Bachelorarbeit, 2021
55 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffserklärung und Abgrenzungen
3. Methodenkapitel
4. Gerechtigkeitstheorien
4.1 Gerechtigkeit als mathematisches Problem
4.1.1 Fairness nach größtmöglichem Nutzen
4.1.2 Rechte & Pflichten für größtmöglichen Nutzen
4.2 Gerechtigkeit durch kollektives Wohlergehen
4.2.1 Fairness nach kollektivem Wohlergehen
4.2.2 Rechte & Pflichten nach kollektivem Wohlergehen
4.3 Gerechtigkeit durch Befähigung
4.3.1 Fairness nach Befähigung
4.3.2 Rechte und Pflichten bei Befähigung
4.4 Gerechtigkeit durch legitime Ungleichheit
4.4.1 Fairness nach legitimer Ungleichheit
4.4.2 Rechte & Pflichten nach legitimer Ungleichheit
4.5 Gerechtigkeit durch Zugehörigkeit
4.5.1 Fairness nach Zugehörigkeit
4.5.2 Rechte & Pflichten bei Zugehörigkeit
5. Faire Verteilung des Covid-19 Impfstoffs
5.1 Trolley-Experiment in Bezug auf Covid-19 Impfstoffverteilung
5.2 Richtlinie für faire Verteilungskriterien
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie trotz globaler Ungleichheit weltweit faire Verteilungskriterien für Covid-19-Impfstoffe entwickelt werden können, wobei globale Disparitäten nicht als unüberwindbares Hindernis, sondern als Ausgangsbedingung verstanden werden.
Gerechtigkeit als mathematisches Problem
Begonnen wird mit jenen Positionen, die den größtmöglichen Nutzen einer Handlung anstreben. Dem klassischen utilitaristischen Motiv nach wird Gerechtigkeit demnach gemessen an Erfolgsindikatoren wie Produktivität, Ertragssteigerung, Präferenzen oder anderen vermeintlich effizienten Indikatoren. Das Wohlergehen der Mehrheit stehe dabei im Vordergrund und vernachlässigt etwaig ungerechte Handlungen gegenüber Minderheiten oder Einzelpersonen.
Peter Singer ist wohl einer der provokantesten und umstrittensten Moralphilosophen der Moderne und Vertreter des effektiven Altruismus. Er befürwortet die Tötung behinderter Kinder, den Abschuss entführter Zivilflugzeuge, Medikamententests an Menschen oder die Tötung von Komapatienten (Rommerskirchen, 2019). Er plädiert dafür, dass jede Moral infrage gestellt werden könne, vorausgesetzt es stünde nicht das persönliche Interesse im Vordergrund, sondern es würden die Interessen aller Beteiligten miteinbezogen (ebd.). Um dies sicherzustellen, sollten nach Singer die Überlegungen von einem universellen Standpunkt ausgehen.
„Indem ich akzeptiere, dass moralische Urteile von einem universellen Standpunkt aus getroffen werden müssen, akzeptiere ich, dass meine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Interessen nicht einfach deshalb, weil sie meine Präferenzen sind, mehr zählen als die Interessen von irgendjemand anderem. […] Also muss ich nun anstelle meiner eigenen Präferenzen die all der anderen berücksichtigen, die von meiner Entscheidung betroffen sind. Wenn es nicht irgendwelche weiteren relevanten Gesichtspunkte gibt, wird mich das dazu bringen, sämtliche vorhandenen Präferenzen abzuwägen und jenen Handlungsverlauf zu wählen, von dem es am wahrscheinlichsten ist, dass er die Präferenzen der Betroffenen weitestgehend befriedigt.“ (Singer, 2013, S. 39f).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die globale medizinische Ungleichheit und formuliert die Forschungsfrage zur fairen Gestaltung von Impfstoffverteilungskriterien während der Covid-19-Pandemie.
2. Begriffserklärung und Abgrenzungen: Klärung zentraler Begriffe wie globale medizinische Verteilungskriterien, normative Rechtsansprüche, Fairness, Moral sowie das Verhältnis von Rechten und Pflichten.
3. Methodenkapitel: Erläuterung des methodischen Vorgehens als deduktive Literaturarbeit, die auf Gerechtigkeitstheorien basiert und das Trolley-Experiment als Analyseinstrument nutzt.
4. Gerechtigkeitstheorien: Detaillierte philosophische Auseinandersetzung mit verschiedenen Strömungen, von Utilitarismus bis hin zu Befähigungsansätzen und komplexer Gleichheit.
5. Faire Verteilung des Covid-19 Impfstoffs: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf ein umgestelltes Trolley-Experiment, um Entscheidungsmöglichkeiten für eine gerechte Impfstoffverteilung zu entwickeln.
6. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Plädoyer für einen globalen Teilhabe- und Aufklärungsmechanismus als Voraussetzung für gerechte Entscheidungen.
Gerechtigkeit, Fairness, Covid-19, Impfstoffverteilung, Utilitarismus, Rechte und Pflichten, Globale Ungleichheit, Moral, Trolley-Experiment, Capability Approach, Empirische Philosophie, Normative Rechtsansprüche, Weltbevölkerung, Medizinische Versorgung, Gesellschaftspolitik.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung fairer medizinischer Verteilungskriterien für Impfstoffe im Kontext einer global ungleichen Welt, insbesondere während der Covid-19-Pandemie.
Die Untersuchung deckt Gerechtigkeitstheorien, philosophische Positionen zur Verteilungsgerechtigkeit, ethische Entscheidungsfindung und das Verhältnis zwischen Rechten, Pflichten und gesellschaftlicher Verantwortung ab.
Das Ziel ist die Formulierung normativer Rechtsansprüche für eine faire Impfstoffversorgung, die globale Ungleichheiten nicht als Hindernis, sondern als Bedingung berücksichtigt.
Es handelt sich um eine deskriptive, deduktive Literaturarbeit, die philosophische Positionen analysiert und das Trolley-Experiment als heuristisches Instrument zur ethischen Bewertung anwendet.
Der Hauptteil analysiert fünf verschiedene Gerechtigkeitsgruppierungen (Mathematisches Problem, kollektives Wohlergehen, Befähigung, legitime Ungleichheit, Zugehörigkeit) und deren Implikationen für die Impfstoffverteilung.
Zentrale Begriffe sind neben Gerechtigkeit und Fairness vor allem die Konzepte von Rechten und Pflichten, der capability approach sowie die Unterscheidung zwischen individueller und kollektiver Verantwortung.
Das Experiment dient dazu, moralische Dilemmata bei der Impfstoffverteilung intersubjektiv nachvollziehbar zu machen und eine neue Entscheidungsmöglichkeit aufzuzeigen, die alle relevanten Gerechtigkeitsparameter integriert.
Die Arbeit definiert Fairness als individuell angepasste Unterstützung in einer ungleichen Welt, während Gerechtigkeit die Berücksichtigung aller Bedingungen anstrebt; dies ermöglicht eine praxisnahe Priorisierung trotz globaler Unterschiede.
Die Arbeit plädiert dafür, Politik und Ökonomie in die Pflicht zu nehmen, um eine aktive, durch Aufklärung legitimierte Entscheidung herbeizuführen, statt in Untätigkeit zu verharren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

