Examensarbeit, 2007
110 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
Theorieteil
2. Der Holocaust
2.1. Begrifflichkeit
2.2. Der Holocaust als geschichtliches Ereignis
3. Holocaust – Spielfilme
3.1. Was sind Holocaust – Spielfilme?
3.2. Die Entwicklung von Holocaust – Spielfilmen
3.3. Tragisch – komische Spielfilme als alternative Auseinandersetzungsform mit dem Holocaust
4. Ethisch – moralische Betrachtung von Holocaust – Komödien
5. Filmographie
5.1. Holocaust – Spielfilme
5.1.1. Der 9. Tag
5.1.2. Aimée und Jaguar
5.1.3. Der Pianist
5.1.4. Comedian Harmonists
5.1.5. Der große Diktator
5.1.6. Ghetto
5.1.7. Schindlers Liste
5.2. Holocaust – Komödien
5.2.1. Enemies. A love story
5.2.2. Das Leben ist schön
5.2.3. Zug des Lebens
Praxisteil
6. Mein Forschungsthema: Der Umgang von Schülern mit Holocaust - Komödien
6.1. Das Leben ist schön im Geschichtsunterricht der Klasse 10 des TM- Gymnasium
6.1.1 Organisation und technische Voraussetzungen
6.1.2. Stundenverlauf zum Film das Leben ist schön
Datenerfassung
6.1.3. Der Fragebogen zum Film Das Leben ist schön
6.1.3.1. Konzipierung des Fragebogens mit Hilfe von GrafStat
6.1.3.2. Der Fragebogen
6.1.3.3. Schülerantworten/ Ergebnisse der Fragebögen
6.1.4. Gruppeninterviews zum Film Das Leben ist schön
6.1.4.1. Leitfragen für die Gruppeninterviews
6.1.4.2. Ausgewählte Antworten aus den Gruppeninterviews
6.2. Zug des Lebens im Geschichtsunterricht des Kurs 11 des TM – Gymnasiums
6.2.1. Stundenverlauf zum Film Zug des Lebens
Datenerfassung
6.2.2. Der Fragebogen zum Film Zug des Lebens
6.2.2.1. Schülerantworten/ Ergebnisse der Fragebögen
6.2.3. Gruppeninterviews zum Film Zug des Lebens
6.2.3.1. Leitfragen für die Gruppeninterviews
6.2.3.2. Ausgewählte Antworten aus den Gruppeninterviews
Auswertung
7. Der Umgang der SchülerInnen mit den Holocaust – Komödien Das Leben ist schön und Zug des Lebens
7.1. Auswertung der Fragebögen und Gruppeninterviews
7.2. Auswertung der Fragebögen und Gruppeninterviews über die Holocaust – Komödie Das Leben ist schön und Schlussfolgerungen
7.3. Auswertung der Fragebögen und Gruppeninterviews über die Holocaust – Komödie Zug des Lebens und Schlussfolgerungen
8. Fazit
9. Literaturverzeichnis
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Wirkung und den Umgang von Schülerinnen und Schülern mit dem Genre der "Holocaust-Komödie" im schulischen Geschichtsunterricht zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Jugendliche in der Lage sind, zwischen der historischen Realität und der fiktionalen Darstellung mittels Komik zu differenzieren, und ob der Einsatz von Humor ein moralisches Problem im Umgang mit dem Holocaust darstellt.
3.1. Was sind Holocaust – Spielfilme?
Als Holocaust – Spielfilme werden solche Filme bezeichnet, die den Holocaust, d.h. die Diskriminierung, Entrechtung und Vernichtung der europäischen Juden und anderer Minderheiten durch die Nationalsozialisten, zum Thema haben. Des Weiteren zählt man auch die Filme dazu, die nicht explizit den Holocaust zeigen, sondern die Auseinandersetzung mit und die Verarbeitung des Holocausts durch die Überlebenden, Täter, Sieger und Besiegte und natürlich auch der Generation, die nach der Zeit des Nationalsozialismus kam. Das heißt also, alle Filme, die nach 1945 entstanden, gehören zu dieser Kategorie und vermitteln dem Zuschauer eine bestimmte Erinnerung über die Zeit des Nationalsozialismus. Deshalb können solche Filme als mentalitätsgeschichtliche Quelle genutzt werden. Es kommt aber auch oft vor, dass Spielfilme, in denen der Holocaust im Mittelpunkt steht, Scheindokumentationen sind. Doch die Verwendung von fiktiven Handlungen bedeutet nicht zwangsläufig, dass dem Zuschauer ein falsches Bild von Geschichte vermittelt wird. In dem tatsächlich historische Ereignisse auf die Leinwand gebracht werden, versucht man dem Zuschauer möglichst unverfälscht die historische Wahrheit aufzuzeigen. Dabei nimmt die Authentizität einen großen Stellenwert ein. Um dies zu erfüllen, muss darauf geachtet werden, dass die Darsteller der historischen Wahrheit entsprechende Kleidung tragen oder die Requisiten stimmen. Und wenn dann noch in der Filmhandlung historische Filmdokumente verwendet werden, ist es für den Zuschauer schwer zwischen einem Holocaust – Dokumentar – und einem Holocaust – Spielfilm zu unterschieden. Tilo Werner nennt als grundlegendes Unterscheidungskriterium die frei erfundenen Szenen bei Holocaust – Spielfilmen.
