Bachelorarbeit, 2008
40 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Überblick: Die 68er-Bewegung
2.1. Was ist „1968“?
2.2. Diskursfelder
2.3. Wichtige Ereignisse
3. Anmerkungen zur Deutungsgeschichte
4. 68 in der Presse
4.1. Motive
a) 1968 begann 1967
b) Mein Achtundsechzig
c) Das „andere deutsche 68“
d) Kult um Rudi Dutschke
e) Was an der Uni „übrig blieb“
4.2. Deutungen
4.2.1. Von Kinderläden und Vollzugsbeamten
4.2.2. Von Bildungsdefiziten und Bindungsunfähigkeit
4.2.3. Eine Himmelsleiter als Idee
4.2.4. Götz Aly
5. Auffälligkeiten
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie die 68er-Bewegung vierzig Jahre später in der deutschsprachigen Presse gedeutet wird und welche Deutungsmuster dabei zum Vorschein kommen. Sie analysiert kritisch, inwieweit die Ereignisse von 1968 als Chiffre für gesellschaftliche Wertedebatten in den Jahren 2007/2008 dienen.
4.2.1. Von Kinderläden und Vollzugsbeamten
Um uns die Erfolge der 68er plastisch vor Augen zu führen, lässt Peter Schneider in der ZEIT einen fiktiven Protagonisten von damals in einen jahrzehntelangen Schlaf fallen und im Jahr 2007 wieder aufwachen. Die Welt, der er dann begegnete, müsste ihn in Erschrecken versetzen. Zwar wären die Vorstellungen, für die er seinerzeit gekämpft hatte, heute teilweise Realität – aber doch eine andere Realität. So würde unser wiedererwachter Kommunarde über Wohngemeinschaften, Kinderläden, Bürgerinitiativen und offen homosexuelle Politiker staunen, müsste aber auch erkennen, dass man vom Sozialismus heute nicht mehr viel hören will.
Schneiders These spricht von einer Entwicklung, in der das, was die Geschichte für sinnvoll befunden hat, überleben darf: „Es ist, als habe ein resoluter Manager aus dem Ideensud von damals die verwendbaren von den absurden Projekten geschieden und Erstere, unbekümmert um die ideologischen Vorgaben der Ideengeber, für die Massenproduktion freigegeben.“
Die von ihm angeführten Beispiele – Schneider nennt sie die „innovativen 'Nebenprodukte' der Bewegung“ – reichen von der WG-Kultur über das Open-Air-Festival in Wacken bis zur Suppenküche für G8-Gegner in Heiligendamm. Damit verortet er die Erfolge von 68 vor allem in Kultur und Lebenspraxis. Schneider will zwar auch politische Erfolge feststellen – er nennt unter anderem den Umstand, dass eine Frau Bundeskanzlerin ist – stellt aber auch fest, dass Politikmachen keinesfalls einfacher geworden sei. Mit „Nebenprodukten“ der Bewegung sind also „weiche“ Erfolge gemeint, nicht der politische Umsturz.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik und Einordnung des „Mythos 68“ als aktuelle Bezugsgröße in der politischen Diskussion.
2. Überblick: Die 68er-Bewegung: Historischer Abriss der 68er-Bewegung, ihrer zentralen Akteure, Diskursfelder und der wichtigsten Ereignisse der Jahre 1967 bis 1970.
3. Anmerkungen zur Deutungsgeschichte: Reflexion über die historische Entwicklung des Begriffs „68er-Generation“ und die damit verknüpften Wertedebatten.
4. 68 in der Presse: Detaillierte Analyse der medialen Motive und Deutungsmuster, die in der Berichterstattung der Jahre 2007/2008 dominieren.
5. Auffälligkeiten: Identifikation übergreifender Tendenzen in der Berichterstattung, etwa die Tendenz zur Dekonstruktion des Mythos oder die Instrumentalisierung für aktuelle politische Standpunkte.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Deutungskämpfe und Ausblick auf die zukünftige Wahrnehmung der Ereignisse.
68er-Bewegung, 1968, Deutungsmuster, Presseanalyse, Studentenbewegung, Rudi Dutschke, Götz Aly, APO, Terrorismus, deutsche Geschichte, Generationenkonflikt, Zivilgesellschaft, Erinnerungskultur, linker Diskurs, 1989.
Die Arbeit befasst sich mit der Art und Weise, wie die 68er-Bewegung in der deutschsprachigen Presse in den Jahren 2007 und 2008 rezipiert und bewertet wurde.
Zentrale Themen sind die Erinnerungskultur an 1968, die Rolle von Akteuren wie Rudi Dutschke, das Verhältnis zum Terrorismus der RAF sowie die politische Instrumentalisierung dieses historischen Erbes.
Ziel ist es, die in der Presse auftauchenden „Deutungsmuster“ (etwa 68 als Modernisierungsschub vs. 68 als Ursache für gesellschaftlichen Verfall) herauszuarbeiten und deren Motivation zu hinterfragen.
Es handelt sich um eine diskursanalytische Annäherung, die auf der Auswertung einer Vielzahl überregionaler Zeitungsartikel und begleitender Fachliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse medialer Motive (wie „Mein 68“ oder der „Kult um Dutschke“) sowie eine Untersuchung spezifischer politischer Deutungen, inklusive der kontroversen Thesen von Götz Aly.
Wichtige Begriffe sind 68er-Bewegung, Deutungsmuster, Presseanalyse, APO, Generationenkonflikt und Erinnerungskultur.
Götz Alys Thesen, die eine Parallele zwischen den Studentenprotesten und der nationalsozialistischen Machtergreifung ziehen, werden in der Presse intensiv debattiert und von vielen Autoren scharf kritisiert.
Sie beschreibt die Deutung, dass radikale Forderungen der 68er notwendig waren, um kleine, aber bedeutende gesellschaftliche Fortschritte und Emanzipation überhaupt erst zu ermöglichen.
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