Masterarbeit, 2021
143 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlegungen zum Gegenstandsbereich „Gewalt“
2.1 Begriffsbestimmung und Wortverwendung
2.2 Entstehungsbedingungen von Gewalt
2.2.1 Innerschulische Faktoren
2.2.2 Soziokulturelle Faktoren
2.2.3 Familiäre Faktoren
2.2.4 Individuelle Faktoren
2.3 Gewalt im Kontext Schule
2.3.1 Aktueller Forschungsstand zur Gewalt im Schulsport
2.3.2 Gewaltpotentiale des Sportunterrichts
3 Zur Anlage der Untersuchung von Gewalterleben im Schulsport
3.1 Qualitativer Zugang zum Forschungsgegenstand
3.2 Grundlegungen zur Erhebungsmethode
3.3 Erhebungssituation und -teilnehmer:innen
3.4 Auswertungsverfahren
4 Phänomene des Gewalterlebens im Schulsport
4.1 Gewalt durch eine Sportlehrkraft
4.1.1 Zwang zum Überschreiten von Leistungsgrenzen: „obwohl ich nicht mehr konnte“
4.1.2 Rassismus und Stigmatisierung: „es wurde immer der Türke fertiggemacht“
4.1.3 Erniedrigung, Bloßstellung, Bagatellisierung: „hat nur gesagt er soll sich nicht so anstellen“
4.1.4 Bewertungsmacht durch Notenvergabe: „gab dann eine sechs in der Benotung“
4.2 Gewalt durch Mitschüler:innen
4.2.1 Soziale Exklusion und Demütigung: „lauf schneller Schwabbel“
4.2.2 Körperlichkeit und unfaires Spiel: „mit Absicht auf den Kopf gezielt … einfach zur Belustigung“
4.2.3 Selbstjustiz und Rache an Mitschüler:innen: „Denkzettel verpassen“
4.3 Mobbing: „wurde im Sportunterricht von vielen sehr gemobbt“
4.4 Sexualisierte Gewalt: „hat mich … an sich gedrückt“
5 Diskussion und Verortung des Gewalterlebens
6 Schlussbetrachtung und Ausblick
Ziel dieser Arbeit ist es, individuelle Erlebensmomente von Gewalt aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern im Sportunterricht zu erfassen, um das Phänomen besser zu verstehen und für alltägliche sportunterrichtliche Handlungen zu sensibilisieren, ohne dabei den Sportunterricht pauschal zu problematisieren.
4.1.1 Zwang zum Überschreiten von Leistungsgrenzen: „obwohl ich nicht mehr konnte“
Der Sport ist ein bezeichnendes Beispiel für die zahlreichen Möglichkeiten, die eigenen körperlichen Fertigkeiten zu entdecken und Grenzerfahrungen in Bezug auf die individuelle Leistungsfähigkeit zu machen. Der äußere Zwang zum Überschreiten ebendieser Grenzen wird jedoch im Kontext Schule in vielerlei Hinsicht als Gewalt empfunden. So geht für viele Schüler:innen die Teilnahme am Sportunterricht mit einer ungewollten körperlichen Grenzerfahrung einher: „Ich musste also, ob ich wollte oder nicht [...]“ (76.10). Das Ausüben von psychischem Druck durch die Lehrkraft wird von den Schüler:innen in verschiedenen sportlichen Kontexten beschrieben, ein Beispiel hierfür ist unter anderem der Turnunterricht.
„Ich musste einmal weiter am Reck turnen, obwohl ich keine Energie und Kraft mehr hatte. Der Lehrer wollte mehr sehen.“ (12.1 f.)
Auch in Verbindung mit Ausdauersport tritt dieses Gewaltphänomen auf. Eine befragte Person führt dazu an: „Die Lehrer triezten einen zum Weitermachen [...]“ (45.7), auch wenn die individuelle Belastungsgrenze bereits erreicht gewesen ist. Es folgt daraus nicht selten ein Zustand der körperlichen Erschöpfung und Überforderung bis hin zum Kreislaufversagen.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Forschungsdefizit bezüglich Gewalterfahrungen im Sportunterricht und definiert das Ziel, subjektive Schülersichten sichtbar zu machen.
2 Grundlegungen zum Gegenstandsbereich „Gewalt“: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, definiert Gewaltbegriffe und beleuchtet innerschulische, soziokulturelle, familiäre sowie individuelle Faktoren für die Gewaltentstehung.
3 Zur Anlage der Untersuchung von Gewalterleben im Schulsport: Hier wird der qualitative Forschungszugang erläutert, die Methode der schriftlichen Kurznarration begründet und das Verfahren der Sequenzanalyse zur Datenauswertung vorgestellt.
4 Phänomene des Gewalterlebens im Schulsport: Dieser Hauptteil präsentiert die empirischen Ergebnisse, gegliedert in Gewalt durch Lehrkräfte, Gewalt durch Mitschüler:innen, Mobbing und sexualisierte Gewalt.
5 Diskussion und Verortung des Gewalterlebens: Die Ergebnisse werden hier kritisch diskutiert, in den Kontext der subjektiven Wahrnehmung gestellt und mit Mustern der Gewaltentstehung verknüpft.
6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert das methodische Vorgehen und formuliert Anregungen für künftige Forschungsarbeiten zur Gewaltprävention.
Gewalterleben, Schulsport, Qualitative Analyse, Schüler:innensicht, Sportlehrkraft, Mitschüler:innen, Mobbing, Sexualisierte Gewalt, Leistungsdruck, Körperbild, Sequenzanalyse, Schulalltag, Machtverhältnisse, Grenzerfahrungen, Diskriminierung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen von Gewalterleben im Sportunterricht aus der subjektiven Perspektive von Schülerinnen und Schülern.
Die Arbeit deckt verschiedene Formen der Gewalt ab, darunter psychischen Druck durch Lehrkräfte, Stigmatisierung, Mobbing unter Mitschülern sowie Grenzverletzungen durch sexualisiertes Verhalten.
Ziel ist es, individuelle Erlebensmomente sichtbar zu machen und Phänomenbereiche der Gewalt im Schulsport herauszuarbeiten, anstatt konkrete Präventionsvorschläge zu generieren.
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, bei dem mittels schriftlicher Kurznarrationen Daten erhoben und diese anschließend durch eine Sequenzanalyse nach Soeffner interpretiert wurden.
Der Hauptteil analysiert spezifische Gewaltphänomene wie Zwang beim Leistungsturnen, Rassismus, Bewertungsmacht durch Noten sowie soziale Exklusion während Mannschaftswahlen.
Zentrale Begriffe sind Gewalterleben, Schulsport, Stigmatisierung, Machtverhältnisse, Körpererfahrung und soziale Exklusion.
Der Schwimmunterricht wird aufgrund der körperlichen Exponiertheit, der Intimität der Situation und der damit verbundenen Hilflosigkeit der Schüler häufig als Kontext für Grenzverletzungen und Mobbing genannt.
Viele Schüler empfinden die Bewertungsmacht der Lehrkraft als Druckmittel, wobei die Angst vor schlechten Noten dazu führt, dass Schüler Übungen gegen ihre Belastungsgrenzen oder körperliche Integrität durchführen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

