Diplomarbeit, 2008
89 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Terminologische Grundlagen
2.2 Theoretische Grundlage: Die Upper-Echelons-Perspektive
2.2.1 Grundmodell und Basisprämissen
2.2.2 Erweiterungen des Modells
2.2.3 Kritische Würdigung
2.3 Ergänzung: Entscheidungsprozessforschung
3. Zum Handlungsspielraum von Topmanagern
3.1 Unternehmungsexterne Determinanten
3.2 Unternehmungsinterne Determinanten
3.3 Personelle Determinanten
3.4 Zwischenfazit
4. Einflussnahme von Topmanagern auf den Unternehmungserfolg
4.1 Strategische Einflussnahme aus der Inhaltsperspektive
4.2 Strategische Einflussnahme aus der Prozessperspektive
4.2.1 Rationalität und Intuition
4.2.2 Macht und politisches Verhalten
4.2.3 Geschwindigkeit, Dezentralisierung und Formalisierung
4.3 Außerstrategische Einflussnahme
4.4 Zwischenfazit
5. Implikationen für Managementpraxis und Forschung
5.1 Implikationen für die strategische Arbeitsweise und die personelle Besetzung des Top-Managements
5.2 Implikationen für die Forschung im Rahmen der Upper-Echelons Perspektive
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den individuellen Einfluss von Topmanagern auf strategische Entscheidungsprozesse und den daraus resultierenden Unternehmungserfolg. Dabei wird analysiert, wie persönliche Charakteristika, Kontextfaktoren und der Handlungsspielraum (Managerial Discretion) die strategische Ausrichtung und Performance von Unternehmen determinieren.
2.2.1 Grundmodell und Basisprämissen
Das Grundmodell der Upper-Echelons-Perspektive hat das Top-Management bzw. das Top-Management-Team (im Folgenden: TMT), insbesondere dessen Charakteristika, zum zentralen Gegenstand, welche es in Beziehung zu strategischen Entscheidungen und dem daraus resultierenden Unternehmungserfolg setzt (vgl. Hambrick/Mason 1984, S. 197). Wie in Abb. 2-1 dargestellt, portraitiert es vier zusammenhängende Kernkonstrukte: Die objektive Situation, Top-Management Charakteristika, strategische Wahlentscheidungen und Unternehmungsperformance bzw. -erfolg.
Das dargestellte Grundmodell beschreibt folgenden linearen Zusammenhang dieser Kernkonstrukte: Die externe bzw. interne Situation der Unternehmung beeinflusst die Auswahl von Managern, welche idealer Weise situationsadäquate Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. Beispiel hierfür ist die Tatsache, dass in den meisten Branchen Manager mit entsprechender Branchenerfahrung führende Positionen in den Unternehmungen bekleiden. Gleichzeitig wirkt sich die objektive Situation in Form von Restriktionen bei strategischen Wahlentscheidungen aus. Von zentraler Bedeutung im Modell sind die Top-Management-Charakteristika, die von Hambrick und Mason in eine kognitive und eine demographische Ebene unterteilt werden. Diese determinieren die strategischen Wahlentscheidungen und durch diese Entscheidungen auch die Unternehmungsperformance (ebd.). Die kognitive Ebene besteht aus psychologischen Variablen, genauer gesagt aus der Wissensbasis und den Werten der Manager. Werte sind Präferenzen für menschliches Verhalten, die relativ stabil sind (vgl. Hofstede 1980, S. 19). Die Wissensbasis bzw. „kognitive Basis“ des Entscheidungsträgers besteht aus: Wissen oder Annahmen über zukünftige Ereignisse sowie Wissen über Handlungsalternativen und deren Konsequenzen (vgl. March/Simon 1958, S. 154). Die demographische Ebene besteht aus direkt beobachtbaren Variablen wie Alter, Funktionsbereichszuständigkeit, Berufserfahrungen, Bildung, sozioökonomischen „Wurzeln“, finanzieller Position und den Gruppencharakteristika bzw. Charakteristika des Teams (vgl. Hambrick/Mason 1984, S. 198). Das Konstrukt der strategischen Wahlentscheidungen umfasst formale wie informale Entscheidungen und Nicht-Entscheidungen strategischer Art, interagiert mit den Top-Management-Charakteristika und beeinflusst die Unternehmungsperformance (ebd., S. 197).
