Examensarbeit, 2007
91 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Kulturbegriff
1.2 Die Entstehung eines kulturellen Überlegenheitsgefühls
1.3 Das Verhältnis von Mexiko zu den USA
1.4 Die Sicht der Mexikaner auf die kulturellen Werte der US-Amerikaner
2 Octavio Paz
2.1 Biographie von Octavio Paz
2.2 Die Mexikanität im Labyrinth der Einsamkeit
2.2.1 Der pachuco als Ausgangspunkt auf der Suche nach der Mexikanität
2.2.2 Die USA als indirekter Spiegel der Mexikanität
2.3 Unterschiede in der kulturhistorischen Entwicklung von Mexiko und den USA
2.3.1 Die USA – eine ‚sociedad exclusiva’
3 Carlos Fuentes
3.1 Biographie von Carlos Fuentes
3.2 Der Einfluss von Paz auf Fuentes
3.3 Fuentes’ Lebenswelt zwischen Mexiko und den USA
3.4 Mexikanische Intellektuelle in den USA – Carlos Fuentes und Jorge G. Castañeda
3.5 Die Auseinandersetzung mit den USA im essayistischen Werk
3.6 Der alte Gringo – Gringo viejo
3.7 Die gläserne Grenze – La frontera de cristal
3.7.1 La capitalina – kulturelle Einöde
3.7.2 El despojo - Die Überlegenheit der aristokratischen Kultur Mexikos
3.7.3 La pena – Kritik an der US-amerikanischen Doppelmoral / Heuchelei
3.7.4 La frontera de cristal – mexikanische Höflichkeit
3.7.5 Las amigas – kulturelle Unterschiede in Bezug auf Liebesfähigkeit / Beziehungen
3.7.6 La raya del olvido – familiärer Zusammenhalt und Loyalität bei den Mexikanern
3.7.7 Malintzin de las Maquilas – die Ausbeutung der Maquiladora-Arbeiterinnen
3.7.8 Río Bravo, Río Grande – Zusammenführung der einzelnen Erzählungen
3.7.8.1 Dan Polonsky
3.7.8.2 Gonzalo Romero
3.7.8.3 Leonardo Barroso
3.7.8.4 José Francisco
3.7.8.5 US-Amerikanische Protagonisten
3.7.9 Kritik an Aspekten von Fuentes’ Darstellung der US-amerikanischen Kultur
4 Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen eines kulturellen Überlegenheitsgefühls, das Mexikaner gegenüber der US-amerikanischen Kultur empfinden. Dabei wird analysiert, wie dieses Gefühl als psychologische Kompensation für ein historisch gewachsenes Minderwertigkeitsgefühl fungiert und insbesondere durch die literarische Auseinandersetzung in den Werken von Carlos Fuentes und den essayistischen Grundlagen von Octavio Paz manifestiert wird.
3.7.2 El despojo - Die Überlegenheit der aristokratischen Kultur Mexikos
Diese Erzählung kritisiert verschiedene Bereiche der US-amerikanischen Kultur, insbesondere durch die Gegenüberstellung der aristokratischen Kultur Mexikos zur US-amerikanischen Konsumkultur. Das kulturelle Überlegenheitsgefühl gegenüber den USA wird anhand des Protagonisten Dionisio, eines stereotypen Vertreters der aristokratischen Kultur Mexikos, dargestellt:
Buen mexicano, les concedía a los gringos todo el poder del mundo salvo el de una cultura aristocrática: México la tenía, al precio, era cierto, de una desigualdad e injusticia abismales, acaso insuperables. Pero México también tenía formas, maneras, gustos, sutilezas, que confirmaban una cultura aristocrática: un islote tradicional azotado y a veces inundado, cada vez más, era cierto, por tormentas de vulgaridad y maneras de comercialización peores, por chafas, por baratas, por azcarragosas, que las del común norteamericano. Pero en México hasta un bandido era cortés, hasta un analfabeto, culto, hasta un niño sabía decir buenos días, hasta una criada sabía caminar con gracia, hasta un político sabía comportarse como una dama, hasta una dama sabía comportarse como un político, hasta los tullidos eran alambristas y hasta los revolucionarios tenían buen gusto de creer en la virgen den Guadalupe. (82 f.)
