Bachelorarbeit, 2021
56 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung und Problembeschreibung
1.3 Methode
1.4 Aufbau
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Coronapandemie
2.2 Homeoffice
3. Rund um die Telearbeit
3.1 Stationäre, mobile und alternierende Form
3.2 Historie der Telearbeit
3.2.1 Entstehung und Pioniere
3.2.2 Entwicklung von 1980 - 2000
3.2.3 Von der Telearbeit zum Homeoffice
3.3 Homeoffice in Zeiten der Coronapandemie
3.3.1 Aktuelle Zahlen
3.3.2 Bildungsabschluss
3.3.3 Regierungsmaßnahmen
4. Byung-Chul Han: Müdigkeitsgesellschaft
4.1 Über den Autor
4.2 Gesellschaftsansicht von Byung-Chul Han
5. Auswirkungen von Homeoffice
5.1 Erreichbarkeit
5.1.1 Bezug zu Han
5.1.2 Kritik an Han
5.2 Flexibilität
5.2.1 Bezug zu Han
5.2.2 Kritik an Han
5.3 Soziale Isolation
5.3.1 Bezug zu Han
5.3.2 Kritik an Han
5.4 Arbeitsproduktivität
5.4.1 Bezug zu Han
5.4.2 Kritik an Han
5.5 Abwägung der Phänomene
6. Homeoffice gesund gestalten
6.1 Hybrides Arbeitsmodell
6.2 Soziale Interaktion fördern
6.3 Selbstorganisation stärken
6.4 Stigma entgegenwirken
7. Diskussion
8. Fazit
Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Auswirkungen des Homeoffice auf Beschäftigte während der Coronapandemie zu untersuchen, diese in die Gesellschaftstheorie von Byung-Chul Han einzuordnen und Strategien für eine zukünftige gesunde Arbeitsgestaltung abzuleiten.
5.1 Erreichbarkeit
Homeoffice wird oft durch die Vorstellung des Faulenzens stigmatisiert. Arbeitgeber befürchten, dass ihre Mitarbeiter die Flexibilität bezüglich Arbeitsort und Arbeitszeit ausnutzen könnten (vgl. Rupietta/Beckmann 2016: S. 15). Das begründet Lott (2020) darin, dass die Arbeitsleistung eines Mitarbeiters mit der Erwartung an seine Anwesenheit gekoppelt ist (S. 3).
„Die aus der räumlichen Trennung und eingeschränkten Kontrollmöglichkeiten resultierende Intransparenz kann dazu führen, dass Homeoffice-Mitarbeitern unterstellt wird, sie würden zu Hause nicht oder weniger arbeiten, als sie vor Ort im Unternehmen leisten.“ (Schuster 2020: S. 364)
Diese Erwartungshaltung sorgt bei vielen Arbeitnehmern für einen Beweisdruck. Daher wollen Mitarbeiter signalisieren, dass sie auch zuhause produktiv arbeiten (vgl. Lott 2020: S. 3). Sie wirken dem Stigma entgegen, indem sie mit einer verstärkten Erreichbarkeit sowie der vermehrten Kommunikation (siehe Abb. 4) beweisen, „dass sie zu Hause tatsächlich arbeiten“ (vgl. Schulze 2020: S. 365).
1. Einleitung: Einführung in die Ausgangssituation während der Pandemie, Definition der Zielsetzung sowie Darstellung der methodischen Vorgehensweise.
2. Begriffsdefinitionen: Klärung der zentralen Begriffe Coronapandemie und Homeoffice zur Vorbereitung der theoretischen Analyse.
3. Rund um die Telearbeit: Historischer Rückblick und Analyse der Entwicklung verschiedener Telearbeitsformen bis hin zum aktuellen Homeoffice-Boom.
4. Byung-Chul Han: Müdigkeitsgesellschaft: Vorstellung des Autors und Einordnung seiner Thesen zur modernen Leistungsgesellschaft.
5. Auswirkungen von Homeoffice: Detaillierte Analyse der vier zentralen Phänomene Erreichbarkeit, Flexibilität, soziale Isolation und Produktivität unter Bezugnahme auf Han.
6. Homeoffice gesund gestalten: Ableitung konkreter Maßnahmen für ein gesundes, hybrides Arbeitsumfeld und Entstigmatisierung der Telearbeit.
7. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen hinsichtlich psychosozialer Auswirkungen und gesundheitsförderlicher Gestaltung.
Homeoffice, Telearbeit, Coronapandemie, Byung-Chul Han, Leistungsgesellschaft, Psychosoziale Gesundheit, Erreichbarkeit, Flexibilität, Soziale Isolation, Produktivität, Selbstausbeutung, Work-Life-Balance, Hybrides Arbeitsmodell, Präsentismus, psychische Belastung
Die Arbeit untersucht die psychosozialen Auswirkungen des Homeoffice während der Coronapandemie und reflektiert diese anhand der philosophischen Gesellschaftstheorie von Byung-Chul Han.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen Erreichbarkeit, Arbeitsflexibilität, soziale Isolation sowie die Steigerung der Arbeitsproduktivität unter Pandemiebedingungen.
Das Ziel ist es, die Chancen und Risiken des Homeoffice abzuwägen und auf Basis der Analyse wissenschaftlich fundierte Konzepte für ein gesundes Arbeiten von zu Hause aus zu entwickeln.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien zur Telearbeit, ergänzt durch eine kritische philosophische Einordnung der Phänomene durch die Konzepte von Byung-Chul Han.
Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen von Homeoffice auf Individuen, beleuchtet das Phänomen der Selbstausbeutung in der Leistungsgesellschaft und diskutiert, wie Unternehmen hybride Arbeitsmodelle gesund gestalten können.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Homeoffice, Leistungsgesellschaft, psychische Gesundheit, Selbstausbeutung, Erreichbarkeit und soziale Isolation.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Beweisdruck im Homeoffice dazu führt, dass Mitarbeiter durch ständige Erreichbarkeit ihre Arbeitsleistung demonstrieren wollen, was häufig zu Stress und Erschöpfung führt.
Das noch bestehende Stigma, Homeoffice sei gleichbedeutend mit Faulenzen, erzeugt einen hohen psychischen Druck bei Beschäftigten, weshalb eine Etablierung in der breiten Bevölkerung als normaler Arbeitsmodus entscheidend ist.
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