Bachelorarbeit, 2017
72 Seiten, Note: 2,6
1 Einleitung
2 Begrifflichkeiten und Notwendigkeit
2.1 Definitionsversuch und Einordnung des Begriffs „Hochstrittigkeit“
2.2 Aktualität und Notwendigkeit der Erforschung von „Hochstrittigkeit“
3 Theoretische Grundlagen
3.1 Psychische Veränderungen und Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz
3.1.1 Umstrukturierungen im Denken und Entscheiden
3.1.2 Veränderungen der Emotionen und Verhaltensmuster
3.1.3 Die Reorganisation der sozialen Beziehungen
3.1.4 Die Bedeutung von Schule und Leistung für Jugendliche
3.2 Stress- und bewältigungstheoretische Grundkonzepte
3.2.1 Die Transaktionale Stress- und Bewältigungstheorie
3.2.2 Resilienz und Vulnerabilität als Einflussfaktoren in Entwicklungsaufgaben
3.3 Diagnostische Verfahren im Hinblick auf Hochstrittigkeit
4 Methodik
4.1 Literaturrecherche
4.2 Resultierende Forschungsfragen und Themeneingrenzung
5 Ergebnisse
5.1 Ergebnisse zu Auswirkungen auf das Verhalten und die soziale Entwicklung von Jugendlichen infolge von Triangulation in elterliche hochstrittige Konflikte
5.2 Ergebnisse zu Auswirkungen auf das Verhalten und die soziale Entwicklung von Jugendlichen aufgrund des veränderten Eltern bzw. Erziehungsverhaltens der hochkonflikthaften Eltern
5.3 Ergebnisse zu Auswirkungen auf schulische Leistungen von Jugendlichen infolge von HC
6 Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse
6.2 Einschränkungen der vorliegenden Arbeit
6.3 Ausblick und Implikationen für die weitere Forschung und Praxis
Die Bachelorarbeit zielt darauf ab, einen aktuellen Überblick über die zentralen Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen hochstrittigen elterlichen Konflikten und deren Auswirkungen auf den Entwicklungsverlauf von Kindern und Jugendlichen in der Adoleszenz zu geben. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die elterliche Hochstrittigkeit auf das Problemverhalten, die soziale Entwicklung sowie die schulischen Leistungen der Jugendlichen auswirkt.
1 Einleitung
Wenn sich Eltern voneinander trennen oder scheiden lassen, ist das für jedes Kind erstmal ein Einschnitt in seinem Leben. Die meisten von ihnen brauchen ungefähr zwei Jahre, um mit dieser neuen, besonderen Situation psychisch zurecht zu kommen (Bröning, 2013; Retz, 2015). Jedoch gibt es einen kleinen Teil von Eltern, die ihre Streitigkeiten nicht beilegen können und ihren Konflikt immer weiter nähren. „Normale“ Trennungs- bzw. Scheidungspaare fechten vornehmlich Wortkonflikte miteinander aus und bewegen sich auf der Stufe des Konflikthandelns, indem sie dem Ex-Partner Einschränkungen setzen, ihn bei Dritten negativ darstellen und eine behördlich-formelle Externalisierung vornehmen.
Bei hochkonflikthaften Paaren eskaliert der Konflikt jedoch extrem, indem sie sich gegenseitig oder auch Dritte bedrohen und erpressen, gewalttätig gegenüber dem anderen werden, sich juristisch bekämpfen und vor allem ihre Kinder belasten, sowohl in Abwesenheit des Konfliktpartners wie auch in Anwesenheit beider Konfliktpartner (Dettenborn, Walter, 2016). Die Kinder werden instrumentalisiert für die eigenen Zwecke der Eltern. Wenn sich die betroffenen Kinder zudem in einem sensiblen Altersbereich befinden, kann es zu erheblichen Einbußen in der Entwicklung kommen (Walper, Fichtner, Normann, 2013).
Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Hochstrittigkeit bzw. High-Conflicts (HC) auf die Entwicklung von Jugendlichen in der Adoleszenz. Ein kurzer Abriss über die Entstehung dieses Forschungsfeldes und die Notwendigkeit der Beschäftigung mit HC wird den nachfolgenden Ausführungen vorangestellt. Da die Adoleszenz eine besondere Zeit ist, die geprägt wird von wichtigen Entwicklungsaufgaben und Neuerungen, werden einige von ihnen näher erläutert. Hierzu zählen Veränderungen im Verhalten und Empfinden, sowie im sozialen und kognitiven Bereich.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der hochstrittigen Elternschaft (HC) dar und definiert das Ziel der Arbeit, deren Auswirkungen auf Jugendliche in der Adoleszenz systematisch zu beleuchten.
2 Begrifflichkeiten und Notwendigkeit: Dieses Kapitel definiert Hochstrittigkeit im Kontext von Trennung und Scheidung und erläutert, warum die Erforschung dieses Phänomens gesellschaftlich hochrelevant ist.
3 Theoretische Grundlagen: Hier werden die entwicklungsspezifischen Herausforderungen der Adoleszenz sowie stress- und bewältigungstheoretische Konzepte vorgestellt, die das Verständnis für die Belastungen durch HC bilden.
4 Methodik: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien der systematischen Literaturrecherche und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse aus 17 ausgewählten Primärstudien werden hier strukturiert nach den Auswirkungen auf Verhalten, soziale Entwicklung und schulische Leistungen präsentiert.
6 Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer Interpretation der Befunde, der Reflexion von methodischen Einschränkungen und einem Ausblick auf zukünftige Forschung und praktische Implikationen.
Hochstrittigkeit, Adoleszenz, Trennungskonflikte, Triangulation, Entwicklungsaufgaben, psychische Gesundheit, Erziehungsverhalten, Coping, Resilienz, Scheidungsforschung, Verhaltensauffälligkeiten, Schulleistungen, systematisches Review, Eltern-Kind-Beziehung, Jugendalter.
Die Arbeit untersucht, wie hochstrittige Konflikte zwischen Eltern die Entwicklung von Jugendlichen in der Adoleszenz beeinflussen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Auswirkungen elterlicher Hochstrittigkeit (HC) auf das Verhalten, die soziale Entwicklung und die schulischen Leistungen von Jugendlichen.
Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben, wie HC-Eltern die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz beeinträchtigen.
Die Autorin hat ein systematisches Review aktueller empirischer Forschungsstudien (insgesamt 17 Primärstudien aus dem Zeitraum 2007-2017) durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Entwicklungsaufgaben der Adoleszenz), eine methodische Herleitung und eine systematische Darstellung der Studienergebnisse.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Hochstrittigkeit, Adoleszenz, Triangulation, psychische Gesundheit, Bewältigungsstrategien (Coping) und Eltern-Kind-Beziehung.
Die Adoleszenz ist eine Übergangsphase mit bedeutenden physischen, psychischen und sozialen Umstrukturierungen, in denen der Jugendliche wichtige Entwicklungsaufgaben bewältigen muss, die durch elterliche Konflikte massiv bedroht werden können.
Triangulation beschreibt das Einbinden des Kindes in den elterlichen Konflikt, was das Kind in schädliche Loyalitätskonflikte bringt und dessen psychische Stabilität gefährdet.
Ja, laut den ausgewerteten Studien neigen Jungen in hochstrittigen Kontexten eher zu externalisierendem (aggressiven) Problemverhalten, während bei Mädchen häufiger internalisierende Probleme wie Depressionen beobachtet werden.
Es wird eine stärkere Vernetzung zwischen Psychologen, Richtern und Jugendamtsmitarbeitern sowie die Schaffung von spezialisierten Beratungsstellen für hochstrittige Familien gefordert.
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