Diplomarbeit, 2003
95 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Bildungsmanagement und berufliche Weiterbildung
2.1 Erläuterungen
2.2 Bildung
2.3 Weiterbildung
2.4 Bildungsmanagement
2.5 Berufliche Weiterbildung
2.6 Berufliche Weiterbildung und Bildungsmanagement: begriffliche Abgrenzung
2.7 Berufliche Weiterbildung und Bildungsmanagement – Zuständigkeitsbereiche der Betriebswirtschaftslehre oder der Pädagogik?
2.8 Zusammenfassung
3. Spannungsfelder
3.1 Bildungsmanagement und berufliche Weiterbildung als Spannungsfelder zwischen pädagogischen Idealen und wirtschaftlichen Anforderungen
3.1.1 Einflüsse bzw. Interessen der Erwachsenenbildung
3.1.2 Einflüsse bzw. Interessen der Wirtschaft
3.1.3 Einflüsse bzw. Interessen des Staates
3.1.4 Die „Vermarktlichung“ der Weiterbildung
3.2 Bildungscontrolling
3.3 Zugänge zur Konzeption von Bildungsprogrammen mit wirtschaftlichem Kontext
3.3.1 Wer konzipiert?
3.3.2 Zugänge aus pädagogischer Perspektive und Zugänge aus betriebswirtschaftlicher Perspektive
3.3.3 Das Bild von den BildungsempfängerInnen
3.4 Die Bedeutung einer grundlegenden Orientierung in der Betriebswirtschaft: Die normative Ebene des Managements
3.5 Zusammenfassung
4. Die Frage nach den neuen Leitbildern: Menschenbilder der BWL und der Pädagogik als Bezugspunkte für Konzepte des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung
4.1 Einführung/Überleitung
4.2 Menschenbilder
4.2.1 Menschenbilder als Bezugssysteme für theoretisches und praktisches Handeln
4.3 Die Frage nach den Menschenbildern von Bildungsmanagement und beruflicher Weiterbildung
4.4 Homo oeconomicus
4.4.1 Einführung in das Menschenbild homo oeconomicus
4.4.2 Dimensionen des Begriffs
4.4.3 Wissenschaftstheoretische Einordnung des homo oeconomicus
4.4.4 Zentrale Annahmen über den in der Wirtschaft tätigen Menschen – die Eigenschaften des homo oeconomicus
4.4.4.1 Präferenzen und Restriktionen
4.4.4.2 Die rationale Entscheidung
4.4.4.3 Das Eigennutzaxiom
4.4.4.4 Interaktionsstrategien des homo oeconomicus mit seinen Mitmenschen
4.4.5 Homo oeconomicus als Menschenbild für die berufliche Weiterbildung und das Bildungsmanagement
4.4.6 Die kritische Hinterfragung des homo oeconomicus auf axiomatischer Ebene
4.4.7 Die kritische Hinterfragung des homo oeconomicus auf phänomenologischer Ebene
4.4.8 Die kritische Hinterfragung des homo oeconomicus auf politisch-ethischer Ebene
4.4.9 Homo oeconomicus als Bezugspunkt für Konzepte des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung?
4.5 Menschenbilder der Pädagogik – pädagogische Anthropologie
4.5.1 Methodik und Systematik der pädagogischen Anthropologie
4.5.2 Methoden- und Theorienpluralismus in der pädagogischen Anthropologie – ein Überblick
4.5.2.1 Exkurs: Die Kritik der Frankfurter Schule am empirisch-analytischen Wissenschaftsmodell
4.5.3 Folgerungen über das Menschenbild des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung
4.6 Kein Menschenbild als eine Alternative – Hartmut von Hentig (1999)
4.7 Zusammenfassung
5. Perspektiven einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Pädagogik und Betriebswirtschaft auf den Gebieten Bildungsmanagement und berufliche Weiterbildung
5.1 Die Pädagogik im Bereich der beruflichen Weiterbildung – von Werten, Idealen und die Frage nach dem Ziel
5.2 Die Gefahren eines einseitigen Menschenbildes – praktische Implikationen
5.3 „Ganzheitliche Bildung“ – eine Utopie?
5.4 Die Frage nach der Leitdisziplin
5.5 Über das Engagement von PädagogInnen im Bildungsmanagement und in der beruflichen Weiterbildung
5.6 Moderne Prinzipien für das Bildungsmanagement und für die berufliche Weiterbildung nach Ulrich Gonschorrek (2003)
5.7 Konsequenzen für Betriebe und Unternehmen
5.8 Zusammenfassung
6. Resümee
Die Arbeit untersucht das durch wirtschaftliche Dynamik und ökonomische Zielsetzungen geprägte Spannungsfeld im Bereich des Bildungsmanagements und der beruflichen Weiterbildung. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welche zugrunde liegenden Menschenbilder die pädagogischen und betriebswirtschaftlichen Positionen leiten und wie diese Orientierung zur Professionalisierung der interdisziplinären Zusammenarbeit beitragen kann.
