Magisterarbeit, 2008
135 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Events und Festivals im Tourismus
2.1 Zum Verständnis des Begriffs Event
2.1.1 Touristische Events
2.1.2 Inhalt, Anlass und Größe als Unterscheidungskriterium
2.1.3 Einordnung des Rockfestivals als kulturelles Musik-Event
2.2 Geschichtlicher Hintergrund: Die wachsende Bedeutung touristischer Events
2.2.1 Steigende Freizeitorientierung und Erlebnisansprüche als Antrieb für die heranwachsende Tourismusindustrie
2.2.2 Steigende Bedeutung kultureller Events aufgrund der Kundenansprache über Erlebniswelten
2.3 Fazit
3. Jugendsegment und Jugendkultur
3.1 Jugendliche Konsumenten
3.2 Zum Verständnis des Begriffs Jugendkultur
3.3 Die Bedeutung der Jugendkultur für das Konsum- und Freizeitverhalten der Jugendlichen
3.3.1 Ausdifferenzierung der Jugendkultur: Komplexität und Unübersichtlichkeit im Jugendsegment/ Einführung der Bezeichnung Jugendszene
3.4 Rockfestivals als Ausdruck der gegenkulturellen Hippiegeneration
3.5 Fazit
4. Rockfestivals heute
4.1 Definition/ Abgrenzungskriterien Rockfestival
4.2 Entwicklung und Angebotsvielfalt jugendkultureller Musikfestivals in Deutschland
4.3 Fallstudien: „Hurricane“ - „Rock im Park“ - „Sziget“
4.3.1 Untersuchungsdesign
4.3.2 Das „Hurricane“ -Festival
4.3.2.1 Befragungsergebnisse
4.3.2.2 Fazit
4.3.3 Das „Rock im Park“ -Festival
4.3.4.1 Befragungsergebnisse
4.3.3.2 Fazit
4.3.4 Das „Sziget“-Festival
4.3.4.1 Befragungsergebnisse
4.3.4.2 Fazit
5. Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht das unausgeschöpfte touristische Potenzial von Rockfestivals, insbesondere im Hinblick auf deren Bedeutung für jugendliche Zielgruppen und die Möglichkeiten einer touristischen Integration, ohne dabei den spezifischen Eventcharakter zu gefährden.
1. Einleitung
Seit den 1970er Jahren werden Attraktionen wie Ausstellungen, große Museen sowie im besonderen Sport- und Kultur-Events immer bedeutender für den Tourismus und seine zugehörige Industrie. Im gleichen Zeitraum entstanden die ersten Rockfestivals in Deutschland, Europa und den Vereinigten Staaten, welche die Vorreiter auf diesem Gebiet der Eventveranstaltung waren. Für den Fremdenverkehr durchaus bedeutend, versammelten bereits damals einige dieser Open Air-Veranstaltungen, teilweise erwartet, teilweise unerwartet, große Massen von Jugendlichen im zweistelligen Tausenderbereich.
Von der Tourismusindustrie weitestgehend unbeachtet, werden sie - selbst von eventtouristisch vorgeprägten - Orten meist abgelehnt, so dass die Festivalveranstalter in der Vorlaufphase der Festivalplanung oft auf unwägbare Schwierigkeiten bei der Suche nach einer geeigneten Eventlocation stoßen. Trotz der zentralen Rolle, die Events im Allgemeinen bei der Ausgestaltung von Reiseangeboten für Jugendliche und junge Erwachsene heute spielen und der Beliebtheit, welche viele der großen Open Air-Festivals mittlerweile erlangt haben, ist noch immer eine deutliche Zurückhaltung touristischer Anbieter bei dieser Art von Veranstaltung zu erkennen.
Was in den 1970er Jahren auf das gegenkulturelle und rebellische Verhalten der jugendlichen Rockfestivalbesucher sowie auf die, organisatorisch gesehen, chaotischen Verhältnisse, welche oft auf den ersten Rockfestivals der Geschichte vorherrschten, zurückzuführen war, muss heute jedoch andere Gründe haben. Denn auf den aktuellen, vorwiegend professionell gemanagten jugendkulturellen Musikfestivals kommt es in der Regel nur noch selten zu Zwischenfällen, die Sicherheitsbestimmungen vor Ort sind hoch, die Veranstalter zum Teil schon viele Jahre im Geschäft und somit daran gewöhnt, große Besuchermassen zu bewältigen, der Organisationsablauf ist bei den meisten publikumsstarken Festivals längst als routiniert zu bezeichnen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Relevanz von Rockfestivals und die bisherige Zurückhaltung der Tourismusindustrie trotz hoher Besucherzahlen und Professionalisierung.
2. Events und Festivals im Tourismus: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Event und Festival, erläutert deren touristische Bedeutung und analysiert die wachsende Rolle von Erlebniswelten im Marketing.
3. Jugendsegment und Jugendkultur: Hier wird die Bedeutung der Jugendkultur für das Konsumverhalten analysiert und die historische Entwicklung hin zur modernen Jugendszene und deren Ausdifferenzierung betrachtet.
4. Rockfestivals heute: Dieses Kapitel bietet eine Definition von Rockfestivals, zeigt deren Angebotsvielfalt in Deutschland auf und führt durch Fallstudien konkrete touristische Potenziale und Herausforderungen an den Beispielen „Hurricane“, „Rock im Park“ und „Sziget“ aus.
5. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Entwicklung der Rockfestivals zu professionalisierten touristischen Faktoren und zeigt zukünftige Chancen für eine Integration in den Tourismusmarkt auf.
Rockfestival, Jugendreise, Eventtourismus, Erlebnisgesellschaft, Jugendkultur, Jugendszene, Eventmarketing, Sponsoring, Hurricane Festival, Rock im Park, Sziget Festival, Festivalguide, Tourismusindustrie, Konsumverhalten, Open Air.
Die Arbeit analysiert die touristische Bedeutung von Rockfestivals als Events der Jugendkultur und untersucht, inwiefern diese für touristische Dienstleistungsunternehmen ein unausgeschöpftes Potenzial darstellen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Event-Definition, der soziologischen Bedeutung der Jugendkultur für das Konsumverhalten sowie der geschichtlichen und aktuellen Entwicklung von Musikfestivals in Deutschland und Europa.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie touristische Akteure Rockfestivals zur Profilierung nutzen können, ohne deren spezifischen, von der Zielgruppe geschätzten Eventcharakter zu zerstören.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen und eine eigene, 2006 durchgeführte Feldforschung mit problemzentrierten Interviews bei drei ausgewählten Festivals.
Neben der theoretischen Einordnung von Events und Jugendkultur werden ausführliche Fallstudien zu den Festivals „Hurricane“, „Rock im Park“ und „Sziget“ präsentiert, die das Konsumverhalten und die Bedürfnisse der Besucher analysieren.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Eventtourismus, Jugendkultur, Erlebnisgesellschaft, kommerzielle Festivals und das Zusammenspiel von touristischer Infrastruktur und Festivalerlebnis.
Das „Sziget“-Festival bietet aufgrund seiner Dauer von einer Woche und seiner Lage in einer Metropole einen deutlich stärkeren touristischen Mehrwert und wird von den Besuchern eher als Urlaubsziel wahrgenommen als die deutschen Festivals.
Die Untersuchung zeigt, dass die Stimmung und das „Festivalflair“ für die Besucher höchste Priorität haben; touristische Angebote (wie Hotelübernachtungen), die diese Stimmung als „kaputtgehend“ wahrnehmen lassen, stoßen bei der Mehrheit auf Ablehnung.
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