Masterarbeit, 2020
46 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Zeitgenössischer Überblick auf Philosophie, Automatenmotiv und Gesellschaft
2.1 Philosophische Sichtweisen des 17. und 18. Jahrhunderts
2.2 Automatenfiguren im 18. Jahrhundert
2.3 Das Automatenmotiv bei E. T. A. Hoffmann
2.4 Die Mechanisierung der menschlichen Natur
3. Die Automatenfiguren in Die Automate und Der Sandmann
3.1 Die Erzählung Die Automate
3.1.1 Die Figur des „Türken“
3.1.2 Die Automatenfiguren des Professor X und ihr Erbauer
3.1.3 Gesellschaftskritik und Funktion im Automatenmotiv
3.2 Die Erzählung Der Sandmann
3.2.1 Die Erbauer der Automate Olimpia
3.2.2 Die Automate Olimpia
3.2.3 Gesellschaftskritik und Funktion im Automatenmotiv
4. Die Automate – Erzählerische Blaupause für den Sandmann?
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Automatenmotiv im Werk von E. T. A. Hoffmann, insbesondere in den Erzählungen Die Automate und Der Sandmann. Das primäre Ziel besteht darin, die Funktion der Automatenfiguren sowie Hoffmanns gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit der Mechanisierung des Menschen im Kontext der Aufklärung und Industrialisierung zu analysieren.
3.1.1 Die Figur des „Türken“
Der „sprechende Türke“ ist das Werk von Professor X und der protagonistische Automat der Erzählung. Er wird gleich zu Beginn im ersten Satz eingeführt: „Der redende Türke machte allgemeines Aufsehen“. Schaulustige strömen zahlreich herbei, die die Orakelsprüche des Türken hören wollen, „die von den starren Lippen der wunderlich lebendigtoten Figur den Neugierigen zugeflüstert wurden“ (A, S. 396, Z. 17 f.). Auffallend ist die auf den ersten Blick positive Beschreibung des Türken. Dieser wird von Hoffmann als „lebensgroße, wohlgestaltete Figur, in reicher geschmackvoller türkischer Kleidung“ (A, S. 396, Z. 24 ff.) dargestellt. Weiterhin schreibt er über den Automaten, dass neben der wohlgestalteten Figur vor allem der Kopf gelungen war und seine wahrhaft geistreiche Physiognomie dem Ganzen ein Leben gab, wie man es selten bei Wachsbildern findet (A, S. 396, Z. 31 ff.). Man könnte zu dem voreiligen Schluss kommen, dass der Erzähler von dem weissagenden Androiden höchst angetan ist, was sich vor allem durch die doppelte Nennung von „wohlgestaltet“ innerhalb weniger Zeilen zeigt. Jedoch enthält bereits der erste Satz der Erzählung alles Widersprüchliche und Unheimliche der sprechenden Mechanik. Eine zukunftsträchtige Weissagung entringt sich den „starren“ (A, S. 396, Z. 17) Lippen einer „lebendigtoten Figur“ (A, S. 396, Z. 17) und lässt somit die Mitteilung in Form und Sinn zerfallen. Zudem offenbart Hoffmann den Ursprung des Orakelspruchs bis zum Ende der Erzählung nicht.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Motiv des künstlichen Menschen ein und skizziert die Relevanz des Automatenmotivs im historischen Kontext sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Zeitgenössischer Überblick auf Philosophie, Automatenmotiv und Gesellschaft: Dieses Kapitel verortet das Automatenmotiv philosophisch und historisch in der Aufklärung sowie der beginnenden Industrialisierung.
3. Die Automatenfiguren in Die Automate und Der Sandmann: Hier werden die beiden Erzählungen detailliert analysiert, wobei der Fokus auf den Figuren, ihrer Konstruktion und der damit verbundenen Gesellschaftskritik liegt.
4. Die Automate – Erzählerische Blaupause für den Sandmann?: Dieses Kapitel vergleicht die beiden Erzählungen, um Gemeinsamkeiten, Differenzierungen und mögliche Vorbildfunktionen aufzuzeigen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt die zentrale Bedeutung des Automatenmotivs für die Hoffmannsche Gesellschaftskritik.
E. T. A. Hoffmann, Automatenmotiv, Die Automate, Der Sandmann, Mechanisierung, Aufklärung, Industrialisierung, Androiden, Gesellschaftskritik, Automatenbauer, Künstlicher Mensch, Literaturwissenschaft, romantische Literatur, Motivgeschichte, Identität.
Die Hausarbeit untersucht, wie der Autor E. T. A. Hoffmann das Motiv künstlicher Automatenwesen in seinen Werken nutzt, um gesellschaftliche Entwicklungen seiner Zeit zu spiegeln und zu kritisieren.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine, die Auswirkungen der Industrialisierung auf den Menschen sowie philosophische Fragen zu Identität und Fremdbestimmung.
Die zentrale Frage ist, welche Funktion die Automatenwesen in den Werken erfüllen, wie Hoffmann Kritik durch sie übt und inwiefern Die Automate als inhaltliche Vorlage für Der Sandmann diente.
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, die Forschungsbeiträge sichtet, interpretiert und die beiden Erzählungen anhand von Textbelegen vergleichend untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophisch-historische Kontextualisierung und eine detaillierte Analyse der Figuren und deren Funktion in den beiden genannten Erzählungen von Hoffmann.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Automatenmotiv, Mechanisierung, Gesellschaftskritik, Identität und Hoffmanns spezifische Erzählweise charakterisiert.
Der „sprechende Türke“ dient als zentrales Objekt der Faszination und gleichzeitigen Verunsicherung, da er als eine widersprüchliche „lebendigtote“ Konstruktion die Grenze zwischen lebendiger Natur und technischer Mechanik verwischt.
Olimpia verkörpert die vollkommene mechanische Imitation menschlicher Perfektion, an der der Protagonist Nathanael scheitert, da er sie als Spiegelbild seines eigenen Narzissmus nutzt, anstatt ihre künstliche Natur zu erkennen.
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