Bachelorarbeit, 2021
72 Seiten
1 Einleitung
2 Leistungsgerechte Bewertung und Benotung im Sportunterricht
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Leistung
2.1.2 Gerechtigkeit
2.1.3 Bewerten
2.1.4 Benotung
2.2 Funktionen von Noten
2.3 Anforderung durch den Lehrplan Niedersachsens
2.4 Zusammensetzung der Note im Sportunterricht
2.5 Besonderheiten von Bewertung und Benotung im Sportunterricht
3 Alternative Leistungsbewertung im Sportunterricht
3.1 Formative Leistungsbeurteilung
3.2 Spezielle Chancen für den Sportunterricht
4 Empirische Forschung
4.1 Methodische Grundlegungen
4.1.1 Qualitative Sozialforschung
4.1.2 Forschungsstil Grounded Theory
4.1.3 Datenerhebungsmethode
4.1.4 Datenauswertungsmethode
4.2 Forschungsablauf
4.2.1 Forschungsdesign
4.2.2 Hypothesen
4.2.3 Leitfadenentwicklung
4.2.4 Stichprobenbeschreibung
4.2.5 Interviewdurchführung und Transkription
4.2.6 Datenauswertung
4.3 Ergebnisdarstellung
5 Diskussion der Ergebnisse
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, wie leistungsgerecht die Bewertung von SchülerInnen im Sportunterricht unter den aktuellen Rahmenbedingungen an niedersächsischen Schulen gestaltet ist. Das primäre Ziel ist die Identifikation von Diskrepanzen zwischen theoretischen Anforderungen an eine gerechte Notengebung und der praktischen Umsetzung im Schulalltag, um daraus Lösungsansätze abzuleiten.
2.1.2 Gerechtigkeit
Im Kontext der Thematik von leistungsgerechter Bewertung im Sportunterricht erfolgt eine Definition von „Gerechtigkeit“. Unter Gerechtigkeit verstehen wir im Allgemeinen, wenn etwas als gerecht angesehen werden kann (Dudenredaktion, o.D.). Diese allgemeine Empfindung von Gerechtigkeit verknüpft sich mit entsprechenden Wertmaßstäben, welche stets begründet und gerechtfertigt sein sollen (ebd.).
Betrachten wir Gerechtigkeit im Kontext von Sportunterricht und sportlichen Leistungen, so begegnen uns häufig Synonyme wie „Fairness“ und „Objektivität“. Objektivität stellt darüber hinaus eines der drei klassischen Gütekriterien der Wissenschaft dar (Keller, 2008), was die Gewichtung dieser Begrifflichkeit im Rahmen einer leistungsgerechten Bewertung im Sportunterricht abermals hervorhebt. Dabei ist jedoch anzumerken, dass die Gütekriterien stets den entsprechenden Methoden, in diesem Fall einer leistungsgerechten Bewertung von SchülerInnen im Sportunterricht, angemessen und an diese adaptiert sein müssen (Mayring, 2016).
Weiter lässt sich Objektivität in die Kategorien „Durchführungsobjektivität“, „Auswertungsobjektivität“ und „Interpretationsobjektivität“ einteilen. Durchführungsobjektivität beschreibt, dass die zu bewertenden Ergebnisse unabhängig von der bewertenden Lehrkraft sind. Um dies in hohem Maße erreichen zu können, sind strikte schematische Vorgehensweisen in der Vorbereitung und Durchführung bei Ermittlungen von Leistungsständen notwendig (Döring & Bortz, 2015). Unter Auswertungsobjektivität versteht sich, dass Ergebnisse und auswertende Lehrkraft unabhängig voneinander sind. Bei Leistungen, welche in einem offenen Format erbracht werden, wie es im praktischen Sportunterricht der Fall ist, ist die Gewährleistung der Auswertungsobjektivität meist deutlich erschwert. Daher ist es erforderlich, detaillierte Auswertungsprinzipien und -prozesse sicherzustellen (Moosbrugger & Kelava, 2020).
