Bachelorarbeit, 2019
37 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Allgemeine Vorstellungen vom Luftkrieg der Zukunft
2.1. Erfahrungen und Erwartungen nach Beendigung des Ersten Weltkrieges
2.2. Entwicklungstendenzen der Luftkriegstheorie
3. Die Genese der deutschen Luftstreitkräfte
3.1. Der Weg zur Teilstreitkraft
3.2. Die geheime materielle und personelle Rüstung am Beispiel der Flugerprobungsstätte Lipezk
3.3. Die Bedeutung der Luftwaffe zur Durchsetzung der außenpolitischen Ziele
3.4. Probleme der rapiden Aufrüstung
4. Die Vorstellung vom Luftkrieg in Deutschland
4.1. Die Genese der Luftwaffendienstvorschrift 16 (L.Dv.16)
4.2. Der erste konzeptionelle Test im Spanischen Bürgerkrieg
4.3. Das Bild vom Luftkrieg bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Genese der deutschen Luftstreitkräfte sowie die Entwicklung der zugehörigen Luftkriegskonzeption zwischen 1918 und 1939. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum die Luftwaffe trotz intensiver Vorarbeiten in der Weimarer Republik bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht über ein Luftkriegskonzept verfügte, das Theorie und Praxis kohärent zu vereinen vermochte.
3.2. Die geheime materielle und personelle Rüstung am Beispiel der Flugerprobungsstätte Lipezk
Die Flugerprobungsstätte Lipezk sowie die Panzerschule Kama symbolisieren die militärische Weiterentwicklung in Deutschland entgegen der Versailler Bestimmungen. Das Flugzentrum in Lipezk war für die Erprobung der Militärflugzeuge und die Ausbildung von Jagdflieger- und Beobachtungsoffizieren von entscheidender Bedeutung. Die Reichswehr dachte im Zuge einer Kooperation mit Russland über den geheimen Aufbau der Luftstreitkräfte nach, was erste Gespräche mit russischen Unterhändlern am 8. Dezember 1920 und die Schaffung der „Sondergruppe R“ zur Folge hatte. Nachdem Deutschland und Sowjetrussland im April 1922 im Vertrag von Rapallo die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und einen wirtschaftlichen Austausch beschlossen hatten, vereinbarte Seeckt eine militärische Kooperation mit der Roten Armee.
Am 17. Februar 1923 reiste eine Delegation des Reichswehrministeriums für Gespräche mit Vertretern der Roten Armee nach Moskau, um Fragen der potenziellen Standorte zu besprechen. Darüber hinaus wurde zum direkten Kontakt zwischen den betreffenden russischen Behörden und den deutschen militärischen Dienststellen unter der Leitung von Hermann Thomsen eine Verbindungsstelle namens Zentrale Moskau eingerichtet. Damit war der Grundstein für die geheime Flugerprobungsstätte in Lipezk gelegt. Obgleich der Gründungsvertrag des Flugzentrums Lipezk bereits am 15. April 1925 unterzeichnet wurde, konnte die Ausbildung der Jagdflugzeugführer wegen Lieferproblemen der Ausbildungsflugzeuge erst im Frühjahr 1926 beginnen.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Ausgangspunkt der Arbeit und erläutert die Zielsetzung, die Entwicklung der deutschen Luftstreitkräfte von 1918 bis 1939 kritisch zu analysieren.
2. Allgemeine Vorstellungen vom Luftkrieg der Zukunft: Dieses Kapitel untersucht die militärischen Lehren aus dem Ersten Weltkrieg und die theoretischen Debatten über die Rolle der Luftwaffe in künftigen Konflikten.
3. Die Genese der deutschen Luftstreitkräfte: Hier wird der Prozess der formellen und informellen Aufrüstung, die Rolle der Lipezk-Erprobungsstätte und die Bedeutung für die außenpolitische Strategie thematisiert.
4. Die Vorstellung vom Luftkrieg in Deutschland: Dieses Kapitel widmet sich der inhaltlichen Entstehung der L.Dv.16 sowie der praktischen Erprobung luftkriegerischer Konzepte im Spanischen Bürgerkrieg.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und erläutert die Diskrepanz zwischen der theoretischen Luftkriegskonzeption und der praktischen Rüstungssituation bei Kriegsausbruch.
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Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung und den geheimen sowie öffentlichen Aufbau der deutschen Luftstreitkräfte in der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918 und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939.
Die Schwerpunkte liegen auf der militärischen Rüstungspolitik, der theoretischen Entwicklung von Luftkriegskonzepten sowie der praktischen Erprobung von Flugzeugen und Taktiken, insbesondere unter Geheimhaltungsbedingungen.
Das Hauptziel ist zu klären, warum Deutschland trotz langfristiger Vorbereitungen bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kein konsistentes Luftkriegskonzept besaß, das Theorie und Praxis effektiv vereinte.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden historischen Quellenanalyse, wobei militärgeschichtliche Dokumente, Denkschriften und Sekundärliteratur ausgewertet werden, um die Genese der Luftwaffe zu rekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert die frühen theoretischen Debatten, den organisierten Aufbau durch Referate der Reichswehr, die geheime Kooperation in Lipezk und die praktische Validierung von Einsatzmustern während des Spanischen Bürgerkrieges.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Luftkriegskonzeption, L.Dv.16, Aufrüstung, Lipezk, Legion Condor und militärische Strategie definiert.
Lipezk diente der Reichswehr als geheime Flugerprobungsstätte, um trotz der Bestimmungen von Versailles moderne Militärflugzeuge zu testen und Piloten für die spätere Luftwaffe auszubilden.
Der Spanische Bürgerkrieg fungierte als „konzeptioneller Test“, der die Grenzen der strategischen Bombardierung aufzeigte und stattdessen die Notwendigkeit der taktischen Kooperation von Luft- und Bodentruppen unterstrich.
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