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Topmanagern als „Architekten der Strategie“ dar und leitet die Forschungsfrage über deren Einfluss auf den Unternehmungserfolg her.
2. Grundlagen: Es werden die zentralen Begriffe definiert und der theoretische Bezugsrahmen, bestehend aus der Upper-Echelons-Perspektive und der Entscheidungsprozessforschung, erläutert.
3. Zum Handlungsspielraum von Topmanagern: Dieses Kapitel analysiert die Determinanten, die den Handlungsspielraum („Managerial Discretion“) von Topmanagern begrenzen oder erweitern, unterteilt in externe, interne und personelle Faktoren.
4. Einflussnahme von Topmanagern auf den Unternehmungserfolg: Hier wird untersucht, wie Topmanager durch strategische Inhalte und die Gestaltung von Entscheidungsprozessen (Rationalität, Macht, Geschwindigkeit) direkt auf den Erfolg einwirken.
5. Implikationen für Managementpraxis und Forschung: Basierend auf den Analyseergebnissen werden Empfehlungen für die strategische Arbeitsweise, die personelle Besetzung von Führungspositionen sowie Impulse für die weitere Forschung abgeleitet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die zentrale Annahme, dass der Einfluss von Topmanagern massgeblich von deren Handlungsspielraum und Persönlichkeit abhängt.
Topmanager, Strategisches Management, Upper-Echelons-Perspektive, Unternehmungserfolg, Strategische Entscheidungsprozesse, Managerial Discretion, Handlungsspielraum, Corporate Governance, TMT, Entscheidungsprozessforschung, Rationalität, Macht, Organisationale Performance, Leadership, Strategische Orientierung
Die Diplomarbeit untersucht den Einfluss, den einzelne Topmanager, wie der CEO oder Vorstandsvorsitzende, auf strategische Entscheidungsprozesse und den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens haben.
Die zentralen Themen sind die Upper-Echelons-Perspektive, das Konzept des Handlungsspielraums von Managern, die Dynamik von Entscheidungsprozessen sowie die Auswirkungen individueller Topmanager-Eigenschaften auf die Unternehmungsperformance.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie und inwieweit einzelne Topmanager durch strategische Entscheidungen und deren Umsetzung den Erfolg ihres Unternehmens maßgeblich beeinflussen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung zahlreicher empirischer Studien aus den Bereichen Strategisches Management und Entscheidungsprozessforschung, um theoretische Zusammenhänge zu verifizieren.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Determinanten des Handlungsspielraums (intern/extern/personell) und untersucht anschließend, wie bestimmte Prozessdimensionen wie Rationalität, politische Dynamik und Geschwindigkeit die strategische Arbeit und den Unternehmungserfolg beeinflussen.
Die wichtigsten Schlagworte sind Top-Management, Upper-Echelons-Perspektive, Handlungsspielraum (Managerial Discretion), Strategische Entscheidungsprozesse und Unternehmungserfolg.
Es fungiert als entscheidender Bezugsrahmen, da ein Manager nur dann einen signifikanten Einfluss auf den Unternehmungserfolg ausüben kann, wenn er über genügend Handlungsfreiheit verfügt, um strategische Alternativen tatsächlich umzusetzen.
Psychologische Merkmale wie Leistungsorientierung, Kontrollüberzeugung oder Narzissmus wirken wie ein Filter bei der Informationsverarbeitung und führen dazu, dass CEOs unterschiedliche strategische Prioritäten setzen, was wiederum direkt die Performance des Unternehmens prägt.
Das deutsche System ist durch das dualistische Modell (Vorstand und Aufsichtsrat) und das Kollegialprinzip geprägt, was den Handlungsspielraum eines einzelnen Topmanagers im Vergleich zum angelsächsischen Modell mit seiner stärkeren Konzentration auf den CEO in der Regel stärker einschränkt.
Eine Krise kann dazu führen, dass Entscheidungsprozesse bewusster rationaler gestaltet werden, da die weitreichenden Konsequenzen für alle Beteiligten offensichtlicher sind, was den Einfluss von Topmanagern auf die strategische Neuausrichtung verstärkt.
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