Masterarbeit, 2008
174 Seiten, Note: 1,0
1. Theoretische Grundlagen
1.1. Der Begriff „Nation“ und die Entstehung nationalistischer Strömungen
1.1.1. Überblick über die Geschichte des nationbuilding in Schweden
1.1.2. Überblick über die Geschichte des nationbuilding in Österreich
1.2. Die Nation als Konstrukt oder „imagined community“
1.2.1. Abgrenzung gegenüber anderen Identitäten
1.2.2. Verschiedene Formen des nationbuilding
1.3. Die Rolle der Sprache und anderer Symbole für kollektive Identitätsbildung bei Nationen und Minderheiten
1.4. Grundlagen für das Verhältnis zwischen Nationalstaat und Minderheit
1.4.1. Minderheiten – ein Definitionsproblem?
1.4.2. „The power to define“ – Kategorisierungen von Minorität und Majorität
1.4.3. Raum für Minderheiten im Rahmen internationaler Zusammenarbeit
2. Nationbuilding bei den Sámi in Schweden
2.1. Der Staat und die Sámi - Überblick über die Geschichte der Minderheit
2.2. „The power to define“ – Der schwedische Staat definiert samische Identität
2.2.1. Das Rentier als Symbol für Identität?
2.2.2. Spaltungen innerhalb des samischen Volkes und „echte“ samische Identität
2.2.3. „same“ vs. „lapp“
2.3. Vereinstätigkeit und politische Mobilisierung – ein neues Selbstbild entsteht
2.4. Die Konstruktion von Sápmi
2.4.1. Staatliche Grenzziehungen
2.4.2. Konstruktion nationaler samischer Identität
2.5. Institutionalisierung von Symbolen
2.5.1. Flagge, Feiertage und Hymne
2.5.2. Karten
2.5.3. Sprache
2.5.4. Kulturelle Symbole
2.6. Transnationale und internationale Zusammenarbeit
2.7. Minderheit oder Urvolk?
2.8. Zusammenfassung und mögliche Zukunftsaussichten
3. Nationbuilding bei den Burgenlandkroaten in Österreich
3.1. Der Staat und die Burgenlandkroaten - Überblick über die Geschichte der Minderheit
3.2. „The power to define“ – Österreichs stille Minderheit?
3.3. Vereinstätigkeit und politische Mobilisierung
3.3.1. Spaltung der Volksgruppe durch die österreichische Parteienlandschaft
3.3.2. Die Rolle der katholischen Kirche
3.4. Institutionalisierung von Symbolen
3.4.1. Hymne
3.4.2. Karten und Ortstafeln
3.4.3. Sprache
3.4.4. Kulturelle Symbole
3.5. Transnationale Zusammenarbeit
3.6. Überblick über das nationbuilding in der Mutternation Kroatien und über deren Beziehungen zu den Burgenlandkroaten
3.7. Zusammenfassung und mögliche Zukunftsaussichten
4. Vergleich
4.1. Staat und Minderheit
4.2. Organisationswesen
4.3. Anwendung und Bedeutung von Symbolen
4.4. Nationbuilding
5. Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Konstruktion kollektiver ethnischer und nationaler Identitäten anhand der Minderheiten der Sámi in Schweden und der Burgenlandkroaten in Österreich. Das primäre Ziel ist es, Muster und Mechanismen aufzuzeigen, wie Identität geformt wird, wobei die Beziehung zwischen Staat und Minderheit sowie die moderne Symbolsprache im Vordergrund stehen, um deren Bedeutung in einem sich neu strukturierenden Europa zu analysieren.
2.2. „The power to define“ – Der schwedische Staat definiert samische Identität
Was samische Identität ausmacht, beziehungsweise wer eigentlich zur samischen Volksgruppe gehört, und damit auch die Möglichkeit hat, von Minderheitenrechten Gebrauch zu machen, ist jahrhundertelang durch nationalstaatliche Regierungen bestimmt worden. Dadurch ergibt sich ein Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung der Sámi durch die politische Öffentlichkeit und den speziellen Rechten, die ihnen gewährt werden. Um sich als Minderheit aber an dominanten Diskursen beteiligen zu können, waren auch die Sámi selbst gezwungen, sich im Rahmen der staatlichen Vorstellungen samischer Identität zu bewegen. Diese Vorstellungen und politischen Festschreibungen sind aber oft an Vorurteile oder stereotypes Denken geknüpft.
