Bachelorarbeit, 2021
66 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definition der Begriffe
2.1 Migration
2.2 Jugendalter
2.3 Soziale Arbeit
3. Bedeutung von Sozialer Arbeit und Migrationsarbeit
3.1 Geschichte der Migrationspädagogik und Migrationsforschung
3.1.1 1960er-Jahre
3.1.2 1970er-Jahre
3.1.3 1980er-Jahre
3.1.4 1990er-Jahre
3.1.5 2000er-Jahre
3.2 Kritik
4. Aktuelle Konzepte und Diskurse der Migrationspädagogik und Migrationsforschung
4.1 Migrationsforschung
4.1.1 Vom Arbeiterkind zum Akademiker
4.1.2 Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland
4.1.3 Migrationssoziologie im 21. Jahrhundert
4.2 Interkulturelle Pädagogik
4.2.1 Kulturalismus
4.2.2 Etikettierungsprozesse
4.3 Migrationspädagogik
4.4 Interkulturelle Soziale Arbeit und Anerkennungsverhältnisse
5. Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung von migrationsgesellschaftlichen Diskursen in Deutschland und deren Auswirkungen auf die Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe junger Menschen mit Migrationserfahrung, um Ansätze für eine reflexive Soziale Arbeit abzuleiten.
4.1.1 Vom Arbeiterkind zum Akademiker
Menschen mit Wanderungserfahrungen kämpfen über Generationen hinweg unermüdlich mit Diskriminierungserfahrungen. Die PISA-Studien zeigten die manifestierte Benachteiligung der Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem. Welche Gründe und Ursachen gibt es dafür, dass Migrationsandere seltener ein Abitur machen und häufiger ohne Schulabschluss ihre Schullaufbahn beenden? Dieser Frage geht Aladin El-Mafaalani empirisch nach.
Aladin El-Mafaalani wurde 1978 in Datteln geboren und arbeitet als Universitätsprofessor für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück (Universität Osnabrück, 2019). El-Mafaalanis Studie „Vom Arbeiterkind zum Akademiker“, die 2014 erschien, bezieht sich auf Bildungsaufsteiger*innen aus benachteiligten Milieus.
Das Ziel dieser Studie ist es, ein Verständnis für die Problemstellungen bei der Überwindung sozialer Ungleichheit zu entwickeln. Auch wenn die Studie nicht als Handlungsempfehlung für die Praxis zu verstehen ist, kann sie zum Diskurs der Chancen(un)gleichheit beitragen (El-Mafaalani 2014, 9). Hierbei wurde nicht nur das Einkommen und die Berufsposition, sondern besonders der akademische Abschluss und das Bildungsniveau betrachtet, während die Herkunftsfamilie der Unter- oder Mittelschicht zugeordnet werden kann. Die vierzig interviewten „Extremaufsteiger*innen“ der Studie sind türkischstämmige und vietnamesisch-stämmige Migrant*innen, sowie weitere Menschen ohne Migrationshintergrund (El-Mafaalani 2014, 9). Bevor die zentralen Ergebnisse der Studie betrachtet werden können, muss erläutert werden, welche Auswirkungen die sozialen Benachteiligungen haben.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Migrationsgeschichte für die Soziale Arbeit ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur Bildungsgerechtigkeit.
2. Definition der Begriffe: Hier werden die zentralen Termini „Migration“, „Jugendalter“ und „Soziale Arbeit“ definiert, um das theoretische Fundament der Arbeit zu legen.
3. Bedeutung von Sozialer Arbeit und Migrationsarbeit: Das Kapitel bietet eine chronologische Aufarbeitung der Migrationsgeschichte in Deutschland in Dekaden und diskutiert deren sozialpädagogische Relevanz.
4. Aktuelle Konzepte und Diskurse der Migrationspädagogik und Migrationsforschung: Dieses Kapitel vertieft moderne theoretische Ansätze, wie die Migrationsforschung und das Konzept der Migrationspädagogik, und analysiert empirische Studien zu Bildungsaufstiegen.
5. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Bildungsteilhabe durch Anerkennungsverhältnisse aktiv zu fördern.
Migration, Migrationspädagogik, Soziale Arbeit, Bildungsgerechtigkeit, Migrationshintergrund, Interkulturelle Pädagogik, Anerkennung, Bildungsaufstieg, Habitus, Diskurs, soziale Ungleichheit, Teilhabe, Migrationsforschung, Identitätsbildung, Labeling Approach.
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung von Migrationsdiskursen in Deutschland und deren Auswirkungen auf die Bildungs- und Chancengerechtigkeit für junge Menschen mit Migrationsgeschichte.
Zentrale Themen sind die Migrationspädagogik, der soziale Aufstieg durch Bildung, die Rolle der Sozialen Arbeit sowie die Bedeutung von Diskursen über Integration und kulturelle Identität.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der historischen Entwicklung migrationsgesellschaftlicher Diskurse und den Auswirkungen auf die Bildungsgerechtigkeit zu beleuchten, um daraus Ansätze für die Soziale Arbeit zu gewinnen.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die den historischen Verlauf der Migrationsforschung in Dekaden nachzeichnet und durch aktuelle empirische Studien ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Begriffsdefinitionen, eine kritische Untersuchung von Bildungsaufstiegsprozessen und eine detaillierte Erläuterung der aktuellen Migrationspädagogik.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Migrationspädagogik, Anerkennung, soziale Ungleichheit, Habitus und Bildungsaufstieg charakterisiert.
Der Habitus-Begriff dient dazu, zu erklären, wie soziale Herkunft und familiäre Sozialisation Bildungsentscheidungen und -erfolge beeinflussen, was den „Herkunftseffekt“ bei Migrationsanderen verdeutlicht.
Während die Interkulturelle Pädagogik häufig kritisch auf kulturelle Differenz reduziert wird, bietet die Migrationspädagogik laut Paul Mecheril einen breiteren Rahmen, der auch Machtverhältnisse und Zugehörigkeitsordnungen in den Fokus rückt.
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