Bachelorarbeit, 2016
65 Seiten, Note: 1,7
Konsum von Substanzen
1. Sucht und Abhängigkeit
2. Substanzabhängigkeit
2.1. Substanzen
2.1.1 Legale Substanzen
2.1.1.1 Alkohol
2.1.1.2 Tabak
2.1.2 illegale Substanzen
2.1.2.1 Stimulantien
2.1.2.2 Sedativa
2.1.2.3 Halluzinogene
3. Komorbidität bei Substanzabhängigkeit
3.1 ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom)
3.2 Borderline- Persönlichkeitsstörung
4. Ursachen und Gründe einer Substanzabhängigkeit
4.1 Psychologische Aspekte
4.1.1 Systemisches Modell
4.1.2 Lern/sozialisationstheoretische Modell
4.1.3 Psychoanalytisches Modell
4.2 Gesellschaftliche Aspekte
4.3 Subjektorientierter Aspekt
5. Epidemiologie
6. Methodik
6.1 Narratives Interview
6.2 Akquisition des Interviewpartners
6.3 Vorbereitung und Durchführung des Interviews
6.4 Auswertung des Interviews
6.5 Das zweite Interview
7. Auswertung
7.1 Suche nach
7.2 Selbstmedikation
7.3 Flucht
8. Reflexion
9. Schlussbetrachtung
10. Literaturverzeichnis
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die spezifischen Funktionen zu untersuchen, die Substanzkonsum für einen abhängigen Menschen in seinem Leben einnimmt. Mittels narrativer Interviews wird erforscht, welche individuellen Beweggründe und biografischen Hintergründe zum Einstieg in die Sucht und deren Aufrechterhaltung geführt haben, wobei die Wechselwirkung zwischen psychischen Störungen, gesellschaftlichen Einflüssen und dem Substanzmissbrauch analysiert wird.
4.1.1 Systemisches Modell
Die systemische Denkweise geht davon aus, dass wir Menschen in sozialen Strukturen leben, die durch wechselseitige Austauschprozesse innerhalb von gesteuerten Systemen geprägt sind. Unter einem System wird eine „beliebige Gruppe von Elementen, die durch Beziehungen miteinander verbunden und durch eine Grenze von ihren Umwelten abgrenzbar sind“ (Schlippe 2013, S. 29) verstanden. Ein solches System stellt die Familie dar. Innerhalb dieser kann durch die gemeinsam adaptiv gelebten Beziehungs- und Kommunikationsmuster, eine Sucht entstehen. Es bildet sich ein sogenannter „Symptomträger“ (vgl. Kuntz 2009, S. 30), der zwischenmenschlich gestörten oder dysfunktionalen Beziehungsstrukturen signalisiert. Diese können beispielsweise Hierarchie- oder Rollenumkehrungen wie Parentifizierung (die Kinder übernehmen die Elternrolle und die Verantwortung für beispielsweise Geschwister und Haushalt) sein. Aus systemischer Sicht liegt die Verantwortung der Substanzabhängigkeit teilweise beim Sucht selber, allerdings wird dem System der Familie (möglicherweise auch Organisationen oder Institutionen) hohen Stellenwert beigemessen, da er als Symptomträger (un)bewusste Konflikte oder andere Störungen innerhalb eines Systems widerspiegelt. (vgl. ebd., S. 31).
Konsum von Substanzen: Einleitung in das Thema, bei der die gesellschaftliche Wahrnehmung von Drogen und das persönliche Interesse an der Erforschung der Funktionen von Suchtmitteln anhand eines Interviews mit einem Betroffenen dargelegt werden.
1. Sucht und Abhängigkeit: Definition der Begriffe Sucht und Abhängigkeit unter Rückgriff auf psychiatrische Diagnosesysteme wie DSM V und ICD 10 sowie Erläuterung der Unterscheidung zwischen schädlichem Gebrauch und Abhängigkeit.