3.1.2 Einflüsse bzw. Interessen der Wirtschaft
Im Gegensatz zur Erziehungs- und Bildungswissenschaft ließen sich die Betriebswirtschaftslehre und die Managementwissenschaft von Wertediskussionen und pädagogischen Bedenken weit weniger verunsichern, „was zur Folge hatte, dass sich Bildungsmanagement als Begriff und Forschungsgebiet sehr viel leichter und erfolgreicher in der Betriebswirtschaftslehre als in der Pädagogik durchsetzen konnte“ (Geißler, 1994. S. 263).
Aus Sicht des wirtschaftlichen Interessenlagers soll Bildung vor allem profitabel sein, effizient sein und möglichst wenig Zeit und Geld kosten.
„Bildungsinvestitionen in das Humankapital wurden zur betriebswirtschaftlichen Größe“ und Bildung zu einem Investitionsgut, das sich „individuell, betrieblich und gesellschaftlich rentieren muss, indem es kurz- oder langfristig Gewinne verspricht (Gruber 1997, S. 280). Da Bildung tatsächlich wirtschaftliche Gewinne versprach und verspricht, wurden und werden – jenseits aller pädagogischen Bedenken – berufliche Weiterbildung und Management von Bildung im Unternehmen, von Unternehmen als Wettbewerbsvorteil erkannt und durchgeführt. Berufliche Weiterbildung wurde in vielen Unternehmen in Form von Personal und Organisationsentwicklung oder auch als Wissens- und Informationsmanagement integriert (vgl. Merk 1998, S. 7).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen pädagogischen Idealen und ökonomischen Anforderungen in der Erwachsenenbildung.
2. Bildungsmanagement und berufliche Weiterbildung: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe und grenzt Bildungsmanagement von der pädagogischen Kernpraxis ab.
3. Spannungsfelder: Hier werden die widerstreitenden Interessen von Wirtschaft, Politik und Erwachsenenbildung sowie die Problematik des Bildungscontrollings thematisiert.
4. Die Frage nach den neuen Leitbildern: Dieses Kapitel analysiert Menschenbilder als normative Bezugspunkte, mit besonderem Fokus auf den "homo oeconomicus" und pädagogische Anthropologie.
5. Perspektiven einer interdisziplinären Zusammenarbeit: Das Kapitel erörtert Ansätze für eine ganzheitliche Bildung und die Möglichkeiten einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Pädagogik und Betriebswirtschaft.
6. Resümee: Das Resümee fasst die Notwendigkeit einer reflexiven Auseinandersetzung mit Menschenbildern für eine nachhaltige Bildungsarbeit zusammen.
Bildungsmanagement, berufliche Weiterbildung, Menschenbild, homo oeconomicus, pädagogische Anthropologie, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Bildungscontrolling, ökonomische Rationalität, pädagogische Ideale, Personalentwicklung, Bildungsphilosophie, Lernselbstbestimmung, Unternehmensführung, betriebliche Didaktik, Bildungskonzept
Die Arbeit analysiert, wie pädagogische Ideale und betriebswirtschaftliche Interessen im Bildungsmanagement aufeinandertreffen und welche Rolle dabei unterschiedliche Menschenbilder spielen.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Verzweckung und pädagogischem Bildungsanspruch, Bildungscontrolling sowie die normative Ebene des Managements.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Standpunkte von Pädagogik und Betriebswirtschaft zu entwickeln, um eine tragfähige Basis für interdisziplinäre Konzepte zu finden.
Die Arbeit ist eine explorative Auseinandersetzung, die den Ist-Zustand beschreibt und den theoretischen Diskurs anhand von Literatur und verschiedenen Menschenbildern systematisch aufarbeitet.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der kritischen Analyse des "homo oeconomicus", den verschiedenen Menschenbildern der pädagogischen Anthropologie und den Möglichkeiten ganzheitlicher Bildung.
Zu den Kernbegriffen gehören Bildungsmanagement, homo oeconomicus, berufliche Weiterbildung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und pädagogische Anthropologie.
Die Betriebswirtschaft strebt nach Effizienz und Quantifizierbarkeit, während die Pädagogik den Fokus auf individuelle Entfaltung, Emanzipation und die Kritik an einer rein funktionalen Verzweckung des Menschen legt.
Von Hentig dient als wichtige Referenz, um die Gefahr von vorgefertigten Menschenbildern aufzuzeigen und stattdessen für eine Stärkung der Selbstverantwortung der Lernenden zu plädieren.
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