Diplomarbeit, 2008
104 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Migranten türkischer Herkunft in der deutschen Gesellschaft
2.1 Begrifflichkeiten
2.2 Migrationsgeschichtlicher Hintergrund
2.2.1 Gründe zur Einwanderung der türkischen Migranten nach Deutschland
2.2.2. Förderung der Rückkehr
2.2.3 Von Gastarbeitern der Ausländer zu Zuwanderern
2.3 Stellungen der zweiten und dritten Generation türkischer Migranten in der deutschen Gesellschaft
2.3.1 Psycho-soziale Situation und soziale Identität
2.3.2 Arbeiterstatus als Stigma
2.3.3 Berufliche Stellung
2.3.4 Wohnverhältnisse und Familiengröße
2.3.5 Kulturelle Bindungen
2.3.6 Sprache und Sprachkompetenz
3. Schulbesuch und Bildungsbenachteiligung von Migranten türkischer Herkunft im deutschen Schulsystem
3.1 Jugendliche aus Migrantenfamilien
3.2 Basiskompetenzen der Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund
3.3 Zusammensetzung der ausländischen Schülerschaft
3.4 Bildungsbeteiligung und Schulerfolg
3.4.1 Ursachen für das Schulversagen der Migrantenkinder
3.4.2 Besondere Problemstellungen der schulischen Situation von türkischen Kindern und Jugendlichen
3.4.3 Bildungsabschlüsse im Vergleich
3.4.4 Folgen für die weitere Bildungs- und Berufslaufbahn
3.5 Einfluss bestimmter Sozialisationsbedingungen auf den Schulerfolg
3.5.1 Auswirkungen des Sprachgebrauchs auf den Schulerfolg
3.5.2 Bildungsniveau und berufliche Stellung
3.5.3 Traditionelle Erziehungsziele und Religion
3.6 Schulleistungsvergleichsstudie PISA
3.6.1 Befunde zu den Herkunftsgruppen bei der PISA-Studie
3.6.2 Das deutsche Bildungssystem – integrativ oder selektiv?
3.7 Schlussfolgerung
4. Erklärungsansätze
4.1 Erklärungsmöglichkeiten für die Bildungsbenachteiligung
4.2 Sozio-kulterelle Faktoren
4.2.1 Zum Kulturbegriff
4.2.2 Kulturelle Transformationen
4.2.3 Sprachliche Voraussetzungen
4.2.4 Religion
4.2.5 Benachteiligung durch sozio-kulturelle Faktoren
4.2.5.1 Schule und Zweisprachigkeit
4.2.5.2 Schule und Religion
4.2.5.3 Kulturelle Heterogenität im Schulsystem
4.3 Sozio-ökonomische Faktoren
4.3.1 Bildungsniveau und soziale Einstellungen der Eltern
4.3.2 Auswirkungen der Lebensbedingungen auf den Schulerfolg
4.3.3 Benachteiligung durch sozio-ökonomische Faktoren
4.4 Schulorganisatorische Faktoren
4.4.1 Institutionelle Diskriminierung
4.4.2 Vorschulische Erziehung
4.5 Rechtliche Situationen als Rahmenbedingungen für die Bildungssituation
5. Perspektiven und Chancen für ein gerechtes deutsches Schulsystem
5.1 Die Aufgabe der deutschen Schule
5.2 Fördermaßnahmen im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich
5.2.1 Sprachliche Fördermaßnahmen
5.2.2 Migrantenkindern an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen
5.3 Defizite und mögliche Veränderungen
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht die schulische Bildungssituation junger Migrantinnen und Migranten türkischer Herkunft in der Bundesrepublik Deutschland. Sie analysiert die Gründe für ihre Bildungsbenachteiligung und bewertet kritisch, inwieweit das deutsche, selektive Schulsystem durch institutionelle Diskriminierung, sozioökonomische oder soziokulturelle Effekte zu ungleichen Bildungschancen beiträgt.
2.1 Begrifflichkeiten
Migranten/Migration: Menschen, die einzeln oder in Gruppen ihre bisherigen Wohnorte verlassen, um sich an anderen Orten dauerhaft oder zumindest für längere Zeit niederzulassen, werden als Migranten bezeichnet. Tourismus und andere Kurzzeitaufenthalte fallen nicht unter die Definition von Migration (Soziologie), saisonale Arbeitsmigration wird jedoch manchmal mit einbezogen.
