Diplomarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 2,0
0. Vorwort
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Vorgehensweise
2. Das Problem des Bestimmens der Hautfarbe und der ethnischen Zugehörigkeit im Zuge der Quotenregelung
3. Definitorische Ansätze zu ethnischer Gruppe, Minderheit und Identität
3.1 Ethnisch
3.2 Ethnische Gruppe
3.3 Ethnische Minderheit
3.4 Ethnische Identität
3.4.1 Selbstbestimmung
3.4.2 Toleranz
3.4.3 Unterstützung
3.4.4 Selbstwertgefühl
3.4.5 Identitätssymbole
3.5 Zusammenfassende Definition
4. Gemeinsame Geschichte/ gemeinsamer Ursprung
4.1 Die Sklaverei
4.1.1 Quilombos
4.2 Nach Abschaffung der Sklaverei
4.2.1 Das Branqueamento-Prinzip
4.2.2 Frente Negra Brasileira
4.3 Vargas-Diktatur
4.4 1940er bis 90er Jahre – zwischen Militärdiktatur und Redemokratisierungsprozess
4.4.1 Movimento Negro Unificado
5. Gemeinsame kulturelle Merkmale und Symbole
5.1 „Typisch schwarze“ Aktivitäten
5.1.1 Capoeira
5.1.2 Afoxé und Bloco Afro
5.1.3 Candomblé
5.1.4 Sambaschulen
5.1.5 Schwarzenbewegung
5.2 Typisch afrikanisch?
5.3 Kulturelle Merkmale der afrobrasilianischen Jugendkultur
6. Gemeinsame Identifizierung und Abgrenzung
6.1 Bei Sansone
6.1.1 Die Eigenbezeichnung negro
6.1.2 Gemeinschaftsgefühl und „communidade negra“
6.2 Bei Ferreira
6.2.1 Estágio de submissão
6.2.2 Estágio de impacto
6.2.3 Estágio de militância
6.2.4 Estágio de articulação
7. Zusammenfassung und Fazit
Diese Diplomarbeit untersucht die Existenz einer afrobrasilianischen schwarzen Identität und analysiert, ob diese als ethnische Identität klassifiziert werden kann. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit die afrobrasilianische Bevölkerung über eine kollektive, kulturell bedingte Identität verfügt, die sich durch eine gemeinsame Geschichte, kulturelle Merkmale und Identifizierungsprozesse definiert und eine Abgrenzung zu anderen sozialen Gruppen ermöglicht.
1.1 Forschungsstand
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Thema, zu dem es noch nicht sehr viel Literatur gibt, da zum Thema Ethnizität und schwarze Identität in Brasilien noch nicht sehr viel geforscht wurde. Seit rund 100 Jahren gibt es Forschungen über die afrobrasilianische Kultur und über die Rassenbeziehungen in Brasilien, mit denen sich Gerichtsmediziner, Psychologen, Anthropologen, Historiker, Soziologen, Politologen und Pädagogen unter unterschiedlichen Blickwinkeln beschäftigt haben. Diese Forschungen stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung Brasiliens zu einer Nation und dem Selbstbild des Landes. Außerdem gibt es einige Forschungsarbeiten der letzten zehn Jahre, die sich mit der afrobrasilianischen Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Thema Rassismus in Brasilien befassen und nebenbei auch auf schwarze Identität eingehen. In deutscher Sprache gibt es bisher kaum Publikationen.
0. Vorwort: Die Autorin erläutert ihre persönliche Motivation für die Themenwahl, basierend auf langjährigen Aufenthalten in Brasilien und der Teilnahme an einer Exkursion der Humboldt-Universität.
1. Einleitung: Es wird in die Problematik der ethnischen Vielfalt Brasiliens eingeführt und die Forschungsfrage nach einer spezifischen schwarzen Identität sowie die Vorgehensweise der Arbeit dargelegt.
2. Das Problem des Bestimmens der Hautfarbe und der ethnischen Zugehörigkeit im Zuge der Quotenregelung: Das Kapitel beleuchtet die Schwierigkeit der ethnischen Kategorisierung im Kontext neu eingeführter Quotenregelungen an brasilianischen Universitäten.
3. Definitorische Ansätze zu ethnischer Gruppe, Minderheit und Identität: Hier werden zentrale theoretische Konzepte wie „Ethnie“, „ethnische Minderheit“ und „ethnische Identität“ definiert, wobei Faktoren wie Selbstbestimmung und Identitätssymbole analysiert werden.
4. Gemeinsame Geschichte/ gemeinsamer Ursprung: Dieser Abschnitt behandelt historische Etappen der afrobrasilianischen Geschichte, von der Sklavenzeit über die Vargas-Diktatur bis hin zu zeitgenössischen sozialen Bewegungen.
5. Gemeinsame kulturelle Merkmale und Symbole: Das Kapitel untersucht „typisch schwarze“ Aktivitäten wie Capoeira und Candomblé sowie den Einfluss moderner Jugendkultur auf die Identitätsbildung.
6. Gemeinsame Identifizierung und Abgrenzung: Die Autorin analysiert Identifizierungsprozesse anhand der Ansätze der Forscher Sansone und Ferreira, die verschiedene Stadien der Identitätsfindung und -bildung beschreiben.
7. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und beurteilt, inwieweit die untersuchten Kriterien eine ethnische Identität der Schwarzen in Brasilien begründen.
Afrobrasilianer, schwarze Identität, ethnische Identität, Ethnie, Brasilien, Geschichte, Rassismus, Quotenregelung, Kultur, Symbole, Candomblé, Capoeira, Identifizierung, soziale Bewegung, Identitätsbildung.
Die Diplomarbeit untersucht, ob die afrobrasilianische Bevölkerung eine gemeinsame schwarze Identität besitzt, die als ethnische Identität definiert werden kann.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Einordnung ethnischer Gruppen, die historische Erfahrung der Sklaverei und Unterdrückung sowie die heutige kulturelle Identitätsbildung.
Das Ziel ist zu analysieren, ob sich afrobrasilianische Bevölkerungsgruppen aufgrund gemeinsamer Geschichte, Merkmale und Symbole selbst als ethnische Gruppe identifizieren und abgrenzen.
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse soziologischer und anthropologischer Werke und kombiniert diese mit dem Stadienmodell der Identitätsentwicklung von Ferreira.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition ethnischer Identität, die historische Analyse, die Untersuchung kultureller Symbole und die Darstellung individueller Identifizierungsprozesse.
Zentrale Begriffe sind Afrobrasilianer, schwarze Identität, Rassismus, kulturelle Symbole, Identifizierungsprozess und ethnische Minderheit.
Die Quotenregelungen zwingen die Bevölkerung zur expliziten ethnischen Selbstkategorisierung, was das Bewusstsein für die eigene Identität und die Problematik der Hautfarbenbestimmung in Brasilien verstärkt hat.
Ferreira beschreibt einen vierstufigen Prozess, den viele Afrobrasilianer durchlaufen: von der Unterwerfung unter das weiße Ideal über das Aufwachen (Impacto), das militante Stadium der Identitätssuche bis zur Artikulation einer gefestigten schwarzen Identität.
Die Autorin hinterfragt, inwieweit Merkmale wie Capoeira oder Candomblé tatsächlich „afrikanisch“ sind oder ob es sich um Konstruktionen handelt, die erst im brasilianischen Kontext und durch den Blick von außen als solche definiert wurden.
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