Bachelorarbeit, 2021
76 Seiten, Note: 6
1. Einleitung
1.1. Begriffserklärung Bilderbuch
2. Qualitätskriterien von Bilderbüchern
2.1. Narrative Qualität
2.2. Bildnerische Qualität
2.3. Verbale Qualität
2.4. Intermodale Qualität
2.5. Paratextuelle Qualität
2.5.1. Mikrotypische Gestaltungsmittel
2.5.2. Makrotypische Gestaltungsmittel
2.6. Zusammenfassung der Qualitätskriterien
3. Informationen zum Bilderbuch «Schellen-Ursli»
3.1. Erfolg und Reichweite des Bilderbuches
3.2. Handlung der Geschichte
3.3. Handlungsort: Guarda
3.4. Zentrales Brauchtum: Chalandamarz
3.5. Autorin: Selina Chönz
3.6. Illustrator: Alois Carigiet
3.7. Der Kanton Graubünden nach 1945
4. Exemplarische Analyse des Bilderbuches «Schellen-Ursli»
4.1. Narrative Qualität
4.2. Bildnerische Qualität
4.3. Verbale Qualität
4.4. Intermodale Qualität
4.5. Paratextuelle Qualität
4.6. Auswertung und Begründung der literarästhetischen Analyse
5. Lernchance des Bilderbuches für den Unterricht
5.1. Setting/Rahmen der Umsetzung
5.2. Förderung der visuellen Kompetenz
5.2.1. Lehrplanbezug: BG.1.A.2
5.2.2. Umsetzungsidee für den Unterricht
5.3. Wortschatzerweiterung
5.3.1. Lehrplanbezug: D.1.A.1
5.3.2. Umsetzungsideen für Unterricht
5.4. Kulturelle Vermittlung
5.4.1. Lehrplanbezüge: NMG 12.4 & NMG 7.1
5.4.2. Umsetzungsideen für den Unterricht
5.5. Phonologische Bewusstheit
5.5.1. Lehrplanbezüge: D.1.A.1 & D.5.C.1
5.5.2. Umsetzungsidee für den Unterricht
5.6. Förderung personaler und sozialer Kompetenzen
5.6.1. Lehrplanbezug: Überfachliche Kompetenzen
5.6.2. Umsetzungsidee für den Unterricht
5.7. Zusammenfassung der Lernchancen für den Unterricht
6. Fazit
6.1. Woran macht man die literarästhetische Qualität des Bilderbuches fest?
6.2. Welche Lernchancen bietet das Bilderbuch für den Unterricht?
6.3. Persönliches Fazit
Die Arbeit untersucht die literarästhetische Qualität des Schweizer Bilderbuchklassikers „Schellen-Ursli“ und analysiert dessen Potenzial als pädagogisches Medium zur Förderung verschiedener Kompetenzen im Unterricht.
4.1. Narrative Qualität
Die Bilderbuchgeschichte erzählt von Ausgrenzung, traditionellem Brauchtum und der Eigenverantwortung für das Schicksal. Das Bilderbuch ist problemorientiert und stellt keineswegs eine heile Welt dar. Dies wird bereits auf der ersten Seite des Bilderbuches deutlich: „Hoch in den Bergen, weit von hier, da wohnt ein Büblein so wie ihr. In diesem Dörfchen, arm und klein, ganz unten steht sein Haus allein“ (Chönz & Carigiet, 2015, S. 4). Die Wichtigkeit von Eigentum, dessen Menge und vor allem Grösse, zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Bilderbuch. Die Wörter klein und gross werden über dreizehnmal verwendet. Klein ist dabei mehrheitlich negativ behaftet und hat Einsamkeit, Scham, Entsetzten, Trauer und Ausgrenzung zur Folge. Gross wird mit Schönheit, Wichtigkeit, Anerkennung, Stolz und Ehre in Verbindung gebracht (siehe Anhang Nr. 8). Diese Wertung und dessen Aussage, welche auf die Leserin /den Leser übertragen wird, ist problematisch. Das Bilderbuch endet schliesslich in einem sogenannten „Happy End“, denn Ursli darf am Umzug dank seiner grossen und wunderschönen Glocke ganze vorne mitlaufen. Auf der letzten Seite des Buches heisst es: „Jetzt hat der Ursli endlich Zeit und kann erzählen lang und breit, wie er die Schande hat vermieden. Der Vater ist nun auch zufrieden“ (Chönz & Carigiet, 2015, S. 42). Das Wort Schande ist in diesem Kontext äusserst unglücklich gewählt. Implizit macht die Autorin hier sehr starke Aussagen, welche nicht zeitgemäss und stigmatisierend sind.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Bilderbüchern als pädagogische Medien und unterstreicht die Notwendigkeit für Lehrpersonen, die Qualität von Bilderbüchern professionell beurteilen zu können.
