Bachelorarbeit, 2004
45 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Probleme und Zielstellungen
3 Die Geschichte des Segelns
4 Aerodynamik des Segelns
4.1 Prinzipien der Aerodynamik
4.1.1 Vortrieb durch Auftrieb
4.1.2 Der Druck
4.1.3 Die Zirkulation
4.2 Form und Leistung der Segel
4.2.1 Die Seitenverhältnisse
4.2.2 Die Segelwölbung
4.2.3 Verhältnis Großsegelschnitt zu Vorsegelschnitt
4.3 Die Stellung der Segel
4.3.1 Der Anstellwinkel
4.3.2 Die Spaltwirkung
4.4 Weitere aerodynamische Faktoren
4.4.1 Der Mast
4.4.2 Der Rumpf
4.4.3 Die Crew
5 Didaktisch/Methodische Ausbildung
5.1 Theoretischer Teil
5.2 Praktischer Teil
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexen aerodynamischen Prinzipien des Segelns für die didaktisch-methodische Ausbildung im studentischen Segelsport verständlich aufzubereiten und dabei veraltete, physikalisch unpräzise Lehrmodelle durch modernere Erkenntnisse zu ersetzen.
4.1.3 Die Zirkulation
Durch den Anstellwinkel des Segels wird die Luft aus ihrer Bahn gelenkt. Nach Isaac Newtons drittem Bewegungsgesetz muss auf jede Aktion eine gleichgroße Reaktion in entgegengesetzter Richtung verlaufen. Das bedeutet, dass bei der Umlenkung des Windes durch das Segel Reaktionskräfte entstehen, die für den Vortrieb genutzt werden. Nun stellt sich die Frage, warum die Luft am Segel entlang strömt und nicht in ihre eigentliche Richtung weiter strömt. Lars Bolle vergleicht hier die Luftströme mit dickem Honig, um die Viskosität der Luft zu verdeutlichen. Bei der Umströmung des Segels wird die direkte anliegende Luftschicht selbst bei einem noch so glatten Segeltuch durch Reibungswiderstand auf Null abgebremst, die darüber liegende Luftschicht schon etwas weniger, wie in Abbildung 7 deutlich wird.
Die Dicke dieser Grenzschicht, in der die Luft gebremst wird, ist abhängig vom Reibungswiderstand des verwendeten Segelmaterials. Deshalb haben Kunstfasersegel heute nur noch ein Viertel des Reibungswiderstandes der alten Baumwollsegel.
Die Strömung schmiegt oder klebt sich also ans Segel, was immer noch nicht die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Luftströme in Lee und Luv erklärt.
Bolle hat hierfür eine Theorie aufgestellt, welche auch in der Praxis belegt wurde: die Zirkulation.
1 Einleitung: Vorstellung der Bachelor-Arbeit und Einordnung des Segelsports in seinen gesellschaftlichen und sportlichen Kontext.
2 Probleme und Zielstellungen: Analyse der Defizite in der aktuellen Segelliteratur bezüglich aerodynamischer Erklärungsmodelle und Formulierung des Zieles, didaktische Vermittlungshilfen zu entwickeln.
3 Die Geschichte des Segelns: Überblick über die historische Entwicklung von frühen Wasserfahrzeugen bis hin zum modernen Sportsegeln.
4 Aerodynamik des Segelns: Detaillierte Untersuchung der physikalischen Prozesse wie Auftrieb, Druckverhältnisse und Zirkulation sowie deren Einflussfaktoren am Boot.
5 Didaktisch/Methodische Ausbildung: Konkrete Empfehlungen für die theoretische und praktische Vermittlung der Aerodynamik im Rahmen von studentischen Segelkursen.
Aerodynamik, Segeln, Vortrieb, Auftrieb, Zirkulation, Anstellwinkel, Spaltwirkung, Segelwölbung, Mast, Rumpf, Strömung, Didaktik, Segelausbildung, Druckgefälle, Induktionswiderstand.
Die Arbeit untersucht die physikalischen Prinzipien der Aerodynamik beim Segeln und entwickelt Wege, diese komplexen Zusammenhänge in der praktischen Ausbildung von Segelanfängern methodisch korrekt zu vermitteln.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Segelns, moderne aerodynamische Theorien zum Vortrieb (Auftrieb, Druck, Zirkulation) sowie die aerodynamischen Einflüsse von Segelform, Bootstrimm und Besatzung.
Das Hauptziel ist es, ein korrektes physikalisches Verständnis des Vortriebs zu fördern und veraltete Lehrmeinungen, wie das sogenannte „Düsen-Phänomen“, durch wissenschaftlich fundiertere Erklärungsansätze zu ersetzen.
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Werke zur Segelaerodynamik sowie auf seine eigene Erfahrung als Segeltrainer, um didaktische Ansätze abzuleiten.
Der Hauptteil analysiert detailliert die aerodynamischen Komponenten am Segelboot, darunter die Interaktion von Segeln (Spaltwirkung), die Bedeutung des Mastprofils, den Einfluss des Rumpfes und das Verhalten der Crew.
Wesentliche Begriffe sind Aerodynamik, Vortrieb, Zirkulation, Anstellwinkel, Spaltwirkung und die didaktische Aufbereitung für den Hochschulsport.
Der Autor führt an, dass das Düsenprinzip physikalisch widerlegt ist, da Luftströmungen zwischen den Segeln nicht beschleunigt, sondern abgebremst werden, was jedoch in vielen Lehrwerken weiterhin falsch vermittelt wird.
Die Zirkulation erklärt durch die Entstehung eines Anfahrwirbels und den resultierenden Luftstrom-Unterschieden zwischen Lee- und Luvseite, warum die Luftströmung am Segel anliegt und wie Auftrieb entsteht.
Sie dienen als visuelle Indikatoren für das Anliegen der Strömung am Segel und ermöglichen dem Segler eine unmittelbare Kontrolle und Korrektur des Anstellwinkels für eine optimale Vortriebsleistung.
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