Bereits im 19. Jahrhundert kommt es zu einer rein physischen Trennung vieler Sámi vom Rest der Bevölkerung, als 1871 in Nordschweden die so genannte „odlingsgränsen“ gezogen wird. Das Land oberhalb dieser Grenze wird zwar ausschließlich den Sámi zugesprochen, wer aber nicht in der Rentierzucht arbeiten kann, muss dieses Gebiet verlassen, um zum Beispiel in der Landwirtschaft tätig werden zu können. Hier geht es zwar einerseits um den Schutz einer traditionellen samischen Lebensweise, andererseits beginnt man aber bereits, die samische Identität an die Rentierzucht als Erwerbszweig zu knüpfen.
Wie so oft, wenn es um die Legitimierung von besonderen Rechten für bestimmte Bevölkerungsgruppen geht, konstruiert man auch Definitionen und politische Identitäten des samischen Volkes, die durch dominante Vorstellungen über die Sámi gerechtfertigt werden. Werden die Sámi beispielsweise als hilfloses Volk angesehen, so führt dies zu einer bevormundenden und vermeintlich beschützenden Minderheitenpolitik. Die von der Politik konstruierten Kategorien bestimmen wiederum, wer von einer bestimmten politischen Maßnahme betroffen ist, und wer nicht. In der schwedischen Politik gegenüber den Sámi finden sich daher oft gegensätzliche, einander ausschließende Kategorien, wie zum Beispiel „Sámi“ – „Schwede“ oder „Nomadismus“ – „Zivilisation“.
1. Theoretische Grundlagen: Erläutert Konzepte von Nation, Identität und nationbuilding sowie die wissenschaftliche Einordnung von Minderheiten im Nationalstaat.
2. Nationbuilding bei den Sámi in Schweden: Analysiert die historische Entwicklung, staatliche Kategorisierung durch Rentierzucht sowie politische Mobilisierung und Symbolik der Sámi.
3. Nationbuilding bei den Burgenlandkroaten in Österreich: Untersucht die Geschichte, die Rolle der katholischen Kirche, politische Spaltungen und die Symbolik der Burgenlandkroaten.
4. Vergleich: Stellt die unterschiedlichen Ausgangslagen und Entwicklungsprozesse von Sámi und Burgenlandkroaten gegenüber.
Identität, Nation, Nationbuilding, Minderheiten, Sámi, Burgenlandkroaten, Schweden, Österreich, Sprache, Symbolik, Rentierzucht, Tamburica, Nationalstaat, Ethnie, Minderheitenpolitik
Die Arbeit untersucht die Konstruktion nationaler und ethnischer Identitäten bei zwei europäischen Minderheiten: den Sámi in Schweden und den Burgenlandkroaten in Österreich.
Schwerpunkte liegen auf Identitätskonstruktion, dem Verhältnis von Minderheiten zum Nationalstaat, politischer Mobilisierung und der Bedeutung kultureller Symbole.
Aufzuzeigen, wie Identität politisch geformt wird, welche Rolle der Staat dabei spielt und wie Minderheiten durch Symbole und Organisationen eine eigene Identität behaupten.
Die Autorin nutzt eine Auswertung von Fachliteratur, Zeitungsausschnitten und persönlichen Gesprächen (Interviews/Podiumsdiskussionen), um politische, soziale und kulturelle Entwicklungen zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die spezifischen Nationbuilding-Prozesse der Sámi und der Burgenlandkroaten, ihre jeweiligen Organisationsformen und die Rolle staatlicher Politik.
Begriffe wie Identität, Nationbuilding, Minderheitenpolitik und ethnische Symbole stehen zentral.
Der schwedische Staat verknüpfte über lange Zeit den offiziellen Status als "Sámi" ausschließlich mit der Rentierzucht, wodurch die meisten Sámi von speziellen Minderheitenrechten ausgeschlossen wurden.
Die katholische Kirche diente als wichtiger Bewahrer der kroatischen Sprache und Identität sowie als sozialer Ankerpunkt für die verstreut siedelnde Minderheit.
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