Bachelorarbeit, 2021
60 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Charakteristika im Unternehmertum
3 Unternehmerische Leidenschaft
3.1 Definition
3.2 Konzeptualisierung
3.3 Folgen
3.4 Stiftung von Identität
3.5 Negative Folgen
3.6 Vorstellung der Leitstudie
3.6.1 Studiendurchführung
3.6.2 Ergebnisse der Leitstudie
3.7 Unternehmertum und Kultur
4 Methodik
4.1 Forschungsdesign
4.2 Stichprobenauswahl
4.3 Analytisches Vorgehen
4.4 Auswertung
5 Ergebnisse
5.1 Zusammenfassung der Hauptergebnisse
5.2 Vergleich der Ergebnisse dieser Forschungsarbeit mit der Leitstudie
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung
6.2 Limitationen der Forschung
7 Fazit und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Quellen unternehmerischer Leidenschaft bei deutschen mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmern durch eine Replikation der Leitstudie von Cardon et al. (2017). Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Inwiefern lassen sich die in den USA entdeckten Quellen der unternehmerischen Leidenschaft auch bei deutschen mittelständischen Unternehmer:innen wiederfinden?“
3.1 Definition
„Leidenschaft entsteht, wenn man die Freiheit und die Möglichkeit hat, seinen Traum zu verfolgen. Leidenschaft ist intrinsisch. Sie ist in jedem von uns verankert ... die Leidenschaft entsteht dann, wenn man die Freiheit und Möglichkeit hat, seinen Traum zu verfolgen“ (Smilor, 1997, S. 342).
Seinen Ursprung findet der Begriff Leidenschaft in den Schriften von griechischen und westlichen Philosophen. Aristoteles etwa verband Leidenschaft mit Lust und Schmerz und plädierte für ein angemessenes Maß an Leidenschaft. Ein mittleres Maß empfand Aristoteles in Bezug auf Leidenschaft als eine vernünftige Handlungsmaxime (Roberts, 1924 zitiert nach Cardon et al., 2009). Die Philosophen unterschieden sich in ihren Meinungen insofern, als dass es keine Einigung darüber gab, ob Leidenschaft die Vernunft stärkt, oder trübt (Cardon et al., 2009). Die psychologische Literatur im 21 Jahrhundert versteht Leidenschaft als Energie, die dem Individuum das Gefühl von Freude und Versprechen vermittelt. „Aufgaben, die gleichermaßen Hingabe und Selbstverwirklichung ermöglichen, erfüllen uns mit Begeisterung. Sie erzeugen Leidenschaft, die wiederum in Aktivität mündet und uns ein sinnerfülltes und glückliches Leben beschert. Wo sich Leidenschaft mit Talent verbindet, sind Höchstleistungen möglich“ (Lemper-Pychlau, 2015, S.212).
Leidenschaft wird verglichen mit einem Hochgefühl, welches mit den anfallenden Aufgaben und Aktivitäten des unternehmerischen Schaffens verbunden wird (Cardon et al., 2009). Baum & Locke (2004) greifen den Begriff Liebe ebenfalls auf und konzeptualisieren unternehmerische Leidenschaft als die Liebe zur eigenen unternehmerischen Arbeit. Darüber hinaus wird Leidenschaft mit Stolz in Verbindung gebracht (Bierly et al., 2000).
In Bezug auf die Frage, was das Objekt der Leidenschaft sein kann, räumen Forschende ein, dass das Objekt der Leidenschaft eines Individuums auch eine andere Person oder gar ein abstraktes Konzept wie eine Idee, eine Ursache, oder ein Ziel sein kann (Vallerand, 2015). Cardon et al. (2005) postulieren, dass Unternehmer:innen sich selbst in Form von Zeit, Geld und Energie in ihre Unternehmungen investieren und daher neben einer Betrachtung des Individuums auch eine Berücksichtigung der Unternehmung stattfinden muss.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der unternehmerischen Leidenschaft ein und definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Übertragbarkeit US-amerikanischer Erkenntnisse auf deutsche Mittelständler.
2 Charakteristika im Unternehmertum: Dieses Kapitel stellt das klassische Profil und die Persönlichkeitsmerkmale von Unternehmern dar, wie Risikobereitschaft und Toleranz für Unklarheiten.
3 Unternehmerische Leidenschaft: Hier werden Definitionen, Konzepte und Folgen von Leidenschaft erläutert, die Leitstudie vorgestellt und kulturelle Einflüsse diskutiert.
4 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das qualitative Forschungsdesign, die Stichprobenauswahl der 12 deutschen Unternehmen und das analytische Vorgehen mittels Grounded Theory.
5 Ergebnisse: Hier werden die sieben identifizierten Hauptobjekte der Leidenschaft bei den befragten Unternehmern präsentiert und mit der Leitstudie verglichen.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, die Bedeutung der neu identifizierten „Leidenschaft für Herausforderungen“ hervorgehoben und die Limitationen der Studie dargelegt.
7 Fazit und Ausblick: Dieses abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer flexiblen Betrachtung der unternehmerischen Leidenschaft in zukünftiger Forschung.
Unternehmerische Leidenschaft, Entrepreneurship, qualitative Forschung, Identitätstheorie, Unternehmenswachstum, Kundenorientierung, Unternehmertum, Deutschland, Leidenschaft für Menschen, Herausforderungen, psychologische Faktoren, Rollenidentität, Motivation, Selbstbestimmung, Innovationskraft.
Die Arbeit untersucht das Phänomen der „unternehmerischen Leidenschaft“ und analysiert, welche spezifischen Quellen und Objekte diese Leidenschaft bei deutschen mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmern speisen.
Die zentralen Themen sind das psychologische Profil des Unternehmertums, die Bedeutung der Identitätsstiftung, die Analyse von Leidenschafts-Kategorien sowie der Einfluss kultureller Kontexte auf unternehmerisches Verhalten.
Das Hauptziel ist die Replikation einer bekannten US-Leitstudie im deutschen Kontext. Die Forschungsfrage prüft, inwiefern die in den USA entdeckten Quellen der unternehmerischen Leidenschaft auch bei deutschen Unternehmern existieren.
Die Arbeit nutzt ein qualitatives Forschungsdesign. Es wurden 12 halbstrukturierte Interviews mit Unternehmern aus unterschiedlichen Branchen geführt, deren Daten mittels phänomenologischer Analyse und der Grounded Theory ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der Ergebnisse im Vergleich zur US-amerikanischen Leitstudie.
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie unternehmerische Leidenschaft, Identitätstheorie, qualitative Analyse, mittelständisches Unternehmertum und interkulturelle Forschung definieren.
Die Studie konnte zusätzlich zu den bestehenden Kategorien eine neue Quelle der Leidenschaft identifizieren: die „Leidenschaft für unternehmerische Herausforderungen“, die sich als bedeutender Antreiber erwies.
Im Gegensatz zur US-Leitstudie, in der Wachstum als wichtigste Quelle der Leidenschaft galt, spielt es für die deutschen Befragten eine deutlich untergeordnete Rolle und wird eher als ein Produkt erfolgreichen Wirtschaftens denn als Leidenschaftsobjekt gesehen.
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