Überschreiten Menschen im Zuge ihrer Migration Ländergrenzen, werden sie aus der Perspektive des Landes, das sie betreten, Einwanderer oder Immigranten (von lat.: migrare, wandern) genannt. (Aus der Perspektive des Landes, das sie verlassen, heißen sie Auswanderer oder Emigranten.) Weltweit wird die Anzahl der Immigranten auf 190 Millionen geschätzt (UN-Schätzung, 2005), das sind jedoch nur 3% der Weltbevölkerung. Migration ist eine bedeutende Änderung im Leben eines Menschen und mit großen, zum Teil lebensbedrohlichen Risiken verbunden (siehe unerlaubte Migration), und zerreißt oft Familienverbände und soziale Strukturen. Deswegen findet Migration meist aufgrund von Ausnahmesituationen wie Krieg, Not oder Verfolgung statt, in einem vermutlich geringeren Anteil spielen Neugier und die Hoffnung auf ökonomische Verbesserung eine Rolle.
Transformation: Eine Transformation (lateinisch: die Umformung) bezeichnet allgemein die Veränderung der Gestalt bzw. Form bzw. Struktur. Die Transformation kann ohne Verlust der Substanz bzw. Inhalt erfolgen.
Integration: Der Begriff Integration ist vom lateinischen „integratio“ abgeleitet und bedeutet in der Soziologie Herstellung eines Ganzen, Erneuerung. Integration beschreibt einen dynamischen, lange andauernden und sehr differenzierten Prozess des Zusammenfügens und Zusammenwachsens. Dieser Prozess besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung, Kommunikation, Finden von Gemeinsamkeiten, Feststellen von Unterschieden und der Übernahme gemeinschaftlicher Verantwortung zwischen Zugewanderten und anwesender Mehrheitsbevölkerung. Im Gegensatz zur Assimilation (völlige Anpassung), verlangt Integration nicht die Aufgabe der eigenen kulturellen Identität.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt den Fokus auf die schulische Bildungssituation junger Migranten dar und formuliert die zentrale These der Ungleichbehandlung im deutschen Schulsystem.
2. Migranten türkischer Herkunft in der deutschen Gesellschaft: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe und beleuchtet die Migrationsgeschichte sowie die Lebenssituation der zweiten und dritten Generation.
3. Schulbesuch und Bildungsbenachteiligung von Migranten türkischer Herkunft im deutschen Schulsystem: Das Kapitel untersucht detailliert die schulische Situation, Bildungsbeteiligung und die Auswirkungen von Sozialisationsbedingungen auf den Schulerfolg.
4. Erklärungsansätze: Hier werden theoretische Ansätze beleuchtet, die versuchen, die Bildungsbenachteiligung durch soziokulturelle, sozioökonomische und schulorganisatorische Faktoren zu erklären.
5. Perspektiven und Chancen für ein gerechtes deutsches Schulsystem: Dieses Kapitel diskutiert Fördermaßnahmen, Defizite und mögliche Veränderungen für ein gerechteres Schulsystem.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, das System Schule grundlegend zu verändern, um Chancengleichheit zu ermöglichen.
Bildungsbenachteiligung, Migranten, türkische Herkunft, Schulsystem, Selektion, Integration, Chancenungleichheit, Soziokulturelle Faktoren, Sozioökonomische Faktoren, Sprachförderung, PISA, Identität, Diskriminierung, Schulerfolg, Bildungspolitik.
Die Arbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen türkischer Herkunft in Deutschland und analysiert, inwiefern das gegliederte Schulsystem für diese Nachteile verantwortlich ist.
Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte der Türken in Deutschland, deren soziokulturelle Identität, die schulische Bildungsbeteiligung sowie die institutionellen Rahmenbedingungen des deutschen Bildungswesens.
Ziel ist es, die Ursachen für die schlechteren Bildungsabschlüsse von Kindern mit Migrationshintergrund zu identifizieren und kritisch zu hinterfragen, ob diese auf individuellen Defiziten oder auf struktureller Benachteiligung durch das Schulsystem beruhen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung empirischer Studien (wie PISA und IGLU) sowie der kritischen Auseinandersetzung mit soziologischen und bildungswissenschaftlichen Erklärungsmodellen.
Der Hauptteil analysiert die Lebensverhältnisse der Migranten, die Bedeutung von Sprache und Religion für den Schulerfolg, die Auswirkungen des selektiven Schulsystems sowie die Rolle von sozioökonomischen Faktoren für die Bildungskarriere.
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Bildungsbenachteiligung, Selektion, institutionelle Diskriminierung, soziokulturelle Heterogenität und Integrationsprozesse.
Die Autorin argumentiert, dass die Sprachkompetenz zwar ein zentraler Faktor für Schulerfolg ist, die aktuelle deutsche Bildungspolitik jedoch durch eine zu einseitige Fokussierung auf das Deutsche die Potenziale der Mehrsprachigkeit vernachlässigt und stigmatisierend wirkt.
Die Arbeit sieht in der Gesamtschule eine wichtige, wenngleich oft politisch unterdrückte Alternative, die den Selektionsdruck verringert und durch längeres gemeinsames Lernen zu besseren Bildungsergebnissen für alle Schülergruppen beitragen kann.
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