Die Interpretationsobjektivität stellt die Unabhängigkeit der Ergebnisinterpretation von der Lehrkraft dar, welche diese Interpretation vornimmt. Zur Erreichung dieser bedarf es nach Moosbrugger & Kevala (2020) umfangreicher Angaben über gemessene Ergebnisse, welche es den Lehrkräften ermöglichen, diese mit relevanten Bezugsgruppen, sprich den MitschülerInnen, zu vergleichen (Döring & Bortz, 2015).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Notengebung im Sportunterricht und leitet die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Arbeit her.
2 Leistungsgerechte Bewertung und Benotung im Sportunterricht: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, erläutert die Funktionen von Noten und analysiert die Anforderungen des Lehrplans sowie die Besonderheiten der Leistungsbewertung im Sport.
3 Alternative Leistungsbewertung im Sportunterricht: Der Abschnitt diskutiert die formative Leistungsbeurteilung und ihr Potenzial für eine lernendenzentrierte Bewertung im Schulsport.
4 Empirische Forschung: Dieses Kapitel legt die methodische Basis (qualitative Sozialforschung, Grounded Theory) und beschreibt den Ablauf der Experteninterviews mit Lehrkräften.
5 Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die gewonnenen Interviewergebnisse kritisch analysiert und mit der theoretischen Literatur sowie den aufgestellten Hypothesen in Bezug gesetzt.
6 Fazit: Das Fazit resümiert die Komplexität der leistungsgerechten Bewertung und formuliert praxisnahe Empfehlungen für eine konstruktivere Gestaltung der Unterrichtspraxis.
Leistungsgerechte Bewertung, Sportunterricht, Benotung, formative Leistungsbeurteilung, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Schulsport, Notengebung, Schüler-Lehrer-Beziehung, Objektivität, pädagogische Kompetenz, Schulleistungsbewertung, Heterogenität.
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, sportliche Leistungen von Schülern in niedersächsischen Schulen leistungsgerecht und transparent zu bewerten und zu benoten.
Zentrale Themen sind der Unterschied zwischen Bewerten und Benoten, die Rolle von Noten im Sportunterricht, formative vs. summative Beurteilungsansätze und der Einfluss struktureller Faktoren auf die Lehrerarbeit.
Die Arbeit untersucht: "Wie leistungsgerecht gestaltet sich die Bewertung von SchülerInnen im Sportunterricht im Kontext der Notengebung an niedersächsischen Schulen?"
Die Autorin wählte eine qualitative Interviewstudie im Paradigma der Grounded Theory, wobei zwei leitfadengestützte Experteninterviews mit erfahrenen Sportlehrkräften geführt und nach Mayring inhaltsanalytisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Begriffe und rechtlichen Anforderungen sowie einen empirischen Teil, der die tatsächliche Praxis der Notenfindung und Bewertungssituationen durch die befragten Lehrkräfte darstellt.
Typische Schlüsselbegriffe sind Leistungsgerechte Bewertung, Sportunterricht, Formative Leistungsbeurteilung, Notengebung und Objektivität.
Die Experten betonen, dass der zeitliche Druck – bedingt durch den straffen Lehrplan und organisatorischen Vorbereitungsaufwand – eine prozessbegleitende und wirklich individualisierte Bewertung in der Praxis oft verhindert.
Die Sozialnote dient als wichtiges Korrektiv, um pädagogische Fortschritte, das Verhalten oder außerordentliches Engagement in die Gesamtnote einfließen zu lassen, insbesondere wenn rein sportliche Normtabellen den Schüler benachteiligen würden.
Die Experten befürworten Noten, da sie dem Fach die nötige gesellschaftliche und schulische Anerkennung verschaffen und auch als Motivations- oder Selektionsinstrument in unserem Schulsystem unverzichtbar sind.
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