Bachelorarbeit, 2021
46 Seiten, Note: Drei
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 Einleitung
2 Zweck der Sprache in einer Diktatur
3 Kennzeichen der Sprache
3.1 Allgemeine Kennzeichen
3.2 Stilistik
3.3 Häufige Verwendung von Vokabeln
3.4 Einsatz von Metaphern:
3.4.1 Dynamische Metaphern
3.4.2 Kriegsausdrücke
3.4.3 Metaphern des Kampfes
3.4.4 Metaphern der Technik
3.4.5 Metaphern aus der Biologie
3.4.6 Sportmetaphern
3.5 Umdeutungen und Umwertungen
3.6 Superlativischer Stil
3.6.1 Der grammatische Superlativ
3.6.2 Superlativische Zahlenangaben
3.7 Religiöse Stilelemente
3.8 Kompositionen, Derivationen
3.9 Euphemismen
3.9.1 Krisenvokabular
3.9.2 Exekutionsvokabular
3.10 Neologismen
3.11 Schwulst und Pathos
3.12 Diskussion um die NS-Sprache
4 Verbrannte Wörter
5 Goebbels Ansprache
5.1 Einleitende Überlegungen zu Goebbels Ansprache
5.2 Analyse der Rundfunkansprache von Joseph Goebbels, 19.04.1945
6 Zusammenfassung der Ergebnisse
Diese Arbeit untersucht die propagandistischen Mittel der nationalsozialistischen Sprache, um aufzuzeigen, wie durch spezifische sprachliche Strategien die Bevölkerung manipuliert, das Weltbild des Regimes gefestigt und eine irrationale Gefolgschaft erzielt wurde.
3.4.1 Dynamische Metaphern
Begriffe aus Militär und Technik werden oft mit Bewegung verbunden. Die Dynamik in Verbindung mit Metaphern ist bei Bork ein weiteres Merkmal der NS-Sprache. Der Nationalsozialismus ist eine Bewegung, die sich unter anderem durch eine „erst handeln, dann denken“ Mentalität auszeichnet. Im Sinne dieser epimetheischen Haltung sieht Hitler im „Gefühlsüberschwang und in der Aktion“ (Zitat nach Bork 1970:19) das Heil der Nation. Das Handeln, teils aus irrationalen Motiven, ist die gewünschte Einstellung. Darum ist der Nationalsozialismus auch mehr eine Bewegung, als eine Parteiorganisation. Die Bedeutung, die das Wort „ Bewegung“ für die Nationalsozialisten hat, zeigt sich darin, dass dieses Substantiv kurz nach der Machtübernahme zum Monopolwort der NSDAP wird. Das geht soweit, dass sie der Bewegung eine ganze Stadt widmen. Die Stadt München, die als Ursprungsstadt der NSDAP einen besonders hohen Stellenwert hat, wird fortan mit dem Ehrentitel „Hauptstadt der Bewegung“ versehen. Wörter, die Bewegung suggerieren, erfreuen sich großer Beliebtheit. Zu ihnen gehören zum Bespiel die Wörter: „Blitzmarsch“, „Volksturm“ oder „Sturmschritt“. Diese schwungvollen Begriffe, die Bewegung, aber auch Hektik in sich vereinen, haben den Zweck, der Bevölkerung die Zeit zum Denken zu nehmen. Die häufige Verwendung des Wortes „Sturm“, gepaart mit einem Wort der Bewegung, soll Individuen dahingehend manipulieren, leichter zur Aktion getrieben zu werden. (vgl. Bork 1975:19)
1 Einleitung: Die Arbeit stellt die Forschungsfrage, wie durch die Sprache des Nationalsozialismus und gezielte propagandistische Mittel eine solche Überzeugungskraft ausgeübt werden konnte, um Massen zu begeistern.
2 Zweck der Sprache in einer Diktatur: Es wird dargelegt, dass Sprache in einer Diktatur ein zentrales Werkzeug zur Etablierung, Machtausübung und Massenmanipulation ist, um Übereinstimmung mit dem Regime zu erzwingen.
3 Kennzeichen der Sprache: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert detailliert die stilistischen Merkmale der NS-Sprache, darunter Metaphorik, Umdeutungen, den Einsatz von Superlativen, religiöse Stilelemente, Euphemismen und Neologismen.
4 Verbrannte Wörter: Es wird die Problematik von Wörtern behandelt, die durch ihren starken Missbrauch im Dritten Reich belastet sind und deren Verwendung auch nach dem Krieg kritisch diskutiert wird.
5 Goebbels Ansprache: Anhand einer konkreten Analyse der letzten Rundfunkansprache von Joseph Goebbels aus dem April 1945 werden die theoretischen Konzepte der NS-Sprache in der Praxis überprüft und veranschaulicht.
6 Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass die Sprache des Nationalsozialismus als bewusstes Werkzeug diente, um durch irrationale Ansprache, ständige Wiederholung und Manipulation des Empfindens eine totale Gefolgschaft zu erreichen.
NS-Sprache, Nationalsozialismus, Propaganda, Joseph Goebbels, Sprache, Metaphern, Manipulation, Ideologie, Diktatur, Sprachwandel, Euphemismen, Umdeutung, Fanatismus, Volksgemeinschaft, Rhetorik
Die Arbeit analysiert die spezifische Sprache und rhetorischen Mittel, derer sich die Nationalsozialisten bedienten, um ihre Ideologie zu verbreiten und die Menschen zu manipulieren.
Im Zentrum stehen rhetorische Strategien wie die Verwendung von Metaphern, die Umdeutung bestehender Begriffe, der Einsatz von Superlativen sowie die religiöse Überhöhung des Führerkultes.
Die Arbeit untersucht, mit welchen sprachlichen Mitteln Hitler und seine Anhänger, allen voran Joseph Goebbels, eine so starke Überzeugungskraft ausüben konnten, dass sie Menschen massenhaft für ihre Ziele und sogar bis in den Tod begeistern konnten.
Die Arbeit nutzt eine linguistische und inhaltliche Analyse von einschlägigen Quellen und Reden, wobei sie theoretische Arbeiten (wie von Victor Klemperer oder Siegfried Bork) auf die Praxisbeispiele anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit spezifischen Kennzeichen wie Technik- und Kriegmetaphern, religiöse Stilelemente, Euphemismen (Tarnvokabular) und den sogenannten "verbrannten Wörtern".
Die Arbeit ist durch Begriffe wie NS-Sprache, Propaganda, Manipulation, Ideologie, Sprachwandel und Volksgemeinschaft charakterisiert.
Die Ansprache wird als Fallbeispiel gewählt, da sie untypisch weniger vom üblichen NS-Vokabular geprägt ist, aber dennoch die wesentlichen Mechanismen der Manipulation und der Mythenbildung am Ende des Regimes verdeutlicht.
Die Untersuchung zeigt auf, wie religiöse Begriffe wie "Glaube", "Messias" oder "Vorsehung" gezielt in den politischen Kontext übertragen wurden, um Hitler als unfehlbaren Prophet und den Nationalsozialismus als Heilsbotschaft zu inszenieren.
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