Diplomarbeit, 2002
106 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Entwicklungspsychologie der Adoleszenz
2.1 Zeitliche Abgrenzung der Adoleszenz von Kindheit und Erwachsenenalter
2.2 Physische Entwicklung in der Adoleszenz
2.3 Kognitive Entwicklungstheorie PIAGETS in der Adoleszenz
2.4 Sozial-emotionale Entwicklung in der Adoleszenz nach ERIKSON
2.5 Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz nach HAVIGHURST
3. Krebserkrankungen in der Adoleszenzzeit
3.1 Epidemiologie
3.2 Onkologische Grundlagen
3.2.1 Definition und Klassifikation der Krebserkrankung
3.2.2 Zelluläre und genetische Prozesse
3.2.3 Karzinogene Substanzen
3.2.4 Psyche und Stress
3.3 Medizinische Behandlungsmöglichkeiten
3.4 Medizinische Grundlagen zum Osteosarkom
3.5 Psychosoziale Situation von Adoleszenten mit einer Krebserkrankung
3.5.1 Belastungen der erkrankten Adoleszenten
3.5.2 Belastungen der Eltern
4. Methodisches Vorgehen
4.1 Fragestellungen
4.2 Die Erhebung
4.2.1 Das narrative Interview in der Biographieforschung
4.2.2 Die Auswertungsschritte der biographischen Fallrekonstruktion
5. Die Ergebnisse der rekonstruktiven Fallanalyse
5.1 Das Vorgespräch und die Interviewsituation
5.2 Die Struktur der erzählten Lebensgeschichte
5.3 Die Struktur der erlebten Lebensgeschichte
5.4 Der Zusammenhang zwischen erzählter und erlebter Lebensgeschichte
6. Folgerungen für die Sozialpädagogik
6.1 Zur Notwendigkeit einer Integration von medizinischer und psychosozialer Versorgung
6.2 Stationäre Betreuung
6.3 Ambulante Nachsorge
6.4 Die Anwendung der biographischen Fallrekonstruktion in der Sozialen Arbeit
6.5 Schlussfolgerungen für die Nachsorge von Renée Wilke
7. Schlussbemerkungen
Diese Diplomarbeit untersucht das subjektive Erleben von Adoleszenten, die an einer Krebserkrankung leiden oder gelitten haben, um ein tieferes Verständnis für die psychosozialen Belastungen und Bewältigungsstrategien zu gewinnen. Das primäre Ziel ist es, mithilfe einer biographisch-narrativen Interviewmethode und der anschließenden rekonstruktiven Fallanalyse aufzuzeigen, wie Jugendliche ihre Krebserkrankung in den persönlichen Lebenslauf integrieren und welche Bedeutung dies für ihre weitere Entwicklung sowie für die sozialpädagogische Praxis hat.
Die Struktur der erzählten Lebensgeschichte
Die erzählte Lebensgeschichte von Renée Wilke ist charakterisiert durch eine durchweg positive Selbstdarstellung. Von der Kindheit an beschreibt sie sich als eigenverantwortliche, selbstbewusste Jugendliche, die alle Schwierigkeiten alleine bewältigen kann. Besonders wird in ihren Darstellungen hervorgehoben, dass sie nicht auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen ist. Gleichzeitig ist dies für sie ein wichtiger Aspekt zur Krankheitsbewältigung. In ihrer Person und ihrem positiven Zukunftsdenken sieht sie eine Erklärung für ihre Krankheitsbewältigung.
