Bachelorarbeit, 2008
60 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition und –Abgrenzung
2.1 Aggressivität
2.2 Aggression
2.3 Aggressives Verhalten
2.4 Gewalt
2.5 Zwischenfazit
3. Verschiedene Theorien zur Entstehung aggressiven Verhaltens
3.1 Die Triebtheorie
3.2 Die Frustrations-Aggressions-Theorie
3.3 Die Lerntheorie
3.4 Zwischenfazit
4. Empirische Befunde
4.1 Kriminalstatistik
4.2 Genetische, hormonelle und biologische Einflussfaktoren
4.3 Psychische Einflussfaktoren
4.4 Soziale Einflussfaktoren
4.5 Temporäre Verschiebung gewalttätigen Verhaltens
4.6 Rollenverhalten und die Gleichaltrigengruppe
4.7 Einfluss und Auswirkungen medialer Gewaltdarstellungen
4.8 Zwischenfazit
5. Prävention: Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)
6. Lehrerinbefragung
6.1 Vorbemerkung
6.2 Noltings Befragung
6.3 Eigene Befragung und deren qualitative Inhaltsanalyse
6.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten
6.5 Zwischenfazit
7. Resümee
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Aggression und des aggressiven Verhaltens aus wissenschaftlicher und pädagogischer Sicht. Ziel ist es, zentrale psychologische Theorien zur Entstehung von Aggression zu beleuchten, empirische Einflussfaktoren zu analysieren und deren Relevanz für den pädagogischen Praxisalltag durch den Vergleich mit einer Lehrerinbefragung und die Vorstellung des Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT) zu hinterfragen.
3.1 Die Triebtheorie
Um die Triebtheorie darzustellen, bedarf es der Erwähnung zweier Männer, die sich um die Entwicklung jener verdingten, auch und vor allem im Bezug auf „triebtheoretische Ansätze zur Erklärung sozial-schädlicher Reaktionsbereitschaften“ (Biedermann/Plaum, 1999, S.16): Sigmund Freuds psychoanalytischer Ansatz und der ethologische Ansatz nach Konrad Lorenz.
Beide im Folgenden aufgezeigten triebtheoretischen Ansätzen gehen von einem erblich weitergegebenen, dem Menschen inne wohnenden Aggressionspotential aus, das sich für aggressives Verhalten eines Menschen verantwortlich zeigt. Der Mensch sei demnach auf biologische Weise zu seinem, ungeachtet der jeweiligen Intensität, aggressiven Verhalten bestimmt (vgl. Biedermann/Plaum, 1999, S.16). Anders ausgedrückt gehen triebtheoretische Erklärungsansätze von der Vermutung aus, dass der Mensch, gesteuert von Trieben (Freud) und Instinkten (Lorenz), in bestimmten Schlüsselsituationen dem Drang ausgesetzt ist, sich zielgerichtet aggressiv zu verhalten. Zur Auslebung dieses Drangs, also auch um von ihm befreit zu werden, wenn auch nur für kurze Zeit (s.u.), verhalten sich Menschen, triebtheoretisch erklärt, aggressiv, was nicht zuletzt auch unter dem Einfluss erbgenetischer Anteile geschehen soll (vgl. Biedermann/Plaum, 1999, S.17). Also liegt die Gemeinsamkeit der beiden Modelle darin begründet, dass sie ein „einfaches Energiemodell zur analogen Beschreibung“ (Mummendey, 1983, nach Biedermann/Plaum, 1999, S. 19) aggressiver Handlungen gebrauchen, d.h. dass auch Konrad Lorenz davon ausgeht, es würden kontinuierlich aggressive Triebenergien erzeugt, die sich bis zur Entladung über einen bestimmten Zeitraum aufstauen. (Heckhausen, 1989, nach Biedermann/Plaum, 1999, S. 19) Auch wird in diesem Kontext vom „hydraulischen Modell“ gesprochen, weil die Stauung der Energie der Stauung des Dampfes in einem Dampfkessel gleichkomme (vgl. Scheithauer, 2003, S. 71).
1. Einleitung: Einführung in das Thema Aggression als zentrales, lebensimmanentes Phänomen und Darlegung der Zielsetzung, Theorien und deren Praxisrelevanz zu untersuchen.
2. Begriffsdefinition und –Abgrenzung: Klärung und Abgrenzung der Begriffe Aggressivität, Aggression, aggressives Verhalten und Gewalt zur Vermeidung synonymischer Unschärfen.
3. Verschiedene Theorien zur Entstehung aggressiven Verhaltens: Darstellung der Triebtheorie, Frustrations-Aggressions-Theorie und Lerntheorie als zentrale Erklärungsmodelle.
4. Empirische Befunde: Analyse von Faktoren wie Biologie, Kriminalstatistik, psychischen und sozialen Einflüssen sowie medialen Wirkungen auf aggressives Verhalten.
5. Prävention: Anti-Aggressivitäts-Training (AAT): Vorstellung der Methode des AAT als konfrontativer Ansatz zur Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen.
6. Lehrerinbefragung: Qualitative Untersuchung der Ansichten einer Lehrkraft über Aggression im Vergleich mit den theoretischen Ergebnissen nach Nolting.
7. Resümee: Zusammenfassende Reflexion der theoretischen Erkenntnisse und der Bedeutung für die pädagogische Ausbildung und Praxis.
Aggression, Gewalttätigkeit, Lerntheorie, Triebtheorie, Frustration, Erziehung, Anti-Aggressivitäts-Training, Modelllernen, Sozialisation, Pädagogik, Jugendkriminalität, Verhaltensstörungen, Persönlichkeitsentwicklung, Prävention, Interventionsmethode.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Aggression sowie deren Anwendung und Reflexion im professionellen pädagogischen Alltag.
Im Fokus stehen Begriffsdefinitionen, psychologische Theorien zur Entstehung von Aggression, empirische Befunde und präventive Interventionsmöglichkeiten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie theoretisches Wissen über Aggression in die tägliche pädagogische Praxis einfließt und von Fachkräften zur Erklärung von Verhaltensweisen genutzt wird.
Neben der Literaturrecherche und theoretischen Analyse wird eine qualitative Befragung einer Lehrkraft durchgeführt, deren Ergebnisse in Bezug zu etablierten Studien gesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine empirische Analyse der Einflussfaktoren sowie eine exemplarische Fallstudie zu einem Anti-Aggressivitäts-Training.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Aggressionstheorien, Modelllernen, Sozialisationsbedingungen und professionelles pädagogisches Handeln.
Das AAT dient als praktisches Beispiel, um zu illustrieren, wie lerntheoretisch-kognitive Ansätze konkret in der Präventionsarbeit mit gewaltbereiten Jugendlichen umgesetzt werden.
Der Einfluss medialer Gewaltdarstellungen wird als Teil eines komplexen Kumulationsmodells gesehen, bei dem persönliche Lebensbedingungen und individuelle Eigenschaften des Rezipienten entscheidend für die Wirkung sind.
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