Bachelorarbeit, 2012
28 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Geschichte der Cherokee bis zum Bürgerkrieg
2.1. Was sind Freedmen?
2.2. Entwicklung der Cherokee Nation
2.3. Cherokee und Sklaverei
3. Freedmen Kontroverse
3.1. Hintergründe
3.2. Die Dawes Rolls
3.3. Beginn des Rechtsstreits
3.4. Indianisches Blut
3.5. Verlauf des Rechtsstreits seit 2007
3.5.1. Bedeutung für die „Schwarzen“
3.5.2. Bedeutung für die Indianer
3.6. Problematik und Folgen
3.7. Diskussion
4. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe und langjährige Auseinandersetzung zwischen dem Stamm der Cherokee und den Nachkommen ihrer ehemaligen schwarzen Sklaven, den sogenannten Freedmen. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Identität, Stammeszugehörigkeit und politische Rechte in diesem Kontext definiert werden, insbesondere unter dem Einfluss von historisch gewachsenen Abkommen und modernen Rechtsstreitigkeiten.
3.7. Diskussion
Es gibt mehrere Winkel, aus denen man die Problematik beleuchten kann. Ich beginne mit einer philosophischen Sichtweise nach Thomas Hobbes.
Thomas Hobbes beschreibt in Leviathan einen Naturzustand. In diesem Zustand haben alle Menschen die gleichen Voraussetzungen was Geisteskraft und körperliche Kraft betrifft. Die Sichtweise der Menschen auf sich selbst und auf die anderen ist nur unterschiedlich. Aus dieser Gleichheit wächst die Hoffnung Ziele zu erreichen. Angenommen zwei Personen verfolgen dasselbe Ziel, aber nur einer kann es erreichen, dann werden diese beiden Menschen zu Feinden. Beide versuchen sich von nun an zu vernichten oder zu unterwerfen. Hat sich jemand ein schönes Anwesen gebaut, dann muss er im Naturzustand damit rechnen, dass andere sich zusammen tun und ihn berauben. Dass sich Personen mit denselben Interessen zusammenschließen, ist bei den Freedmen und den Cherokee der Fall. Dabei geht es nicht nur um materielle Dinge. Auch die Freiheit und das Leben können geraubt werden. Jedem der Eindringlinge droht dieselbe Gefahr. In diesem Zustand hat kein Mensch Sicherheit. Er versucht so lange wie möglich andere zu unterwerfen und seine Macht und Sicherheit zu erhalten (Hobbes 2005: 103). Drei Ursachen nennt Hobbes für den Naturzustand: Konkurrenz (Kampf um Gewinn), Ruhmsucht (Kampf um Ansehen) und Unsicherheit (Kampf um Sicherheit).
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den historischen Hintergrund des Sklavenaufstands von 1842 und führt in den über 150-jährigen Streit um Identität und Stammeszugehörigkeit zwischen den Cherokee und den Freedmen ein.
2. Geschichte der Cherokee bis zum Bürgerkrieg: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Cherokee nach, beleuchtet ihre Anpassung an die weiße Kultur und analysiert die Rolle der Sklaverei innerhalb des Stammes.
3. Freedmen Kontroverse: Hier werden die Hintergründe, die Bedeutung der Dawes Rolls sowie der langwierige Rechtsstreit und die damit verbundenen Diskriminierungsfragen und Folgen für beide Bevölkerungsgruppen detailliert untersucht.
4. Schluss: Der abschließende Teil fasst zusammen, dass trotz gerichtlicher Entscheidungen weiterhin keine Einigkeit über die Auslegung des Abkommens von 1866 besteht und der Kampf der Freedmen um Anerkennung ein fortdauernder Prozess bleibt.
Cherokee Nation, Freedmen, Sklaverei, Stammeszugehörigkeit, Dawes Rolls, Abkommen von 1866, Identität, Indianer, Rechtsstreit, Souveränität, Bürgerrechte, Diskriminierung, Indianisches Blut, Ethnologie, USA.
Die Arbeit thematisiert den historischen und aktuellen Konflikt zwischen dem Stamm der Cherokee und den Nachfahren ihrer ehemaligen Sklaven, den sogenannten Freedmen, bezüglich deren Stammesrechte.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Cherokee-Nation, die Rolle der Sklaverei, die rechtliche Bedeutung von Stammeslisten sowie die moderne Debatte um Identität und Zugehörigkeit.
Das Ziel ist es, die Komplexität der Auseinandersetzung zu beleuchten und zu hinterfragen, wie Identität und die Rechte der Freedmen durch historische Abkommen und politische Entscheidungen beeinflusst werden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse historischer und rechtswissenschaftlicher Quellen sowie einer philosophischen Diskussion unter Anwendung theoretischer Ansätze von Thomas Hobbes.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung der Beziehungen, die Analyse der Freedmen-Kontroverse mittels der Dawes Rolls und eine philosophische sowie soziologische Diskussion des Konflikts.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Cherokee Nation, Freedmen, Stammeszugehörigkeit, Identität, Dawes Rolls und historische Rechtsstreitigkeiten geprägt.
Die Dawes Rolls dienen heute als entscheidendes Kriterium für die staatlich anerkannte Stammeszugehörigkeit, wobei die Unterteilung in "Cherokee by blood" und "Freedmen" zur zentralen Ausschlussgrundlage wurde.
Die Autorin nutzt Hobbes' Konzept des Naturzustands und der gegenseitigen Übertragung von Rechten durch Verträge, um das Verhalten der Parteien im Streit um die Stammesmitgliedschaft kritisch zu analysieren.
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