Diplomarbeit, 2003
173 Seiten, Note: 1,3
1. Einordnung der Themenstellung
1.1 Einleitung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2. Einführung in den Themenkomplex
2.1 Informationen und ihre Umwelt
2.1.1 Bedeutung von Informationen
2.1.2 Probleme als Systeme
2.1.3 Komplexität von Problemen
2.1.4 Entscheidungsprobleme und ihre Struktur
2.1.5 Strukturierung durch Modellierung
2.2 Definitionen von Kooperation und Kollaboration
2.3 Motivation zur Kooperation
2.3.1 Der Mensch als Nutzenmaximierer
2.3.2 Kriterien fairer Nutzenzuteilung
2.4 Kollaborationsphasen zur Wegebnung von Synergieeffekten
3. Synergiepotential und seine Erschließung durch Koordination
3.1 Synergieeffekte
3.1.1 Arten von Synergieeffekten
3.1.2 Planung des Synergiepotentials
3.2 Koordination in der Kooperation
3.2.1 Spektrum der Koordination
3.2.2 Direkte Koordination
3.2.3 Indirekte Koordination
3.2.4 Koordinationswahl bei asymmetrischen Informationen
3.2.5 Koordination durch Verhandlungen
3.3 Kooperationsnutzen und Nutzenverteilung
3.3.1 Kooperationsbewertung
3.3.2 Nutzenverteilung und ihre Problematik
3.3.3 Zeitpunkt der Nutzenverteilung
3.4 Koordination durch Verhandlungen
3.4.1 Integrative versus distributive Verhandlungen
3.4.2 Integrative Verhandlungen als Kollaborationsform
3.4.3 Unterstützung integrativer Verhandlung durch einen Mediator
3.4.4 Theoretische Instrumente zur Stützung von Verhandlungen
3.5 Zwischenfazit
4. Spieltheorie
4.1 Kooperation in der Spieltheorie
4.2 Bestimmung des Gesamtnutzens aus dem individuellen Verhalten im Gefangenendilemma
4.2.1 Struktur des Gefangenendilemmas
4.2.2 Zeitaspekt und Strategiewahl
4.2.3 Ermöglichung von Kooperation durch Vertrauen
4.2.4 Möglichkeit der Vergeltung defektiven Verhaltens
4.3 Axiomatische Verteilung des bekannten Nutzens in kooperativen Spielen
4.3.1 Struktur eines Koalitionsspiels
4.3.2 Der Kern
4.3.3 Shapley-Wert
4.4 Erkennen und Durchsetzen von Synergien durch Informationsaustausch: Ein Modell
4.4.1 Formale Struktur und Implikationen
4.4.2 Erweiterung des Modells durch die Einbeziehung gegenseitigen Lernens
4.4.3 Beispiel eines möglichen Verhandlungsverlaufs
4.4.4 Interpretation des Modells
4.5 Zwischenfazit
5. Entscheiden in realen Situationen
5.1 Iindividuelles Entscheidungsfeld
5.2 Phasen betrieblicher Entscheidungsprozesse
5.3 Konstruktion des Entscheidungsmodells
5.3.1 Handlungsalternativen
5.3.2 Modellierung der Wirkungen und der Präferenzen
5.3.3 Modellierung der Umwelt
5.4 Lösung des Modells
5.4.1 Methoden zur Zielerreichung
5.4.2 Optimierungsverfahren in Abhängigkeit der Problemklasse
5.4.3 Evolutionäre Algorithmen
5.4.4 Evaluation der Lösung
5.4.5 Ausblick
5.5 Individuelles Entscheiden im Verhandlungsprozess
5.5.1 Kollaborative Verhandlungen als gemeinsame Entscheidung
5.5.2 Zusammensetzung der Verhandlung aus Einzelentscheidungen
5.5.3 Ansatzpunkte der Verhandlungsunterstützung
5.6 Zwischenfazit
6. Entscheidungsunterstützungssysteme
6.1 Grundform von Decision Support Systems (DSS)
6.1.1 Definition und Eigenschaften von DSS
6.1.2 Klassifikation von DSS
6.2 Grundform des Group Decision Support Systems (GDSS)
6.2.1 Entscheidungen in der Gruppe
6.2.2 Definition und Eigenschaften von GDSS
6.2.3 Entwicklungsstufen von GDSS
6.2.4 Räumliche und zeitliche Verteilung von Entscheidungsprozessen
6.3 Negotiation Support Systems (NSS)
6.3.1 Definition und Eigenschaften
6.3.2 Grundsätze der Verhandlung
6.3.3 Ansatzpunkt zur Unterstützung im Verhandlungsprozess
6.4 Ein NSS und seine Eignung im Zielkontext am Beispiel ICANS
