Magisterarbeit, 2008
94 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Kommunikationswissenschaftlicher Aspekt
3. Konversationsanalyse
4. Begriffserklärung
4.1 Kommunikation
4.2 Alltagsgespräche
4.3 Turn-Taking
5. Funktionsweise des Turn-Taking
5.1 Turn-Bildung durch die Vier-Felder-Lehre von Karl Bühler
5.2 Merkmale des Turn-Taking
5.3 Rule-Set
5.4 Intonation
5.5 Nonverbale Äußerungen
5.6 Konsequenzen
6. Funktionsstörungen des Turn-Taking
6.1 Unterbrechungen
6.2 Unproblematische Typen des Overlaps
6.3 Problematische Typen des Overlaps
6.4 Ablauf eines Overlaps
6.5 Auflösung eines Overlaps
7. Reparatur-Mechanismen des Turn-Taking
8. Datenmaterial
8.1 Kriterien zur Auswahl des Datenmaterials
8.2 Beschreibung des Datenmaterials
9. Transkriptionssystem: Transana
10. Untersuchungsergebnisse für Deutschland
10.1. Turns
10.1.1 Anzahl der Turns
10.1.2 Länge der Turns
10.2 Turn-Taking
10.2.1 Rule-Set
10.2.2 Turneinleitende Floskeln
10.3 Pausen
10.4 Intonation
10.5 Nonverbale Merkmale
10.5.1 Mimik
10.5.2 Gestik
10.5.3 Körperpositur
10.6 Funktionsstörungen
10.6.1 Anzahl der Overlaps
10.6.2 Art der Overlaps
10.6.3 Ort der Overlaps
10.6.4 Dauer der Overlaps
10.7 Reparatur-Mechanismen
11. Untersuchungsergebnisse für Großbritannien
11.1. Turns
11.1.1 Anzahl der Turns
11.1.2 Länge der Turns
11.2 Turn-Taking
11.2.1 Rule-Set
11.2.2 Turneinleitende Floskeln
11.3 Pausen
11.4 Intonation
11.5 Nonverbale Merkmale
11.5.1 Mimik
11.5.2 Gestik
11.5.3 Körperpositur
11.6 Funktionsstörungen
11.6.1 Anzahl der Overlaps
11.6.2 Art der Overlaps
11.6.3 Ort der Overlaps
11.6.4 Dauer der Overlaps
11.7 Reparatur-Mechanismen
12. Vergleich Deutschland und Großbritannien
12.1. Turns
12.1.1 Anzahl der Turns
12.1.2 Länge der Turns
12.2 Turn-Taking
12.2.1 Rule-Set
12.2.2 Turneinleitende Floskeln
12.3 Pausen
12.4 Intonation
12.5 Nonverbale Merkmale
12.5.1 Mimik
12.5.2 Gestik
12.5.3 Körperpositur
12.6 Funktionsstörungen
12.6.1 Anzahl der Overlaps
12.6.2 Art der Overlaps
12.6.3 Ort der Overlaps
12.6.4 Dauer der Overlaps
12.7 Reparatur-Mechanismen
13. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Organisation des Sprecherwechsels (Turn-Taking) in alltagssprachlichen Face-to-Face-Gesprächen und analysiert dabei, ob und wie sich kulturelle Unterschiede in der Organisation von Sprecherwechseln zwischen Deutschland und Großbritannien manifestieren.
4.3 Turn-Taking
Gespräche setzen sich aus einzelnen Turns, dem gesamten Gesprächsabschnitt eines Sprechers, zusammen. Diese können in ihrer Länge von nur einem Wort bis zu mehreren Sätzen variieren. Die Grundeinheit eines Turns bilden die Turn Constructional Units (TCU), von denen auch die Länge des Turns abhängt. Nach jedem Unit kann es zu einem vom Sprecher geplanten oder ungeplanten Ende eines Gesprächsschritts kommen und der nächste Sprecher beginnt zu reden. Es ist somit zu einem Turn-Taking gekommen. Mit Turn-Taking ist genau dieser Sprecherwechsel innerhalb eines Gespräches gemeint. Erst redet A, dann B und anschließend wieder A.
Um herauszufinden, wie Turn-Taking funktioniert und abläuft, konzentriert man sich bei den Untersuchungen im Rahmen der Konversationsanalyse insbesondere auf die anteilsmäßige Verteilung der Redebeiträge auf die verschiedenen Sprecher, auf die vorkommenden Pausen und Störungen durch zum Beispiel Unterbrechungen, auf die Möglichkeiten, einen Turn zu halten sowie auf den Sprecherwechsel an sich.
