Diplomarbeit, 2008
117 Seiten, Note: 1,7
Vorwort
Einleitung
1. Gegenwartsgesellschaft und affektiv-motorische Verarmung
1.1 Ursachen und Auswirkungen affektiv-motorischer Verarmung bei Kindern und Jugendlichen
1.1.1 Verhäuslichung durch veränderten Wohnraum
1.1.2 Der Einfluss neuer Technologien auf die Spielkultur
1.1.3 Neue Medien und „Erfahrungen aus zweiter Hand“
1.1.4 Bewegungs-, Erlebnis- und Beziehungsarmut als „Leitkultur“
1.2 Die Bedeutung von Spiel und Bewegung im Kontext der Entwicklung
1.2.1 Das Spiel als Spiegel der Kultur
1.2.2 Bewegung als Baustein der menschlichen Entwicklung
1.3 Der Bewegungsauftrag in der Pädagogik
1.4 Der Zirkus als Pädagoge
1.5 Zusammenfassung des ersten Teils
2. Die Entwicklung von Zirkus und Zirkuspädagogik als Konsequenz gesellschaftlicher Bedürfnisse
2.1 Zirkus im Wandel der Zeit
2.1.1 Das 18. und 19. Jahrhundert - Entstehung und Blüte
2.1.2 Das 20. Jahrhundert - Krieg und Zirkussterben
2.1.3 Der Zirkus der Gegenwart - Renaissance und neuer Glanz
2.2 Die Entdeckung des Zirkus durch die Pädagogik
2.2.1 Die Erfindung des Kinderzirkus durch Pater Flanagan
2.2.2 Los Muchachos und die Verbreitung des Kinderzirkus
2.2.3 Die Renaissance des Zirkus und seine Etablierung in der Pädagogik
2.3 Zusammenfassung des zweiten Teils
3. Anwendungsfelder der Zirkuskünste und ihre pädagogische Relevanz
3.1 Die Zirkuskünste und ihr pädagogischer und therapeutischer Wert
3.1.1 Interaktion und Körperkraft in der Akrobatik
3.1.2 Schulung der Feinmotorik und der Geduld durch Jonglierübungen
3.1.3 Konzentration und Körperspannung in äquilibristischen Disziplinen
3.1.4 Clownerie als Spiel mit der Emotion
3.1.5 Zirkusspiele
3.2 Angewandte Zirkuspädagogik - eine Bestandsaufnahme zirkuspädagogischer Arbeitsfelder
3.2.1 Zirkus in der Schule
3.2.2 Zirkus im außerschulischen Bereich
3.3 Zusammenfassung des dritten Teils
4. Einbindung zirkuspädagogischer Inhalte in die Medienwelt
5. Konzept: Jonglieren lernen im Internet
5.1 Beschreibung der Zielgruppe
5.2 Aufbau der Website
5.3 Exkurs: Lernen von Bewegungsabläufen
5.3.1 Lernen mit Jongliervideos
5.3.2 Lernen im Zirkusprojekt
5.4 Das Erlernen der Dreiballjonglage
5.5 Ausblick auf weiterführende Möglichkeiten der Website
5.6 Praktischer Nutzen der Website für zirkuspädagogische Arbeit
6. Nachwort
Die Arbeit untersucht, wie das Medium Internet zur Vermittlung zirzensischer Disziplinen (am Beispiel der Jonglage) genutzt werden kann, um Kindern und Jugendlichen, die unter einem Mangel an Bewegung, Erlebnissen und sozialen Kontakten leiden, neue Bewegungsanreize zu schaffen und sie mit existierenden zirkuspädagogischen Projekten zu vernetzen.
3.1.2 Schulung der Feinmotorik und der Geduld durch Jonglierübungen
Für die Jonglage existieren Funde, die sie als eine alte Kunst ausweisen. Die älteste bekannte Quelle ist ein ägyptisches Wandgemälde, das auf 1800 Jahre vor unserer Zeitrechnung datiert wird. Während die Jonglage in China einen Weg darstellte, seine Kampfkunst zu demonstrieren und so gegebenenfalls Konflikte zu beenden, war es im alten Rom eine Mode, sich Jongleure aus dem Orient als Sklaven zu halten. Es wird aber auch von römischen Bürgern und Offizieren berichtet, die in ihrer Freizeit jonglierten. Während des Mittelalters nutzten viele Gaukler die Jonglage als Teil ihrer Darbietungen. Unter ihnen befanden sich jedoch auch viele Trickbetrüger und Diebe, wodurch die Jonglage einen zweifelhaften Ruf erlangte. Neuer Glanz wurde dieser Kunst nicht zuletzt durch die Entstehung des Zirkus und großartigen Jongleuren wie Enrico Rastelli, Francis Brunn und Anthony Gatto zuteil. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gewann die Jonglierkunst an Bedeutung für den Freizeitbereich.