2. Qualitätskriterien von Bilderbüchern: Dieses Kapitel etabliert einen Kriterienraster, der sich in narrative, bildnerische, verbale, intermodale und paratextuelle Analysebereiche untergliedert, um eine fundierte Bewertung zu ermöglichen.
3. Informationen zum Bilderbuch «Schellen-Ursli»: Hier werden Hintergrundinformationen zum Erfolg, zur Handlung, zum Entstehungsort Guarda, zum Brauchtum Chalandamarz sowie zu den Urhebern Selina Chönz und Alois Carigiet geliefert.
4. Exemplarische Analyse des Bilderbuches «Schellen-Ursli»: Die theoretisch erarbeiteten Qualitätskriterien werden konkret auf den Klassiker angewendet, wobei Stärken und Schwächen der Darstellung kritisch reflektiert werden.
5. Lernchance des Bilderbuches für den Unterricht: Es werden praxisnahe Unterrichtsideen entwickelt, die den Lehrplan 21 integrieren und unter anderem visuelle Kompetenzen und Wortschatzerweiterung fördern.
6. Fazit: Die Ergebnisse der literarästhetischen Analyse und der Lernchancen-Untersuchung werden zusammengeführt und durch ein persönliches Fazit ergänzt.
Schellen-Ursli, Bilderbuchanalyse, literarästhetische Qualität, Chalandamarz, Alois Carigiet, Selina Chönz, visuelle Kompetenz, Sprachförderung, Unterrichtsplanung, Grundschule, Lehrplan 21, Bilderbuch, narrative Qualität, intermodale Qualität, Brauchtum.
Die Arbeit analysiert die literarästhetische Qualität des Bilderbuchklassikers „Schellen-Ursli“ und zeigt auf, welche Möglichkeiten das Buch für einen kompetenzorientierten Unterricht bietet.
Die zentralen Themen sind die qualitative Bewertung von Kinderliteratur, die Analyse von Bild-Text-Beziehungen sowie die didaktische Umsetzung im Unterricht, insbesondere im Bereich Sprache und kulturelle Bildung.
Die Kernfrage lautet, woran sich die literarästhetische Qualität von „Schellen-Ursli“ messen lässt und welche konkreten Lernchancen sich daraus für den Unterricht an Schulen ableiten lassen.
Die Autorin nutzt einen selbst erstellten, auf Fachliteratur basierenden Kriterienraster für eine exemplarische Analyse. Sie kombiniert dabei objektive Kriterien mit subjektiven Beobachtungen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Kriterienaufstellung, die Vorstellung des Bilderbuchs und dessen historische Hintergründe sowie die detaillierte Analyse der fünf Qualitätsbereiche.
Wichtige Begriffe sind literarästhetische Qualität, Bilderbuchklassiker, Chalandamarz, didaktische Lernchancen, visuelle und verbale Kompetenzförderung sowie Analyseinstrumente.
Die Autorin kritisiert, dass das Bilderbuch fast ausschließlich männliche Figuren zeigt und traditionelle, männlich dominierte Rollenbilder vermittelt, was sie in Anbetracht heutiger pädagogischer Anforderungen als nicht zeitgemäß empfindet.
Die Autorin stellt fest, dass Carigiet Proportionen und Perspektiven teils bewusst „falsch“ oder naiv gezeichnet hat, was jedoch ein Entdeckungspotenzial für Kinder bietet und das Bild für sie spannender und zugänglicher macht.
Die im Buch verwendete Serifenschrift „Times New Roman“ wird kritisiert, da sie insbesondere für Leseanfänger beim Buchstaben „g“ für Verwirrung sorgen kann; empfohlen wird stattdessen eine serifenlose Schrift wie Arial.
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