Bachelorarbeit, 2021
77 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Rolle der Sowjetunion in der NS-Ideologie
3. Kriegsplanung und Vorbereitung des „Unternehmens Barbarossa“
3.1 Die Aussetzung der Kriegsordnungen
3.1.1 „Der Kriegsgerichtsbarkeitserlass“
3.1.2 Der „Kommissarbefehl“
3.1.3 Die „Richtlinien für das Verhalten der Truppen in Rußland“
3.2 Die wirtschaftliche Planung des Feldzugs
3.2.1 Der Wirtschaftsstab Ost und der Blitzkrieg
3.2.2 Die „Versorgung der Truppen aus dem Lande“
3.2.3 Der „Hungerplan“
4. Die Folgen des gescheiterten Blitzkriegs
4.1 Die Versorgung der Truppen
4.1.1 Die Versorgung der Bevölkerung
4.1.2 Die Versorgung der Kriegsgefangenen
4.1.3 Die Versorgung und Verfolgung der Juden
4.2 Der Partisanenkrieg
4.2.1 Die Folgen für die Zivilbevölkerung
4.2.2 „Der Jude ist der Partisan“
5. Schlussbetrachtung
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwieweit die nach dem Scheitern des Blitzkrieges auftretenden Versorgungsprobleme der Wehrmacht und die drohende Bedrohung durch Partisanen zur Radikalisierung der Besatzungspolitik und zur verstärkten Beteiligung an Kriegsverbrechen in der Sowjetunion führten.
3.1.2 Der „Kommissarbefehl“
Der „Kriegsgerichtsbarkeitserlass“ und der „Kommissarbefehl“, genauer die „Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare“, stehen in einem engen rechtlichen und ideologischen Zusammenhang. Das Verhältnis der beiden Weisungen ist offensichtlich, da die Aufhebung des Verfolgungszwangs konsequenterweise zu einer radikaleren Vorgehensweise deutscher Truppen gegen sowjetische Kommissare führen sollte.
Die Entstehung dieses Befehls ist auf die Rede Adolf Hitlers Ende März 1941 zurückzuführen, in der er sowjetische politische Kommissare als Verbrecher bezeichnete und einen dementsprechenden Umgang im Krieg forderte. Diese Forderungen verfolgten keine juristischen Ziele, sondern die kriegsstrategisch wichtige Beseitigung der Funktionäre, durch die die Sowjetunion zerstört und der Krieg gewonnen werden sollte. Durch die Worte Hitlers: „Der Kommunist ist vorher kein Kamerad und nachher kein Kamerad“ kam es zu dem Entschluss, den Kommissaren das Existenzrecht abzusprechen.
Politische Kommissare waren Offiziere, die seit der Oktoberrevolution in die Rote Armee integriert wurden, um die Armeeeinheiten zu führen. Hier ist wichtig zu betonen, dass die Kommissare eine politische Rolle in der Roten Armee spielten und Träger der bolschewistischen Ideologie waren und diese den Soldaten beibringen sollten. Dies erklärt den Hintergrund für den Erlass des „Kommissarbefehls“, da es Hitlers Ziel war, den Bolschewismus endgültig zu zerstören.
Aufgeteilt ist der Befehl in drei Punkte: Ausführung des Befehls im Operationsgebiet, Behandlung der Kommissare im rückwärtigen Heeresgebiet und die Beschränkung der Kriegs- und Standgerichte in Bezug auf Kommissare.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Radikalisierung der Besatzungspolitik durch die Versorgungsprobleme der Wehrmacht und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Die Rolle der Sowjetunion in der NS-Ideologie: Dieses Kapitel arbeitet das ideologische Weltbild des Nationalsozialismus auf, das den „Osten“ als Lebensraum und den Bolschewismus als Existenzfeind definierte.
3. Kriegsplanung und Vorbereitung des „Unternehmens Barbarossa“: Hier werden die organisatorischen und strategischen Grundlagen für den Vernichtungskrieg, einschließlich der verbrecherischen Befehle und der wirtschaftlichen Ausbeutungspläne, analysiert.
4. Die Folgen des gescheiterten Blitzkriegs: Das Hauptkapitel untersucht, wie das Scheitern des schnellen Sieges zu einer Verschlechterung der Versorgungslage und in der Konsequenz zu radikaleren Maßnahmen gegen Zivilbevölkerung, Kriegsgefangene und Juden sowie zur Verschärfung des Partisanenkrieges führte.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Ergebnisse und bestätigt den engen Zusammenhang zwischen den strategischen Rückschlägen und der Radikalisierung der Kriegsführung.
Wehrmacht, Unternehmens Barbarossa, Kriegsverbrechen, Kommissarbefehl, Kriegsgerichtsbarkeitserlass, Hungerplan, Partisanenkrieg, Vernichtungskrieg, Besatzungspolitik, Rote Armee, Antisemitismus, Versorgungskrise, Zivilbevölkerung, Holocaust.
Die Arbeit analysiert die Beteiligung der deutschen Wehrmacht an Kriegsverbrechen im Krieg gegen die Sowjetunion 1941 und deren Zusammenhang mit der Radikalisierung der Besatzungspolitik aufgrund strategischer und wirtschaftlicher Probleme.
Die Arbeit behandelt die NS-Ideologie, die strategische Planung des Feldzugs, die Versorgungssituation von Truppen und Gefangenen, den Partisanenkrieg sowie die Verfolgung und Ermordung von Juden durch die Wehrmacht.
Es soll untersucht werden, ob die Versorgungsprobleme und die Partisanenbedrohung als Auslöser für die Radikalisierung und die Missachtung des Kriegsvölkerrechts dienten.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung von Primärquellen (Befehle, Lageberichte) und Sekundärliteratur zur Geschichte des Ostfeldzugs basiert.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf den Auswirkungen des gescheiterten Blitzkriegs, der Versorgungskrise, dem Hungerplan und der daraus resultierenden Gewalt gegen Zivilisten und Kriegsgefangene.
Zentrale Begriffe sind Vernichtungskrieg, Kriegsverbrechen, „Kommissarbefehl“, „Hungerplan“ und die ideologische Verankerung des Judenhasses in der Wehrmachtführung.
Da die Versorgung aus dem Land („Hungerplan“) Priorität hatte, führte dies systematisch zu einer Aushungerung der einheimischen Zivilbevölkerung und in der Folge zu einer Verschärfung der Besatzungsgewalt.
Der Befehl wird als zentrales Element der ideologischen Kriegsführung gesehen, das darauf abzielte, jeglichen Widerstand von Anfang an durch die Ermordung der politischen Funktionäre zu brechen.
Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Entlarvung dieses Mythos, indem sie dokumentiert, wie weitgehend die Wehrmacht in die Planung und Ausführung von Kriegsverbrechen und Massenmorden eingebunden war.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

