und Emotionen, insbesondere am Beispiel der Liebe. Ziel ist es, die Universalität des ökonomischen Ansatzes zur Erklärung menschlichen Verhaltens zu hinterfragen und Wege aufzuzeigen, wie nicht-rational scheinende, emotional gesteuerte Verhaltensweisen in das ökonomische Modell integriert werden können.
3.2.1. Das individuelle Verhaltensmodell der Ökonomik
Im Mittelpunkt einer ökonomischen Theorie muß das als in bestimmten Entscheidungssituationen stehende Individuum und sein Verhalten betrachtet werden. Die Entscheidungssituation wird in der modernen Ökonomik u.a. durch Ziele, Präferenzen und durch Restriktionen des Handlungsspielraumes beschrieben.
Die komplexen, durch die Entscheidungssituationselemente vollständig beschriebenen Handlungssituationen ermöglichen die Prognose von menschlichen Verhalten. Die konsistenten Präferenzen stellen die geordneten Wertvorstellungen hinsichtlich eines Zielsystems dar, anhand derer das Individuum die ihm bekannten Möglichkeiten innerhalb des Handlungsspielraumes bewertet, d.h. Vor- und Nachteile/Kosten und Nutzen werden gegeneinander abgewogen, und entsprechend der Maximierung seiner Nutzenfunktion Alternativen wählt, die den Präferenzen am ehesten entsprechen. Menschenliches Verhalten wird somit in diesem Modell als rationale Auswahl aus dem dem Individuum zur Verfügung stehenden Alternativen interpretiert. Damit ist der Homo oeconomicus, der economic man, beschrieben als ausschließlich von wirtschaftlichen Zweckmäßigkeitserwägungen geleiteter Mensch - unterstellt wird Nutzenmaximierung unter situationsspezifischen Nebenbedingungen.
1. Problemstellung: Es wird die Kritik am Homo oeconomicus beleuchtet, dem oft eine soziale Dimension fehlt, und die Forschungsfrage nach der Integrationsmöglichkeit emotional gesteuerten Verhaltens aufgeworfen.
2. Grundlegende Abgrenzungen: Dieses Kapitel definiert den Standort der Ökonomik innerhalb der Wissenschaften und erörtert die Notwendigkeit sowie die Definition eines Menschenbildes für die ökonomische Theorie.
3. Ökonomik und Menschenbild: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Modell des Homo oeconomicus, seinen Eigenschaften, den verschiedenen Interpretationen in Mikro- und Makroökonomik sowie der Kritik an Rationalitätsannahmen.
4. Motivation und Emotion: Das Kapitel liefert psychologische Grundlagen zu Motivation und Emotion, um diese für eine mögliche ökonomische Betrachtung nutzbar zu machen.
5. Emotionsgesteuertes Verhalten im ökonomischen Verhaltensmodell: Es werden Ansätze von Heinz Holländer und Robert H. Frank vorgestellt, die versuchen, Emotionen in ein ökonomisches Modell zu integrieren.
6. Emotionen im Modell des eigennutzorientierten Handelns: Anhand des Beispiels der Liebe wird konkret untersucht, wie ein emotional gesteuertes Verhalten in das Modell des Homo oeconomicus eingebunden werden kann.
7. Schlußbetrachtungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Erweiterung des Menschenbildes um eine soziale und emotionale Komponente möglich ist, ohne das Grundgerüst der ökonomischen Analyse aufzugeben.
Homo oeconomicus, Ökonomik, Verhaltensmodell, Rationalität, Nutzenmaximierung, Emotionen, Motivation, Eigennutz, Altruismus, Menschenbild, soziale Dimension, Entscheidungssituation, Präferenzen, Liebe, Verhaltenswissenschaften.
Die Arbeit untersucht, ob das traditionelle ökonomische Menschenbild des "Homo oeconomicus" in der Lage ist, menschliches Verhalten, das durch Gefühle und Emotionen gesteuert wird, adäquat zu erklären.
Die Arbeit verknüpft ökonomische Theorien mit psychologischen Erkenntnissen über Motivation und Emotion, um zu prüfen, wie soziale und emotionale Aspekte in ökonomische Modelle integriert werden können.
Das Ziel ist es, die Universalität des ökonomischen Ansatzes zu hinterfragen und nachzuweisen, dass auch emotionales Handeln, wie etwa die Liebe, unter bestimmten Bedingungen mit den Grundannahmen ökonomischer Modelle vereinbar ist.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden Modellen der Ökonomik und Psychologie basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodologische Fundierung des ökonomischen Menschenbildes, psychologische Grundlagen zu Motivation und Emotion sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf spezifische Modelle, etwa bei Robert H. Frank.
Traditionell wird er als vollständig informierter, egoistischer und rational kalkulierender Akteur definiert, der nach der Maximierung seines eigenen Nutzens strebt.
Die Liebe dient als klassisches Beispiel für ein "irrational" wirkendes, emotionales Verhalten, um zu zeigen, dass auch solche Prozesse durch eine erweiterte ökonomische Nutzenfunktion abgebildet werden können.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Homo oeconomicus nicht zwangsläufig emotionslos sein muss; durch eine flexiblere Auslegung des Modells lassen sich auch komplexe menschliche Verhaltensweisen integrieren.
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