„...Aber sonst gabs eigentlich nix Negatives, also nichts gravierend Negatives außer, dass es jetzt die Krankheit war, aber sonst? Sonst positiv, ich hab halt alles positiv gesehen, sonst ginge das ja auch gar nicht.“ (106/2-4)
Keine der bisherigen Lebensphasen stellt sie problematisch oder krisenhaft dar. Ihre Äußerungen über ihre Fähigkeiten alle Anforderungen und Probleme zu bewältigen beinhalten zusätzlich eine dringliche Aussage ihrer Normalität. Renée Wilke sieht ihr gesamtes Leben als „normal“ an und ohne besondere oder erwähnenswerte Erlebnisse. Danach wird auch die bisherige Kindheit als unwichtiger Lebensabschnitt dargestellt. Erlebnisse oder Erfahrungen, die sie emotional betroffen haben bzw., die sie emotional hoch besetzt, bleiben im Interview weitestgehend untersagt.
1. Einleitung: Hier wird das Interesse der Autorin an der psychosozialen Situation von krebskranken Adoleszenten begründet und das Ziel sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit dargelegt.
2. Entwicklungspsychologie der Adoleszenz: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen über die körperliche, kognitive und sozial-emotionale Entwicklung in der Jugendzeit sowie die zentralen Entwicklungsaufgaben nach Havighurst.
3. Krebserkrankungen in der Adoleszenzzeit: Es werden epidemiologische Daten, onkologische Ursachenkomplexe, medizinische Therapieformen sowie die psychosozialen Belastungen für Patienten und Eltern erläutert.
4. Methodisches Vorgehen: Die Autorin beschreibt die Anwendung des narrativen Interviews sowie die methodischen Schritte der biographischen Fallrekonstruktion zur Datenanalyse.
5. Die Ergebnisse der rekonstruktiven Fallanalyse: Dieser Hauptteil analysiert das Interview mit Renée Wilke und rekonstruiert die erzählte sowie die erlebte Lebensgeschichte sowie deren wechselseitigen Zusammenhang.
6. Folgerungen für die Sozialpädagogik: Das Kapitel leitet Konsequenzen für die Praxis ab, insbesondere zur Notwendigkeit der Integration psychosozialer Versorgung und der Anwendung biographischer Methoden in der Betreuung.
7. Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Reflexion der Fallanalyse als Chance zur positiven persönlichen Weiterentwicklung für die Betroffene.
Adoleszenz, Krebserkrankung, Osteosarkom, biographisch-narratives Interview, Fallrekonstruktion, Krankheitsbewältigung, Sozialpädagogik, psychosoziale Betreuung, Identitätsentwicklung, Normalisierung, narrative Gesprächsführung, Patienten, Rehabilitation, Adoleszenzzeit, Bewältigungsstrategien.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychosozialen Auswirkungen einer Krebserkrankung bei Adoleszenten, untersucht anhand einer Fallstudie einer jungen Frau, die an einem Osteosarkom erkrankte.
Zu den zentralen Themen gehören die Entwicklungspsychologie der Jugend, die medizinischen Grundlagen von Krebs im Jugendalter und die biographische Aufarbeitung der Krankheit.
Ziel ist es, das subjektive Erleben der Krankheit zu rekonstruieren und daraus für die Sozialpädagogik Ansätze für eine bessere, ganzheitliche Betreuung abzuleiten.
Die Autorin nutzt das biographisch-narrative Interview nach Schütze sowie die biographische Fallrekonstruktion nach Rosenthal, um die Daten empirisch auszuwerten.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Analyse des Interviews einer an Osteosarkom erkrankten Jugendlichen, Renée Wilke, um deren Bewältigungsmechanismen aufzuzeigen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Adoleszenz, Krankheitsbewältigung, Fallrekonstruktion, psychosoziale Betreuung und Sozialpädagogik beschreiben.
Das Osteosarkom dient als konkretes Krankheitsbeispiel, an dem die Autorin die Herausforderungen der Diagnose, Therapie und die Auswirkungen auf das Körperbild und den Lebensalltag demonstriert.
Die Fallanalyse zeigt, dass die Probandin diese Trennung vornimmt, um belastende Themen (wie Kindheitskonflikte) auszuklammern und eine positive, kompetente Selbstdarstellung aufrechtzuerhalten.
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