Klassische Jonglierutensilien sind Teller, Bälle, Ringe und Keulen bzw. Stäbe. Für den Bereich der Zirkuspädagogik ist aber auch die Jonglage mit Tüchern relevant. Zudem sind neue Bereiche wie Kontaktjonglage und Keulenschwingen sowie Manipulation mit Devilsticks, Cigarboxes, Hüten und Stäben entstanden. Auch hier sind Solo-, Partner- und Gruppenübungen möglich.
Doch was macht den pädagogischen Wert der Jonglage aus? Der Versuch einer Antwort auf diese Frage ist bei Ballreich zu finden: „Beim Jonglieren bekomme ich auf meine Bewegungsvorstellung sofort ein Feedback durch die Bälle. Wenn ein Wurf gelingt, war mein Denken in Einklang mit meinen realen Aktionen und wenn er nicht gelingt, dann war mein Denken an manchen Stellen dunkel, da war nicht genug Klarheit und Willenskraft vorhanden. Wenn ich übe, muß ich mit meinem Denken sozusagen die Bereiche der Aktion durchdringen, die ich vorher nicht richtig ergriffen habe. Das heißt, beim Jonglieren übe ich mein Denken! Es wird aktiv und wirkungsvoll. Dieses direkte Feedback der Realität auf mein Denken haben wir sonst nicht so schnell und übersichtlich.“
1. Gegenwartsgesellschaft und affektiv-motorische Verarmung: Dieses Kapitel analysiert die Folgen der modernen Lebensweise wie Bewegungsmangel und Medienkonsum für Kinder und stellt Spiel und Bewegung als essenzielle Entwicklungsreize dar.
2. Die Entwicklung von Zirkus und Zirkuspädagogik als Konsequenz gesellschaftlicher Bedürfnisse: Hier wird die Historie des Zirkus und seine Entdeckung durch die Pädagogik beschrieben, wobei der Zirkus als Reaktion auf gesellschaftliche Notsituationen begriffen wird.
3. Anwendungsfelder der Zirkuskünste und ihre pädagogische Relevanz: Das Kapitel belegt den therapeutischen und pädagogischen Wert von Disziplinen wie Akrobatik, Jonglage und Clownerie und untersucht deren Einsatz in schulischen und außerschulischen Projekten.
4. Einbindung zirkuspädagogischer Inhalte in die Medienwelt: Dieser Abschnitt thematisiert die wachsende Bedeutung des Internets und anderer Medien für die zirkuspädagogische Vernetzungsarbeit und Informationsvermittlung.
5. Konzept: Jonglieren lernen im Internet: Das Kernkapitel präsentiert ein didaktisches Konzept, wie Jongliertechniken via Internet vermittelt werden können, um eine neue Zielgruppe zu erreichen.
Zirkuspädagogik, Jonglieren, Medienkonsum, Bewegungsarmut, Kindheit, Jugend, Internet, Lernprozesse, Akrobatik, Clownerie, Äquilibristik, Pädagogik, Spiel, Entwicklung, Vernetzung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Nutzung des Internets zur gezielten Vermittlung zirzensischer Inhalte, insbesondere der Jonglage, um pädagogische Ziele im Bereich der Kinder- und Jugendförderung zu erreichen.
Die zentralen Themen umfassen die gesellschaftliche Situation von Kindern, die entwicklungspsychologische Bedeutung von Bewegung, die Geschichte des Zirkus sowie die Implementierung zirkuspädagogischer Methoden in den digitalen Raum.
Das Ziel ist die Erstellung eines didaktischen Konzepts, das aufzeigt, wie über eine Website zirkuspädagogische Disziplinen vermittelt und Jugendliche mit lokalen Zirkusprojekten vernetzt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der theoretischen Herleitung pädagogischer Konzepte, ergänzt durch die Analyse neurologischer und lerntheoretischer Hintergründe sowie die Vorstellung eigener Erfahrungen des Autors.
Der Hauptteil erstreckt sich von der gesellschaftlichen Analyse über die historische und pädagogische Aufarbeitung des Zirkus bis hin zur praktischen Konzeptentwicklung für die Website und der neurologischen Begründung von Bewegungslernen.
Zirkuspädagogik, Jonglieren, Medienkonsum, Bewegungsförderung, Internet-Konzept, Vernetzung und soziale Entwicklung sind die prägenden Begriffe.
Es ermöglicht die Loslösung von örtlichen Begrenzungen und bietet eine leicht zugängliche Einstiegsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche, die durch sofortiges Feedback beim Jonglieren ihre intrinsische Motivation steigern können.
Während das Internet einen motivierenden Einstieg ermöglicht, kann in Zirkusprojekten vor Ort durch den direkten Austausch mit Trainern und Gruppenmitglieder effektiver, intensiver und sozialer gelernt werden.
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