Bachelorarbeit, 2008
43 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Was ist Online-Journalismus?
2.1 Online-Journalismus als viertes Medium
2.2 Das Internet als globaler Kommunikationsraum
3. Journalistische Regeln in den Printmedien
3.1 Der Deutsche Presserat
3.2 Der Pressekodex
3.3 Das Gladbecker Geiseldrama
4. Veränderungen journalistischer Regeln durch den Online-Journalismus
4.1 Das Spannungsfeld zwischen Nachricht und Werbung
4.2 Die Gefahr der frühen Veröffentlichung
4.3 Die Frage der Verantwortung für Inhalte
4.4 Das öffentliche Sammeln von (personenbezogener) Information als legitime journalistische Quelle
4.5 Die Interaktivität im Internet: Ist jeder Journalist?
5. Pluralität und Differenz: Ausblick und Perspektiven eines homogenen Reglements für den Online-Journalismus
6. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Online-Journalismus die etablierten journalistischen Standards und Regeln verändert oder diese neuen Anforderungen aussetzt. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse, ob bestehende Regelsysteme modifiziert werden müssen oder eine Übertragung ohne Anpassung möglich ist.
3.3 Das Gladbecker Geiseldrama
Im Gegensatz zu der sogenannten „Kieler Affäre“ stand bei dem Geiseldrama von Gladbeck zwar vornehmlich das Fernsehen in der Kritik, aber auch die Printmedien wurden stark kritisiert. Die Anklagen, die gegen die Medien erhoben wurden, „reichen von ‚Sensationsjournalismus‘ und ‚Aktualitätsfetischismus‘ über ‚Instrumentalisierung der Medien durch Schwerverbrecher‘ bis hin zur ‚indirekten Hilfestellung‘ für und ‚Komplizenschaft‘ mit Geiselgangstern.“ Das Geiseldrama von Gladbeck gilt nicht nur als eines der spektakulärsten Verbrechen in der Kriminalgeschichte der Bundesrepublik Deutschland, sondern wohl auch als das deutlichste Beispiel für die Missachtung journalistischer Standards. Nicht zuletzt durch Fehler der Polizei eskalierte der Bankraub zweier Männer auf die Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck zu einer mehrtägigen Irrfahrt der Gangster und ihrer Geiseln. Im Verlauf kamen drei Menschen ums Leben, bis schließlich die Polizei den Fluchtwagen auf der Autobahn 3 bei Bad Honnef stoppte.
Während der Entführung wurden die Gangster nicht nur von der Polizei, sondern auch von einer großen Zahl Journalisten verfolgt, so dass die Fernsehzuschauer, Radiohörer und Zeitungsleser stets ganz nah dabei waren. Dabei griffen die Journalisten aktiv in das Drama ein, indem sie aus eigenem Antrieb wiederholt Kontakt zu den Geiselnehmern aufnahmen, sich als Vermittler oder Ersatzgeiseln anboten und Pressefahrzeuge die Polizei bei der Verfolgung massiv behinderten. Die journalistische Distanz wurde explizit aufgegeben. Die aktive Beteiligung der Medien und ihrer Reporter begann zu einem frühen Zeitpunkt, so war die Bild-Zeitung als Erster vor Ort und das öffentlich-rechtliche Fernsehen führte ein Live-Interview mit einem der Gangster.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob und wie traditionelle journalistische Regeln im digitalen Zeitalter des Online-Journalismus Anwendung finden.
2. Was ist Online-Journalismus?: Hier wird der Online-Journalismus als Arbeitsbereich definiert und seine Rolle als viertes Medium im globalen Kommunikationsraum erörtert.
3. Journalistische Regeln in den Printmedien: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Selbstkontrolle durch den Presserat und den Pressekodex sowie das Scheitern journalistischer Standards am Beispiel des Gladbecker Geiseldramas.
4. Veränderungen journalistischer Regeln durch den Online-Journalismus: Anhand von fünf Kernpunkten wird analysiert, wie technologische Neuerungen und die Internetstruktur bestehende journalistische Normen und Arbeitsabläufe beeinflussen.
5. Pluralität und Differenz: Ausblick und Perspektiven eines homogenen Reglements für den Online-Journalismus: Dieser Abschnitt diskutiert kritisch die Realisierbarkeit eines einheitlichen, globalen Reglements für das Internet und die Notwendigkeit flexiblerer Ansätze.
6. Schlussbemerkung: Die Ergebnisse werden reflektiert und das Fazit gezogen, dass eine Modifikation bestehender Regeln für den Online-Journalismus unumgänglich ist.
Online-Journalismus, Pressekodex, Presserat, Journalismusethik, Internet, Bürgerjournalismus, Weblogs, Medienregulierung, Selbstkontrolle, Medienkompetenz, Nachricht, Werbung, Hypertextualität, Recherche, Informationsfluss.
Die Arbeit untersucht, ob und wie der Online-Journalismus die bestehenden, aus dem Printbereich stammenden journalistischen Regeln verändert.
Die zentralen Felder sind die Rolle des Internets als viertes Medium, der Einfluss von Weblogs, die Frage der Werbetrennung sowie die Herausforderungen an die journalistische Sorgfaltspflicht.
Ziel ist es, die neuen Herausforderungen an den traditionellen Journalismus durch das Internet zu benennen und zu untersuchen, ob eine Anpassung der bestehenden journalistischen Regeln sinnvoll ist.
Der Autor führt eine qualitative Analyse auf Basis aktueller Fachliteratur und Fallbeispiele wie dem Gladbecker Geiseldrama durch, um Unterschiede und Veränderungen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme zum Online-Journalismus, eine Darstellung traditioneller Regeln und eine tiefgehende Untersuchung von fünf Kernpunkten (z.B. Nachricht vs. Werbung, Linkhaftung, Recherchemethoden).
Zu den prägenden Begriffen zählen Online-Journalismus, Medienethik, Selbstkontrolle, Interaktivität und die Transformation traditioneller journalistischer Normen.
Es dient als abschreckendes Beispiel für den Zusammenbruch journalistischer Standards im traditionellen Medienkontext und als Referenz für notwendige selbstkritische Reflexionen.
Der Autor sieht in einem globalen Gütesiegel eine mögliche Alternative zu staatlicher Zensur, weist jedoch auf erhebliche Hürden wie unterschiedliche kulturelle Moralvorstellungen hin.
Weblogs werden einerseits als Bereicherung durch Partizipation gesehen, andererseits als Konkurrenz wahrgenommen, die das traditionelle Rollenverständnis von Journalisten herausfordert.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