6.4.1 Verhandlungsunterstützung durch ICANS
6.4.2 Bewertung der Prozessunterstützung durch ICANS
6.5 Einfluss der Verhandlungssituation auf die Systemarchitektur
6.5.1 Bedeutung der Verhandlungssituation
6.5.2 Pareto-Grenze in integrativen und distributiven Verhandlungen
6.5.3 Beziehung zwischen Verhaltensform und Verhandlungsart
6.6 Zwischenfazit – Auswirkungen auf die Architektur
7. Ein Verhandlungsunterstützungssystem für integrative Verhandlungen
7.1 Entwicklung eines Konzeptes zur Stützung integrativer Verhandlungen
7.1.1 Ausgangsposition und Grundidee
7.1.2 Ein System für integrative Verhandlungen
7.1.3 Räumliche und zeitliche Verteilung
7.2 Verbesserte Komplexitätsbewältigung des Verhandlungsproblems
7.2.1 Prozessuale Strukturierung der Verhandlung
7.2.2 Verbesserung der kooperativen Entscheidungssuche
7.2.3 Erweiterung des Verhandlungsraumes
7.2.4 Berücksichtigung von Koalitionen
7.2.5 Verringerung von Verhaltensunsicherheiten
7.2.6 Auswirkungen einer Präferenzmanipulation
7.2.7 Tabellarische Charakterisierung des NSS
7.3 Verdeutlichung der Systematik an einem Beispiel aus dem Automobilbereich
7.3.1 Parteien
7.3.2 Ergebnisse der Vorverhandlung
7.3.3 Grundlegende Annahmen der Kooperationsbewertung
7.3.4 Entscheidungsrelevante Daten der Parteien
7.3.5 Aggregation zu einem Gesamtmodell
7.3.6 Modellierung der Koalitionen
7.3.7 Defektives Verhalten und Nutzenerwartung
8. Fazit
8.1 Zusammenfassung
8.2 Kritische Würdigung und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen konzeptionellen Ansatz für ein IT-gestütztes System zu entwickeln, das strategische zwischenbetriebliche Kooperationen – insbesondere Kollaborationen – durch einen strukturierten Planungsprozess unterstützt. Im Zentrum steht dabei die Bewältigung der Komplexität sowie die Stabilisierung der Zusammenarbeit durch informationstechnologische Hilfestellungen bei der Entscheidungsfindung und Nutzenverteilung.
3.4.2 Integrative Verhandlungen als Kollaborationsform
Wie eingehend festgestellt wurde, bedarf bereits die strategische Planung des Synergiepotentials einer zwischenbetrieblichen Kollaboration eines kollaborativen Prozesses. Die potentiell kollaborative Eigenschaft von Verhandlungen zeigt sich bei ehrlichem Informationsaustausch. Zur Verdeutlichung dieser Aussage erfolgt ein Vergleich der idealtypischen Phasen dieses Prozesses. Der Verlauf einer integrativen Verhandlung lässt sich in drei Phasen einteilen:
Das Herantreten eines Akteurs an die anderen potentiellen Teilnehmer und die Kommunikation der Chance, die er in der Zusammenarbeit sieht, leiten die erste Verhandlungsphase ein. Daraufhin klärt eine separierte Evaluation des Sachverhaltes, ob überhaupt generelles Interesse vorhanden ist. Befinden sämtliche Parteien, dass ein gemeinsames Ziel existiert, ist die Phase des Formings erfolgreich abgeschlossen.
Sofern dies noch nicht geschehen ist, müssen die Parteien nun ihr Problem strukturieren, um sich über die Zielführung möglicher gemeinsamer Strategien gewahr zu werden. Haben die Parteien ihre eigene Situation ergründet, müssen sie untereinander ihre Terminologien abgleichen, um das Problem gemeinsam zu strukturieren. Hiernach sollte einhelliges Verständnis über die Problemsituationen und mögliche Lösungswege bestehen. Hiermit ist die Phase des Grounding abgeschlossen. Der Teil des Groundings, in dem geklärt wird, ob sich die gemeinsame Problemdefinition auch mit den individuellen Zielen deckt, lässt sich noch der ersten Verhandlungsphase zuordnen. Sie bestimmt über eine Fortsetzung der Verhandlung.
