Bachelorarbeit, 2020
50 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Relevanz literarischen Lernens im Deutschunterricht der Grundschule
2.1 Literarisches Lernen und gesellschaftliche Teilhabe
2.2 Literarisches Lernen und Sprachbildung in der Grundschule
3. Bedeutsamkeit von Bilderbüchern für das literarische Lernen in der Grundschule
3.1 Geschichtlicher Hintergrund der Literatur- und Bildwissenschaft
4. Ausgewählte Bilderbücher
4.1 Swimmy
4.2 Die blaue Bank
4.3 Aus dem Schatten trat ein Fuchs
5. Bilderbuchillustrationen, Vorstellungsbildung und Ästhetik
6. Kaspar Spinners elf Aspekte literarischen Lernens
6.1. Sprachliche Gestaltung aufmerksam wahrnehmen
6.1.1 Sprachliche Gestaltung in Swimmy
6.1.2 Sprachliche Gestaltung in Die blaue Bank
6.1.3 Sprachliche Gestaltung in Aus dem Schatten trat ein Fuchs
6.2 Mit dem literarischen Gespräch vertraut werden
7. Das Vorlesegespräch als didaktische Einsatzmöglichkeit der Bilderbücher
8. Potentiale der vorgestellten Bilderbücher im Hinblick auf den Hamburger Bildungsplan für das Fach Deutsch in der Grundschule sowie die KMK Bildungsstandards
9. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Potenzial ausgewählter Bilderbücher für den Deutschunterricht in der Grundschule, wobei ein besonderer Fokus auf der Förderung literarischen Lernens liegt. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen, insbesondere Kaspar Spinners „elf Aspekten literarischen Lernens“, analysiert die Arbeit, wie Bild und Text in modernen Bilderbüchern zusammenwirken und wie sie zur Sprachentwicklung sowie zur ästhetischen Bildung von Grundschulkindern beitragen können.
6.1.1 Sprachliche Gestaltung in Swimmy
Leo Lionnis Swimmy ist besonders reich an sprachgestalterischen Mitteln. In seiner Geschichte verwendet er besonders häufig den Vergleich als rhetorisches Stilmittel: „Schwarz wie die Schale der Miesmuschel“ (Lionni 2004, S. 2), „Sie sah aus, als wäre sie aus Glas“ (ebd. S. 9), „als ob sie von unsichtbaren Fäden gezogen würden“ (ebd. S. 12), „wie rosa Palmen, vom Wind bewegt“ (ebd. S. 18), „so munter wie ein Fisch im Wasser“ (ebd. S. 8). Der Vergleich ist ein Stilmittel, welches für Kinder leicht zugänglich ist, da es ihnen aus dem alltäglichen Sprachgebrauch bekannt ist. „Kommt mit ins große Meer!“ (ebd. S. 20), „Ich will euch viele Wunder zeigen!“ (ebd.), „Ich spiele das Auge!“ (ebd. S. 27) stellen Exklamationen dar. Sie referieren die heitere und freundliche Atmosphäre sowie Swimmys Charakter eines munteren, heiteren, mutigen und unternehmungslustigen kleinen Fisches.
Im zweiten Beispiel wurde neben der Exklamation das Stilmittel des Imperativs verwendet. Auch diese Stilmittel sind bereits für Grundschulkinder transparent, da sie ihnen ebenfalls aus dem alltäglichen Sprachgebrauch bekannt sind. Die Exklamation ist durch das kennzeichnende Satzzeichen des Ausrufezeichens leicht identifizierbar. Das Stilmittel der Enumeration, welches den Kindern ebenfalls aus ihrem Sprachalltag bekannt ist, wird in Lionnis Geschichte mehrfach angewendet: „Erschrocken, traurig und einsam“ (ebd. S. 6). Neben der Enumeration ist hier eine Akkumulation herauszulesen. Hierbei ist eine Enumeration für Kinder leichter identifizierbar als die Akkumulation, da die Akkumulation eine hohe Interpretationsanforderung birgt. Bei der Enumeration ist ebenfalls das Satzzeichen eine Hilfe. Im folgenden Beispiel einer Enumeration wurden gleichzeitig das Asyndeton und eine Klimax verwendet: „[E]in schneller, grimmiger, überaus hungriger Bursche“ (Lionni 2004, S. 4). Die Klimax verlangt ähnlich wie die Akkumulation eine reflexive Deutung der nebeneinanderstehenden Worte. Das Asyndeton ist hierbei leichter zu identifizieren.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, die sich mit den Potenzialen dreier Bilderbücher für das literarische Lernen nach Kaspar Spinner befasst.