1. Einleitung: Hier wird die Forschungsarbeit in den Kontext der Holocaust-Komödien gestellt, die These formuliert, dass Jugendliche den Humor missverstehen könnten, und die Zielsetzung für den Geschichtsunterricht dargelegt.
2. Der Holocaust: Dieser Teil definiert die Begrifflichkeiten und ordnet den Holocaust als geschichtliches Ereignis, insbesondere im Hinblick auf die nationalsozialistische Entrechtungs- und Vernichtungspolitik, ein.
3. Holocaust – Spielfilme: Es erfolgt eine Definition des Holocaust-Spielfilms und eine historische Einordnung, wie Filme sich dem Thema genähert haben, unterteilt in Tragödien und die alternative Form der Komödie.
4. Ethisch – moralische Betrachtung von Holocaust – Komödien: Die ethische Problematik der Darstellung von Völkermord durch komische Mittel wird diskutiert, wobei die Frage nach der moralischen Legitimität und der Funktion von Humor im Mittelpunkt steht.
5. Filmographie: In diesem Kapitel werden diverse Holocaust-Spielfilme und spezifische Holocaust-Komödien inhaltlich vorgestellt und analysiert.
6. Mein Forschungsthema: Der Umgang von Schülern mit Holocaust - Komödien: Dieser Teil beschreibt den Praxiseinsatz im Unterricht, die Methodik der Datenerfassung durch Fragebögen und Interviews in verschiedenen Klassenstufen.
7. Der Umgang der SchülerInnen mit den Holocaust – Komödien Das Leben ist schön und Zug des Lebens: Hier werden die Ergebnisse der Befragungen detailliert ausgewertet und die Schülerreaktionen interpretiert.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, wobei betont wird, dass eine kritische Nachbereitung notwendig ist, um die Gefahr der Verharmlosung zu vermeiden.
Holocaust, Holocaust-Komödie, Spielfilme, Geschichtsunterricht, Nationalsozialismus, Humor, Filmanalyse, Zeitzeugen, Jugendliche, Didaktik, Fiktion, Realität, "Das Leben ist schön", "Zug des Lebens", Filmerziehung.
Die Arbeit untersucht, wie Schülerinnen und Schüler auf Holocaust-Komödien im Geschichtsunterricht reagieren und ob diese Filme zur historischen Bildung beitragen können oder eher verharmlosend wirken.
Zentral sind die ethische Bewertung von Humor bei der Darstellung des Holocaust, die Differenzierung zwischen Fiktion und Realität im Film und die didaktische Begleitung solcher Filme in der Schule.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Jugendliche zwischen der "lustigen" filmischen Aufbereitung und dem historischen Ernst unterscheiden können und welche Rolle das Vorwissen dabei spielt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Filmanalyse und einer praktischen empirischen Untersuchung mittels Fragebögen und Gruppeninterviews in einem Gymnasium.
Die Analyse konzentriert sich primär auf die beiden Holocaust-Komödien "Das Leben ist schön" und "Zug des Lebens".
Die Arbeit ist geprägt durch die Verknüpfung von medienwissenschaftlichen Aspekten mit praktischer Schulpädagogik und einer starken ethischen Reflexion.
Die Kontroverse beruht auf der Sorge, dass komische Elemente das unermessliche Grauen des Holocausts verharmlosen, verfälschen oder für unreflektierte Zuschauer als "lustige Geschichte" erscheinen könnten.
Die Mehrheit der Schüler konnte den ernsten Hintergrund trotz des Humors erkennen, jedoch gab es Schwierigkeiten bei der Deutung des jüdischen Humors und der Unterscheidung zwischen der Fiktion des Films und der historischen Realität.
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