In der zweiten Phase findet die Vorverhandlung statt, die weiterhin durch kontinuierlichen Informationsaustausch gekennzeichnet ist. Die Vorverhandlung entspricht im Ablauf der eigentlichen Verhandlung. Ihr Problem ist die Ausarbeitung der Strategie für den Verhandlungsfortgang. Sie umfasst sowohl organisatorische als auch inhaltliche Aspekte. Die Strukturierung der Verhandlung entspricht der Analyse des gemeinsamen Problems und der zu lösenden Teilprobleme (Planning). In der Verhandlung entsprechen diese Teilprobleme den Abstimmungsbereichen, die es für die Bildung der gemeinsamen Strategie zu klären gilt.
1. Einordnung der Themenstellung: Einführung in die Relevanz zwischenbetrieblicher Kooperationen und Definition des Untersuchungsganges.
2. Einführung in den Themenkomplex: Analyse von Informationen als zentrale Erfolgsfaktoren sowie die theoretische Fundierung von Kooperation und Kollaboration.
3. Synergiepotential und seine Erschließung durch Koordination: Untersuchung von Synergieeffekten und deren effiziente Koordination durch Verhandlungen.
4. Spieltheorie: Anwendung spieltheoretischer Modelle zur Analyse von Kooperationsdilemmata und normgerechter Nutzenverteilung.
5. Entscheiden in realen Situationen: Modellierung individueller Entscheidungsprozesse zur Komplexitätsreduktion in strategischen Planungssituationen.
6. Entscheidungsunterstützungssysteme: Überblick über DSS, GDSS und NSS und deren Eignung im spezifischen Zielkontext der Arbeit.
7. Ein Verhandlungsunterstützungssystem für integrative Verhandlungen: Vorstellung eines konkreten Konzepts zur Prozessunterstützung und Validierung an einem Automobil-Beispiel.
8. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und kritische Reflexion des konzeptionellen Entwurfs.
Kooperation, Kollaboration, Synergieeffekte, Verhandlungsunterstützung, Decision Support Systems (DSS), Spieltheorie, Gefangenendilemma, Nutzenverteilung, Informationsasymmetrie, strategische Planung, Koordinationsmechanismen, Modellierung, Prozessstrukturierung, Fairness, Wohlfahrtsmaximierung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der strategischen Planung von zwischenbetrieblichen Kooperationen, speziell der Kollaboration, und entwickelt hierfür ein IT-gestütztes Unterstützungssystem.
Zentrale Felder sind die Bedeutung von Informationen, die spieltheoretische Analyse von Kooperationsanreizen, die Modellierung von Entscheidungen sowie der Einsatz von Gruppenunterstützungssystemen.
Das Ziel ist die prozessuale Verbesserung des Informationsflusses und die Entwicklung eines IT-Systems, das durch eine bessere Komplexitätsbewältigung zu höheren Gesamtnutzen bei Kooperationen führt.
Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der systemtheoretische Grundlagen, die spieltheoretische Analyse und Ansätze aus der Wirtschaftsinformatik zur Gestaltung von Entscheidungsunterstützungssystemen kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die Komplexität der Koordination, erarbeitet ein spieltheoretisches Modell für den Informationsaustausch und leitet daraus Anforderungen für die Architektur eines Verhandlungsunterstützungssystems ab.
Kollaboration, Synergieeffekte, Verhandlungsunterstützungssysteme, Spieltheorie, Nutzenverteilung und Komplexitätsbewältigung sind die maßgeblichen Begriffe.
Da Synergieeffekte als Kuppelprodukt entstehen, sind sie nicht verursachungsgerecht zuordenbar. Zudem führt der Eigennutz der Akteure zu strategischem Verhalten, was die transparente Informationsübermittlung gefährdet.
Durch die Erhöhung der Transparenz im Planungsprozess und die Bereitstellung formalisierter Entscheidungsgrundlagen wird strategisches Verhalten sichtbar gemacht, wodurch die Anreize für Defektion sinken und kooperatives Verhalten gefördert wird.
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