2. Substanzabhängigkeit: Theoretische Einordnung der körperlichen und psychischen Abhängigkeit sowie detaillierte Beschreibung verschiedener Substanzgruppen von legalen Genussmitteln bis hin zu illegalen Drogen.
3. Komorbidität bei Substanzabhängigkeit: Erläuterung des Begriffs Komorbidität und Analyse des Zusammenhangs zwischen Substanzabhängigkeit und psychiatrischen Diagnosen wie ADHS sowie der Borderline-Persönlichkeitsstörung.
4. Ursachen und Gründe einer Substanzabhängigkeit: Darstellung psychologischer, systemischer, lern- und sozialisationstheoretischer sowie psychoanalytischer Erklärungsmodelle zur Entstehung von Sucht, ergänzt um gesellschaftliche Aspekte.
5. Epidemiologie: Betrachtung der Verteilung von Substanzabhängigkeit in der Bevölkerung, insbesondere unter Männern, unterteilt in legale und illegale Substanzen in Deutschland.
6. Methodik: Begründung und Beschreibung der Anwendung des narrativen Interviews zur Untersuchung der Suchtbiografie, inklusive der Akquisition des Interviewpartners und der methodischen Vorgehensweise.
7. Auswertung: Detaillierte Analyse der Interviewdaten unter Einbeziehung der Kategorien Suche nach, Selbstmedikation und Flucht.
8. Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit dem methodischen Vorgehen, der Rolle des Interviewers sowie den Herausforderungen bei der professionellen Distanz zu einem bereits bekannten Interviewpartner.
9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Erkenntnisse, wonach Sucht keine monokausalen Ursachen hat, sondern als subjektive Bewältigungsstrategie für individuelle Bedürfnisse und psychische Leidenszustände zu verstehen ist.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Referenzen.
Substanzabhängigkeit, Sucht, Narratives Interview, ADHS, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Selbstmedikation, Flucht, Systemisches Modell, Komorbidität, Drogenkonsum, Biografieanalyse, Psychiatrie, Suchtprävention, Sozialisation, Psychische Störungen.
Die Arbeit untersucht, welche Funktionen der Konsum von Suchtmitteln für einen abhängigen Menschen einnimmt und wie sich Sucht als Folge komplexer biografischer und psychischer Prozesse entwickelt.
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Sucht, die Komorbidität mit psychischen Erkrankungen wie ADHS und Borderline-Störung sowie die Erklärungsmodelle der Suchtentstehung.
Das primäre Ziel ist es, durch eine fallorientierte Analyse die individuellen Funktionen von Suchtmitteln (wie Selbstmedikation oder Flucht) bei einem suchtkranken Mann lebensgeschichtlich nachzuvollziehen.
Es wird die Methode des narrativen Interviews angewandt, ergänzt durch eine themenzentrierte Auswertung und Kategorisierung der gewonnenen biografischen Daten.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Sucht und deren Ursachen erörtert, bevor die methodische Herangehensweise und die anschließende Auswertung des Interviews in den Kategorien Suche, Selbstmedikation und Flucht erfolgt.
Substanzabhängigkeit, Narratives Interview, Selbstmedikation, ADHS, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Suchtbiografie und systemische Erklärungsansätze sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.
Das Modell betrachtet den Menschen als Teil sozialer Systeme, insbesondere der Familie, in denen dysfunktionale Kommunikationsmuster dazu führen können, dass ein Individuum zum Symptomträger wird und Sucht als maladaptive Bewältigungsstrategie entwickelt.
Während die Selbstmedikation (z. B. durch Amphetamine) primär zur Linderung der ADHS-Symptome und zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit dient, erfüllt die Fluchtfunktion den Zweck, belastende Emotionen oder traumatische Realitäten durch den Drogenrausch auszublenden.
Die Reflexion zeigt, dass eine bestehende professionelle Vorbeziehung zwar den Zugang zum Interviewpartner erleichterte, jedoch das Risiko für unprofessionelle Interpretationen und mangelnde Distanz bei der Auswertung erhöhte.
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