Masterarbeit, 2007
55 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Systemtheoretische Grundlagen
2.1 Konstruktivismus
2.2 Beobachtung
2.3 Kybernetik
2.4 Triviale und nichttriviale Maschinen
2.5 Der Systembegriff
2.6 Autopoiese
2.7 Selbstreferenz
2.8 Sinn
2.9 Soziale Systeme
2.10 Kommunikation
3. Systemische Ansätze in Therapie, Organisationsberatung und Coaching
3.1 Systemische Therapie
3.1.1 Von der Psychotherapie zur systemischen Therapie
3.1.2 Kernfragen systemischer Therapie
3.1.3 Grundhaltungen, Annahmen und Zielsetzungen systemischer Therapie
3.1.4 Techniken und Methoden der systemischen Intervention
3.2 Systemische Organisationsberatung
3.2.1 Beteiligte Systeme in der Organisationsberatung
3.2.2 Experten- und Prozessberatung
3.2.3 Systemische Interventionen in der Organisationsberatung
3.3 Systemisches Coaching
3.3.1 Beteiligte Systeme im Coaching
3.3.2 Systemische Interventionen im Coaching
4. Systemische Führung
4.1 Systemtheoretische Managementansätze
4.1.1 Der St. Galler Ansatz
4.1.2 Der Münchner Ansatz
4.1.3 Der Wiener Managementansatz
4.2 Systemische Interventionen als Führungsinstrument
4.2.1 Beteiligte Systeme in der Führung
4.2.2 Besonderheiten im Kontext Führung
4.2.3 Systemische Interventionen in der Mitarbeiterführung
4.3 Konsequenzen für die Personalentwicklung
5. Schluss
Die Arbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten systemtheoretischer Ansätze auf den Management- und Führungsbereich. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie die Systemtheorie die Führungstheorie neu stellt oder beantwortet und wie sich der theoretische Widerspruch zwischen Selbst- und Fremdorganisation im Führungskontext auflösen lässt.
3.1.3 Grundhaltungen, Annahmen und Zielsetzungen systemischer Therapie
Systemische Therapie stellt „weder eine unmittelbar wissenschaftsgeleitete Anwendung systemtheoretischer Konzepte noch einen rein handwerklichen Satz von Techniken dar“ (Schlippe/Schweitzer, 2003, S. 116). Vielmehr wird beides „miteinander verbunden durch eine Reihe grundlegender, das konkrete Handeln inspirierender Prämissen und Haltungen“ (ebd.). Diese sollen im Folgenden kurz beschrieben werden.
Den Möglichkeitsraum vergrößern. Von Foerster (1988, S. 33) beschrieb mit dem so genannten ‚ethischen Imperativ’ die Zielrichtung systemischen Denkens und Handelns: „Handle stets so, daß du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst!“. In diesem Sinne steht systemischem Arbeiten alles entgegen, was die Zahl der Möglichkeiten einschränkt (vgl. Schlippe/Schweitzer, 2003, S. 116).
Hypothesenbildung. In der systemischen Therapie „geht es nicht darum, die eine richtige Hypothese zu finden. Vielmehr führt gerade die Vielfalt der Hypothesen auch zu einer Vielfalt von Perspektiven und Möglichkeiten“ (ebd., S. 117, Herv. i.O.). Insbesondere Hypothesen, die von den gewohnten Beschreibungen abweichen, bieten oft neue und überraschende Erkenntnisse (vgl. ebd.).
Zirkularität. Das Verhalten jedes Mitglieds eines Klientensystems ist zugleich Ursache und Wirkung des Verhaltens der anderen Mitglieder (vgl. Schweitzer et al., 2007, S. 6). Zirkuläres Denken ist der Versuch, diesen Zusammenhang als Regelkreis zu beschreiben, so dass „die Eingebundenheit dieses Verhalten in einen Kreislaufprozeß sichtbar wird“ (vgl. Schlippe/Schweitzer, 2003, S. 118).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Wandel in der komplexen Welt und die Notwendigkeit, Führungssysteme systemtheoretisch zu überdenken.
2. Systemtheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel führt in zentrale Konzepte wie Konstruktivismus, Beobachtung, Kybernetik, Autopoiese und die Theorie sozialer Systeme nach Luhmann ein.
3. Systemische Ansätze in Therapie, Organisationsberatung und Coaching: Es werden die verschiedenen Anwendungsfelder systemischer Ansätze, deren spezifische Methoden und die jeweiligen Beratungskontexte analysiert.
4. Systemische Führung: Das Kapitel diskutiert systemische Managementansätze und deren Übertragbarkeit sowie die Einsatzmöglichkeiten systemischer Interventionen als Führungsinstrument.
5. Schluss: Eine zusammenfassende Betrachtung zur prinzipiellen Steuerbarkeit von Organisationen und den Implikationen für die Personalentwicklung.
Systemtheorie, Systemische Führung, Konstruktivismus, Soziale Systeme, Luhmann, Selbstorganisation, Fremdorganisation, Intervention, Organisationsberatung, Systemisches Coaching, Personalentwicklung, Managementansätze, Komplexität, Zirkularität, Kommunikation
Die Arbeit analysiert, wie systemtheoretische Konzepte auf Management und Führung angewendet werden können, um den Herausforderungen einer komplexen Welt zu begegnen.
Die zentralen Felder sind die Systemtheorie, systemische Beratungspraxis, verschiedene Managementansätze (St. Galler, Münchner, Wiener) und deren Bedeutung für die Mitarbeiterführung.
Das Ziel ist es, systemische Ansätze auf ihre Anwendbarkeit im Management kritisch zu prüfen und Konsequenzen für eine moderne Personalentwicklung abzuleiten.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, die auf der Systemtheorie sozialer Systeme nach Niklas Luhmann basiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, die Übertragung systemischer Techniken aus der Therapie in den Beratungs- und Führungskontext sowie die Evaluierung von Managementmodellen.
Schlüsselbegriffe sind Systemische Führung, Autopoiese, Selbstorganisation, Komplexität, Interventionsmethoden und Lernende Organisation.
Klassische Führung versteht sich oft als direktive Fremdgestaltung, während systemische Führung versucht, die Selbstorganisation des Systems zu unterstützen.
Weil Führungskräfte im Gegensatz zu externen Beratern Teil des Systems sind und somit nicht außerhalb des Geschehens agieren können, was die Anwendung direkter Interventionstechniken erschwert.
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