Bachelorarbeit, 2008
65 Seiten, Note: 1,0
0 Einleitung
1 Arbeitslosigkeit
1.1 Geschichtliche Eckpfeiler und Arbeitsmarktentwicklung seit 1949
1.2 Ursachen in den neuen Bundesländern
1.3 Die Ausnahme in den Hartz IV-Gesetzen: Hilfebedürftige unter 25 Jahre
1.4 Generelle Folgen von Arbeitslosigkeit
2 Strukturdaten zu Schorstedt und dem Ortsteil Grävenitz
2.1 Infrastruktur in Schorstedt 2008
2.2 Vergleich möglicher Arbeitsplätze 1990 und 2008
3 Konzept und Anlage der empirischen Untersuchung
3.1 Die Phasen einer empirischen Untersuchung
3.2 Die Entwicklung des Fragebogens
3.2.1 Phase I: Formulierung des Forschungsproblems
3.2.2 Phase II: Planung und Vorbereitung der Erhebung
3.2.3 Phase III: Datenerhebung
3.2.4 Phase IV: Datenauswertung
4 Die Darstellung der empirischen Ergebnisse
4.1 Daten zu den allgemeinen Angaben der Arbeitslosen
4.2 Angaben zur Erwerbs- und Arbeitslosigkeit der Probanden
4.2.1 Die Dauer der Arbeitslosigkeit
4.2.2 Das Arbeitsverhältnis vor dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit
4.2.3 Die Gründe der Arbeitsplatzkündigung
4.3 Befragungen der Teilnehmer zum Job-Center
4.3.1 Erreichbarkeit und Zugang zum Job-Center
4.3.2 Das Interaktionsmuster des Job-Centers in Gesprächssituationen
4.3.3 Die Maßnahmenangebote der Agentur für Arbeit
4.4 Persönliches Engagement
4.5 Persönliche Aussichten zur eigenen Arbeitslosigkeit
4.6 Schlussfolgerungen der empirischen Ergebnisse
5 Einige Einflussgrößen, die das Fortbestehen der Arbeitslosigkeit fördern könnten
5.1.1 Betrachtung des wirtschaftlichen Aspektes
5.1.2 Betrachtung des politischen Aspektes
5.1.3 Betrachtung des individuellen Aspektes
5.1.4 Betrachtung des gesellschaftlichen Aspektes
5.2 Bestehende Interventionsmaßnahmen und weitere Änderungsvorschläge
5.2.1 Das Öko-Dorf Brodowin e.V.
5.2.2 Die Ökologische Beschäftigungsinitiative Krummenhagen e.V.
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, welche Einflussgrößen in ländlichen Gemeinden der neuen Bundesländer eine Verlängerung von Arbeitslosigkeit begünstigen. Am Beispiel des Ortes Schorstedt wird analysiert, wie sich ökonomische, politische und individuelle Faktoren auf die Arbeitsmarktsituation und das Erleben der Betroffenen auswirken.
1.2 Ursachen in den neuen Bundesländern
Da der Fokus stärker auf entscheidende Ursachen in den neuen Bundesländern gerichtet werden soll, bezieht sich dieses Unterkapitel fast ausschließlich auf die Betrachtung von Ostdeutschland.
Der erste zu nennende Grund für den Arbeitslosenanstieg ist die verschieden hohe Erwerbsbeteiligung in Ost- und Westdeutschland vor der „Wende“. Mitunter entstand der höhere Erwerbsanteil in Ostdeutschland durch die hohe Berufstätigkeit ostdeutscher Frauen. Ebenso war der Anteil von Normarbeitsverhältnissen (dauerhafte Vollzeitbeschäftigung) in Ostdeutschland höher, auch wenn dies niedrig produktive Tätigkeiten waren, die zudem gering entlohnt wurden. Die Frauen konnten Berufstätigkeit und Familiengründungen bzw. -arbeit besser vereinen, da das Betreuungsangebot für Kinder durch Kinderkrippen und -gärten, sowie Hortplätze stark vertreten war. Durch das enorme Betreuungsangebot für Kinder waren einerseits viele Frauen in diesem Bereich angestellt und gleichzeitig konnten Frauen ganztags ihrer jeweiligen Arbeit nachgehen.