2. Relevanz literarischen Lernens im Deutschunterricht der Grundschule: Erörterung der Bedeutung literarischer Bildung für gesellschaftliche Teilhabe und kindliche Sprachentwicklung.
3. Bedeutsamkeit von Bilderbüchern für das literarische Lernen in der Grundschule: Analyse der ästhetischen und kommunikativen Funktion von Bildern und Texten im Bilderbuch.
4. Ausgewählte Bilderbücher: Einführung und inhaltliche sowie formale Vorstellung der Werke Swimmy, Die blaue Bank und Aus dem Schatten trat ein Fuchs.
5. Bilderbuchillustrationen, Vorstellungsbildung und Ästhetik: Untersuchung der Rolle von Illustrationen bei der Anregung von Imagination und Bildreflexion.
6. Kaspar Spinners elf Aspekte literarischen Lernens: Detaillierte Analyse der sprachlichen Gestaltung der drei Bilderbücher anhand ausgewählter Aspekte.
7. Das Vorlesegespräch als didaktische Einsatzmöglichkeit der Bilderbücher: Beschreibung des Vorlesegesprächs als Methode zur Förderung aktiver Auseinandersetzung mit Literatur.
8. Potentiale der vorgestellten Bilderbücher im Hinblick auf den Hamburger Bildungsplan für das Fach Deutsch in der Grundschule sowie die KMK Bildungsstandards: Reflexion der untersuchten Werke vor dem Hintergrund curricularer Vorgaben.
9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung des hohen Potenzials von Bilderbüchern für einen anspruchsvollen Literaturunterricht.
Bilderbücher, Literarisches Lernen, Deutschunterricht, Grundschule, Kaspar Spinner, Sprachbildung, Bild-Text-Korrespondenz, Vorlesegespräch, Literaturdidaktik, Ästhetische Bildung, Imagination, Sprachgestaltung, Swimmy, Die blaue Bank, Aus dem Schatten trat ein Fuchs.
Die Arbeit untersucht das Potenzial von drei spezifischen Bilderbüchern für das literarische Lernen in der Grundschule und wie diese Werke zur sprachlichen und ästhetischen Bildung beitragen können.
Die Arbeit fokussiert sich auf Literaturdidaktik, die Rolle von Illustrationen, Sprachförderung im Deutschunterricht sowie das interaktive Vorlesegespräch.
Ziel ist es, die Potenziale von Bilderbüchern für das literarische Lernen mit Bezug auf Kaspar Spinners elf Aspekte zu akzentuieren und methodische Zugänge aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine exemplarische Untersuchung der ausgewählten Bilderbücher unter Berücksichtigung didaktischer Konzepte.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Verankerung literarischen Lernens, der Analyse der ausgewählten Bilderbücher sowie der Diskussion didaktischer Methoden wie dem Vorlesegespräch.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie literarisches Lernen, Bilderbuch, Sprachgestaltung, Imagination und Vorlesegespräch charakterisiert.
Während Swimmy durch Vergleiche und einfache rhetorische Figuren zugänglich ist, bietet die moderne Kunstballade Aus dem Schatten trat ein Fuchs abstrakte Sprache und komplexe Reimmuster, und Die blaue Bank nutzt eine metaphorische Prosa.
Das Vorlesegespräch wird als zentrale didaktische Methode herausgestellt, die Schülerinnen und Schülern ermöglicht, durch interaktiven Austausch Deutungen zu entfalten und ihre literarische Kompetenz zu erweitern.
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