Grundvoraussetzung für ein Gespräch ist, dass immer nur eine Person auf einmal spricht, wobei es beim Turn-Taking auch zu einem Moment des Simultansprechens kommen kann. Diese Situation löst sich im Normalfall jedoch umgehend wieder auf. Turn-Taking ist für die Organisation des Gesprächsablaufs zuständig und gilt somit als Merkmal und Bestandteil von Gesprächen zwischen zwei oder mehreren Teilnehmern. Da die Länge und Anordnung der Turns variieren können, sind die Übergänge durch bestimmte Techniken der Turn-Zuteilung geregelt und koordiniert. Diese Techniken variieren jedoch und werden lokal gelenkt. (vgl. Schegloff, Sacks, Jefferson 1974)
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Sprecherwechsels ein und erläutert das Ziel der Arbeit, kulturelle Unterschiede in der Organisation von Alltagsgesprächen zwischen Deutschland und Großbritannien zu untersuchen.
2. Kommunikationswissenschaftlicher Aspekt: Dieses Kapitel betrachtet die verbale und nonverbale zwischenmenschliche Kommunikation und legt den theoretischen Rahmen für die Untersuchung der Regeln des Sprecherwechsels.
3. Konversationsanalyse: Es werden die Grundlagen und methodischen Ansätze der Konversationsanalyse erläutert, die als Basis für das Verständnis der Organisation von Alltagsgesprächen dienen.
4. Begriffserklärung: Hier werden zentrale Konzepte wie Kommunikation, Alltagsgespräche und das Phänomen des Turn-Taking definiert und theoretisch eingeordnet.
5. Funktionsweise des Turn-Taking: Das Kapitel beschreibt Mechanismen wie die Turn-Bildung, Regelwerke (Rule-Sets), Intonation und nonverbale Signale, die den Sprecherwechsel koordinieren.
6. Funktionsstörungen des Turn-Taking: Es werden Unterbrechungen und verschiedene Typen von Overlaps sowie deren Ursachen, Abläufe und Auflösungsmöglichkeiten detailliert behandelt.
7. Reparatur-Mechanismen des Turn-Taking: Dieses Kapitel erläutert, wie auftretende Fehler oder Verständnisprobleme innerhalb eines Gesprächs durch verschiedene Reparatur-Typen korrigiert werden.
8. Datenmaterial: Es wird die Auswahl der Gesprächsausschnitte der Reality-Show "Big Brother" als empirische Untersuchungsgrundlage begründet und beschrieben.
9. Transkriptionssystem: Transana: Hier wird das für die Analyse verwendete Programm Transana und das zugrundeliegende Transkriptionssystem erläutert.
10. Untersuchungsergebnisse für Deutschland: Die empirischen Daten des deutschen Gesprächs werden hinsichtlich Turns, Regelwerken, Pausen, Intonation, nonverbalen Merkmalen und Störungen analysiert.
11. Untersuchungsergebnisse für Großbritannien: Analog zu Kapitel 10 werden hier die Ergebnisse für das englische Gespräch präsentiert und interpretiert.
12. Vergleich Deutschland und Großbritannien: Die Ergebnisse beider Länder werden gegenübergestellt, um Ähnlichkeiten und spezifische kulturelle Unterschiede im Turn-Taking-Verhalten herauszuarbeiten.
13. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die kulturellen Unterschiede sowie deren Implikationen für die interkulturelle Kommunikation.
Konversationsanalyse, Turn-Taking, Sprecherwechsel, Alltagsgespräch, Overlap, Unterbrechung, Intonation, Nonverbale Kommunikation, Reparatur-Mechanismen, Transana, Big Brother, Interkulturelle Kommunikation, Gesprächsorganisation, Redebeitrag, Empirische Studie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Analyse des Sprecherwechsels (Turn-Taking) in alltagssprachlichen Dialogen.
Die zentralen Themen umfassen die Mechanismen der Gesprächsorganisation, das Regelwerk des Sprecherwechsels, den Umgang mit Gesprächsstörungen sowie den Einfluss nonverbaler Elemente wie Mimik, Gestik und Intonation.
Das primäre Ziel ist es, die Organisation des Sprecherwechsels in Alltagsgesprächen zu untersuchen und zu analysieren, ob es hierbei kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und Großbritannien gibt.
Es wird eine empirische Konversationsanalyse durchgeführt, bei der Gesprächsausschnitte aus der Fernsehshow "Big Brother" transkribiert und anhand festgelegter Kriterien systematisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Turn-Taking, eine detaillierte Beschreibung der gewählten Methode und Transkription, sowie die empirische Analyse der gesammelten Daten für beide Länder inklusive eines direkten Vergleichs.
Wichtige Begriffe sind Turn-Taking, Konversationsanalyse, Sprecherwechsel, Overlap, Nonverbale Kommunikation und interkulturelle Kommunikation.
Die Reality-Show bot authentische Gesprächsausschnitte in einer relativ natürlichen, sozialen Umgebung, die frei zugänglich waren und sich somit gut für eine empirische Analyse von Alltagsgesprächen eigneten.
Die Intonation fungiert als wichtiges Hilfsmittel zur Steuerung des Sprecherwechsels; sie kann signalisieren, ob ein Turn beendet ist, ob der Sprecher fortfahren möchte oder ob ein Sprecherwechsel vom Hörer erwartet wird.
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