Bis zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung gab es in der ehemaligen DDR ein Gesetz, das für jeden DDR-Bürger einen Arbeitsplatz „garantierte“, ihn sogar zur Ausübung eines Berufes verpflichtete. In der DDR-Verfassung vom 7. Oktober 1974 stand im Artikel 24: „…(1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation… (2) Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit. …“
0 Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre Motivation zur Themenwahl aufgrund persönlicher Erfahrungen in Sachsen-Anhalt und leitet die Forschungsfrage bezüglich begünstigender Faktoren für Langzeitarbeitslosigkeit her.
1 Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel definiert Arbeitslosigkeit nach SGB III und beleuchtet die historische Entwicklung seit 1949 sowie spezifische Ursachen für den Arbeitslosenanstieg in Ostdeutschland.
2 Strukturdaten zu Schorstedt und dem Ortsteil Grävenitz: Hier werden Einwohnerdaten sowie die infrastrukturelle Entwicklung und der Rückgang der Arbeitsplätze in Schorstedt im Vergleich zwischen 1990 und 2008 analysiert.
3 Konzept und Anlage der empirischen Untersuchung: Das Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen einer empirischen Untersuchung sowie die gezielte Entwicklung des Fragebogens für die vorliegende Studie.
4 Die Darstellung der empirischen Ergebnisse: Basierend auf der Auswertung der Fragebögen werden Daten zu den Probanden, ihrer Arbeitslosensituation, den Erfahrungen mit dem Job-Center und ihrer persönlichen Motivation dargestellt.
5 Einige Einflussgrößen, die das Fortbestehen der Arbeitslosigkeit fördern könnten: Die Ergebnisse werden multiperspektivisch hinsichtlich wirtschaftlicher, politischer, individueller und gesellschaftlicher Faktoren interpretiert und durch Projektbeispiele ergänzt.
6 Fazit: Die Autorin fasst ihre Erkenntnisse zusammen, bewertet die empirischen Daten kritisch und zieht Schlussfolgerungen für die Situation in ländlichen Gemeinden.
Arbeitslosigkeit, ländliche Gemeinden, neue Bundesländer, Sachsen-Anhalt, Langzeitarbeitslosigkeit, Job-Center, Strukturwandel, Deindustrialisierung, Arbeitsmarkt, Qualifizierung, Eigenmotivation, Infrastruktur, Schorstedt, Soziale Arbeit, berufliche Zukunft.
Die Bachelor-Thesis untersucht die Ursachen und Einflussgrößen, die in ländlichen Regionen der neuen Bundesländer zur Verstetigung oder Verlängerung von Arbeitslosigkeit beitragen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Arbeitsmarktsituation in Ostdeutschland, dem Strukturwandel, der Rolle staatlicher Institutionen wie dem Job-Center sowie der individuellen Lebenslage der Betroffenen.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob es spezifische Einflussgrößen gibt, die eine Verlängerung von Arbeitslosigkeit begünstigen, unter Einbeziehung einer Fallstudie.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturrecherche mit einer empirischen Untersuchung, bei der ein Fragebogen unter arbeitslosen Einwohnern der Gemeinde Schorstedt durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Strukturanalyse des Untersuchungsortes, die Darstellung und Interpretation der empirischen Ergebnisse sowie eine systemische Betrachtung verschiedener Einflussgrößen.
Arbeitslosigkeit, ländliche Regionen, Ostdeutschland, Langzeitarbeitslosigkeit, Job-Center, soziale Auswirkungen, Strukturwandel und berufliche Perspektiven.
Die Autorin wählte ihren Heimatort, um die Diskrepanz zwischen allgemeinen statistischen Annahmen über Arbeitslosigkeit und der realen, vor Ort beobachtbaren Situation in einer ländlichen Gemeinde zu untersuchen.
Die Befragung ergab eine hohe Unzufriedenheit der Probanden, insbesondere hinsichtlich der erlebten Beratungsqualität, der Erreichbarkeit und dem Mangel an passgenauen Arbeitsplatzvorschlägen.
Die absolute Mehrheit der Befragten lehnt einen Umzug ab, da sie stark an ihrem Wohneigentum und ihrem sozialen Umfeld hängen und einen Wohnungsverkauf als Verlust von Sicherheit wahrnehmen.
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