Diplomarbeit, 2005
137 Seiten, Note: 1,0
1 Vorwort
2 Einführung und Problemstellung
3 Gesellschaftspolitischer Kontext
3.1 Demographischer Wandel in Deutschland
3.2 Generationenvertrag
3.3 Familienpolitik in Deutschland
3.3.1 Gesetzliche Grundlagen
3.3.2 Europäischer Vergleich
3.4 Familienorientierte Personalpolitik
3.4.1 Flexible Arbeitszeitmodelle
3.4.2 Praxisbeispiele
3.5 Die Zukunft der Arbeit
4 Frauen und Arbeit
4.1 Historische Entwicklung
4.2 Die Situation der Frauen heute
4.2.1 Kinderbetreuung in Deutschland
4.2.2 Die Rolle der Väter
4.2.3 Alleinerziehende Mütter
4.3 Frauen in Werbeagenturen
5 Agentur der Zukunft
5.1 Voraussetzungen für die Umsetzung
5.2 Unternehmensphilosophie
5.3 Zielgruppe
5.3.1 Mitarbeiter
5.3.2 Potentielle Kunden
5.4 Positionierung
5.5 Organisation
5.5.1 Arbeitszeit
5.5.2 Arbeitsort
5.5.3 Vergütung
5.5.4 Informations- und Kommunikationspolitik
5.5.5 Betreuungseinrichtungen
5.5.6 Personalentwicklung
5.5.7 Führungskompetenz
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Lösungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Werbebranche zu erarbeiten, indem ein Szenario für eine zukunftsorientierte Agentur mit einer familienorientierten Personalpolitik entworfen wird.
Die Rolle der Väter
In Deutschland wurden mit dem bewusst geschlechtsneutral gehaltenen Elternzeitgesetz zwar bereits erste Schritte unternommen, um die Väter stärker an der Familienarbeit zu beteiligen, aber der Anteil der Männer, die dieses Angebot auch tatsächlich wahrnehmen, ist mit 1,5 Prozent immer noch verschwindend gering. Die Familienministerin skizziert in diesem Zusammenhang das folgende Szenario: „Praktisch sieht es in den meisten Ehen oder auch nichtehelichen Gemeinschaften so aus: Nach der Geburt des Kindes ist der Vater plötzlich weg. Er beteiligt sich kaum noch an der Hausarbeit, geschweige denn am Wickeln, Füttern oder Beruhigen des Babys. Er macht stattdessen haufenweise Überstunden, weil er sich von einem Tag auf den anderen alleine für das materielle Wohlergehen seiner Familie zuständig fühlt.“
Hinter diesen ökonomisch-rationalen Handlungen der Väter verbergen sich aber meistens noch eine Reihe anderer Ursachen, wie zum Beispiel „tief verwurzelte soziokulturelle Selbstverständlichkeiten in Familien, Erwerbsorganisationen und der Gesellschaft über die Aufgaben und Rollen von Vätern und Müttern.“ So ist es beispielsweise „tief in der Psyche eines jeden Mannes verankert, dass ein Mann, gleichgültig ob Gehirnchirurg oder Klempner, seine Arbeit ist. Umgekehrt ist ein Mann ohne Arbeit kein richtiger Mann.“ Männer haben aber nicht nur Angst vor materieller und gesellschaftlicher Abwertung, wenn sie zum Beispiel in Elternzeit gehen, sondern auch vor der Aufgabe an sich. Denn oft wissen sie gar nicht, wie „Vatersein“ überhaupt geht, weil sie selbst nie ein männliches Vorbild hatten, das ihnen neben dem materiellen auch ein emotional Sorge tragendes Vaterbild vermittelt hätte.
1 Vorwort: Die Autorin beschreibt ihre Motivation, sich mit der Thematik der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auseinanderzusetzen, initiiert durch die persönliche Recherche nach Karrieremöglichkeiten in der Werbung.
2 Einführung und Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert den demographischen Wandel in Deutschland und die damit verbundene Krise des Generationenvertrags sowie die gesellschaftliche Notwendigkeit, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen.
3 Gesellschaftspolitischer Kontext: Es wird der theoretische Rahmen beleuchtet, inklusive demographischer Entwicklungen, Familienpolitik, flexibler Arbeitszeitmodelle und der Zukunft der Arbeit.
4 Frauen und Arbeit: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung, die heutige Situation von Frauen – insbesondere alleinerziehender Mütter und in der Werbebranche – sowie die Rolle der Väter.
5 Agentur der Zukunft: Hier wird ein konkretes Szenario für eine zukunftsorientierte Agentur entworfen, basierend auf familienorientierter Personalpolitik und flexiblen Organisationsstrukturen.
6 Fazit und Ausblick: Die Autorin resümiert ihre Ergebnisse und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens, das die Väter stärker in die Familienverantwortung einbezieht.
Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Werbeagenturen, familienorientierte Personalpolitik, demographischer Wandel, Arbeitszeitmodelle, Telearbeit, Sabbaticals, Unternehmenskultur, Work-Life-Balance, Zeitpioniere, Geschlechterrollen, Mitarbeiterbindung, Ergebnisorientierung, Betriebliche Kinderbetreuung.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen beruflicher Karriere, insbesondere in der Werbebranche, und dem Wunsch nach einer Familiengründung, mit dem Ziel, zukunftsorientierte Lösungsansätze zu entwickeln.
Die zentralen Felder sind der demographische Wandel, die Analyse der Familienpolitik, die Rolle der Geschlechter in Erwerbs- und Familienarbeit sowie die Gestaltung moderner Arbeitsstrukturen.
Das Ziel ist der Entwurf eines Szenarios für eine Agentur, die durch innovative Organisationsformen und familienorientierte Personalpolitik eine echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglicht.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und wirtschaftswissenschaftlicher Konzepte, um daraus ein praxistaugliches Modell für zukunftsorientierte Agenturen abzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse gesellschaftspolitischer Rahmenbedingungen, die spezifische Situation von Frauen und Vätern sowie die detaillierte Ausarbeitung der Handlungsfelder für eine familienorientierte Agentur.
Zu den Schlüsselwörtern gehören Vereinbarkeit, Work-Life-Balance, familienorientierte Personalpolitik, Arbeitszeitmodelle, demographischer Wandel und Unternehmenskultur.
Die Werbebranche gilt als junge, innovative, aber gleichzeitig extrem arbeitsintensive Branche, in der traditionelle Strukturen und lange Anwesenheitszeiten mit den Bedürfnissen moderner Lebensentwürfe kollidieren.
Die Autorin betont, dass eine nachhaltige Verbesserung der Vereinbarkeit nur gelingen kann, wenn Väter aktiv in die Familienverantwortung einbezogen werden und eine „väterfreundliche Unternehmenskultur“ etabliert wird.
Zeitpioniere dienen als psychologische Zielgruppe für die Agentur, da sie Arbeit nicht mehr als das alleinige Lebenszentrum betrachten, sondern nach Zeitsouveränität und einer ganzheitlichen Lebensgestaltung streben.
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