Der Text spricht den US-Amerikanern alles zu, bis auf die aristokratische Kultur, die Mexiko vorbehalten ist, wobei die Nachteile, die diese Tradition in sich birgt, wie z.B. die kaum zu überwindende Ungleichheit, miteinbezogen wird. Es wird auf die Gefahr des Verlustes dieser Tradition durch Billigkonsumgüter aufmerksam gemacht, die in Mexiko qualitativ noch schlechter sind als in den USA. Der grundlegendste Unterschied zu den USA, auf dem sich Dionisios Überlegenheitsgefühl gegenüber der nordamerikanischen Kultur begründet, liegt in den allgemeingültigen Umgangsformen, die in Mexiko von der gesamten Bevölkerung – und nicht wie in den USA nur von der Oberschicht – beherrscht werden, was bereits Octavio Paz Jahre zuvor in seinem Werk El ogro filantrópico feststellte: “Los campesinos son cultos aunque sean analfabetos. Tienen un pasado, una tradición, unas imágenes.”
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage zum Überlegenheitsgefühl der Mexikaner gegenüber der US-amerikanischen Kultur ein, begründet die Wahl von Carlos Fuentes als Fokusautor und skizziert das theoretische Gerüst.
2 Octavio Paz: Dieses Kapitel analysiert Paz’ Konzepte zur mexikanischen Identität, insbesondere das Labyrinth der Einsamkeit und den kulturellen Kontrast zur US-amerikanischen Gesellschaft als sociedad exclusiva.
3 Carlos Fuentes: In diesem umfangreichen Hauptteil wird Fuentes’ literarische Umsetzung dieser Thematik untersucht, wobei seine essayistischen Werke und Romane wie Gringo viejo und La frontera de cristal als zentrale Analyseobjekte für den interkulturellen Vergleich dienen.
4 Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass das Überlegenheitsgefühl ein wichtiger Baustein der mexikanischen Identitätssuche ist, und betont, dass kulturelle Vielfalt gegen wirtschaftliche Hegemonie behauptet werden kann.
Mexikanische Identität, Carlos Fuentes, Octavio Paz, US-amerikanische Kultur, Überlegenheitsgefühl, Minderwertigkeitsgefühl, La frontera de cristal, Gringo viejo, Interkulturalität, Gesellschaftskritik, Mexikanität, Kulturhistorie, Postkolonialismus, Literaturwissenschaft, Grenzerfahrung.
Die Arbeit untersucht, wie Mexikaner ein Überlegenheitsgefühl gegenüber der US-amerikanischen Kultur entwickeln, um ihre eigene kulturelle Identität im Schatten des mächtigen nördlichen Nachbarn zu behaupten.
Zu den zentralen Themen gehören die kulturelle Identitätssuche, die Gegenüberstellung von Werten, der Einfluss von historischen Entwicklungen und die Bedeutung von Traditionen im Vergleich zwischen Mexiko und den USA.
Ziel ist es, die Dialektik zwischen Minderwertigkeitsgefühl und Überlegenheitsanspruch in der mexikanischen Literatur, insbesondere bei Carlos Fuentes, zu dekonstruieren und aufzuzeigen, wie Kultur als Instrument der Selbstbehauptung genutzt wird.
Die Arbeit nutzt einen kulturwissenschaftlichen Ansatz und eine literaturwissenschaftliche Analyse, indem sie primär essayistische und fiktionale Werke von Carlos Fuentes und Octavio Paz sowie theoretische Literatur zur Identitätsforschung interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Einflusses von Octavio Paz auf das Identitätskonzept und eine detaillierte Untersuchung der Erzählungen von Carlos Fuentes, in denen kulturelle Gegensätze, Stereotype und die Kritik am American way of life thematisiert werden.
Wesentliche Begriffe sind Identität, Mexikanität (mexicanidad), kulturelles Überlegenheitsgefühl, essentialistischer versus konstruktivistischer Kulturbegriff und Interkulturalität.
Die Untersuchung zeigt, dass Fuentes über seine Protagonisten die US-amerikanische Esskultur kritisch hinterfragt, da er ihr das Fehlen von Tradition, Tiefe und gemeinschaftlichem Wert zuschreibt, während er die mexikanische Küche als Ausdruck einer reichen, lebendigen Kultur feiert.
Die "gläserne Grenze" steht für die physische und kulturelle Trennung zwischen Mexiko und den USA, die zwar sichtbar und spürbar ist, aber durch transnationale Identitäten und literarische Vermittlungsprozesse in Frage gestellt und transzendiert werden kann.
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