Bachelorarbeit, 2021
69 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Grundlagen des Bankwesens
2.1 Das traditionelle Bankwesen in Deutschland
2.2 Einfluss der Digitalisierung auf das deutsche Bankwesen
2.2.1 Interne Treiber der Digitalisierung
2.2.2 Externe Treiber der Digitalisierung
2.3 Makrotrend Disintermediation
2.4 Das Kreditgeschäft im Retailbanking
3 Finanztechnologie
3.1 Definition FinTechs
3.2 Geschäftsbereiche von FinTechs
3.3 Disintermediation am Beispiel Crowdlending
3.3.1 Geschäftsmodell der Crowdlending-Plattformen
3.3.2 Herausforderungen für die Anbieter
3.3.3 Zwischenfazit des Crowdlendings unter Disintermediationsgesichtspunkten
3.3.4 Möglichkeiten und Reaktionen der Commerzbank auf den Crowdlending-Markt
3.4 Disintermediation am Beispiel von BNPL-Strategien
3.4.1 Geschäftsmodell
3.4.2 Herausforderungen der Anbieter von BNPL
3.4.3 Zwischenfazit der BNPL-Strategien unter Disintermediationsgesichtspunkten
3.4.4 Möglichkeiten und Reaktionen der Commerzbank auf den BNPL Markt
4 SWOT-Analyse der Geschäftsmodelle von Kreditinstituten in Bezug auf das (digitale) Kreditgeschäft
4.1 Stärken und Schwächen der Geschäftsmodelle von Kreditinstituten
4.2 Chancen und Risiken für Geschäftsmodelle von Kreditinstituten
4.3 Zusammenfassende Matrixdarstellung des SWOT-Modells
5 Handlungsempfehlungen für das Kreditgeschäft im Retail Banking
5.1 Allgemeine Handlungsempfehlungen
5.2 Kooperationsstrategie
5.3 Investitions- bzw. Übernahmestrategie
6 Zukunftsausblick und Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch, inwieweit FinTechs durch den Makrotrend der Disintermediation eine ernsthafte Bedrohung für den klassischen Bankensektor darstellen, insbesondere im Bereich des Kreditgeschäfts. Dabei werden Chancen und Lösungsansätze erörtert, wie traditionelle Kreditinstitute durch eine digitale Transformation auf diese technologischen Marktveränderungen reagieren können, wobei die Commerzbank AG als zentrales Praxisbeispiel dient.
3.3.1 Geschäftsmodell der Crowdlending-Plattformen
Das Geschäftsmodell besteht darin, dass die Crowdlending-Plattform als Vermittler von Darlehen auftritt. Kreditnehmer können auf einer Plattform eine Finanzierungsanfrage stellen. Anleger, die Kapitalüberschuss haben und ihr Geld für das Projekt des Kreditnehmers zu Verfügung stellen wollen gehen auf die Plattformbetreiber zu. Wurden genug Anleger für die Realisierung der Finanzierungsanfrage gefunden wird eine Partnerbank eingeschaltet, welche mit dem Kreditnehmer, über die Plattform, einen Kreditvertrag vereinbart. Anschließend wird der Rückzahlungsanspruch der Bank an die Kreditgeber in vereinbarter Stückelung in Form von Forderungskaufverträgen verkauft.
Banken spielen, wie sich hier gezeigt hat, also auch in der Wertschöpfungskette von Crowdlendingplattformen eine Rolle, jedoch nicht als Intermediär, da Losgrößen-, Fristen- und Risikotransformation nicht von diesen durchgeführt werden.
Der Kunde von heute fordert digitale, schnelle und vor Allem unkomplizierte Prozesse. Crowdlendig-Kampagnen werden dieser Anforderung gerecht. In der Abbildung 08 sind die 6 Schritte einer solchen Kampagne dargestellt. Nach der kostenlosen Registrierung kann das Projekt erstellt werden.
Dazu gehört, dass der Kreditsuchende seine gewünschte Laufzeit und die Höhe des Darlehens angibt. Die Bonitätsanalyse läuft wie bei traditionellen Banken, nur, dass es hier deutlich weniger Ausschlusskriterien gibt. Diese sind zum Beispiel ein Haftbefehl oder eine laufende Insolvenz. Die Zu- oder Absage erfolgt direkt im Anschluss an die Antragsprüfung, was diesen Prozess im Vergleich zu dem bei traditionellen Banken erheblich beschleunigt. Es wird, nach der Auszahlung des Kredits, meistens eine einmalige Gebühr von 1% von der Crowdlending-Plattform verlangt. Sonst gibt es keine laufenden Kosten. Die monatliche Zahlung von Zins und Tilgung erfolgt direkt an die zuvor erwähnte Partnerbank. Sondertilgungen sind meist möglich.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Unausweichlichkeit der digitalen Transformation im Bankwesen dar und definiert die Zielsetzung, FinTechs als potenzielle Disruptoren des Kreditgeschäfts kritisch zu beleuchten.
2 Grundlagen des Bankwesens: Hier werden die Struktur des deutschen Bankensystems, die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Privatkundengeschäft und der Makrotrend der Disintermediation theoretisch fundiert.
3 Finanztechnologie: Dieses Kapitel definiert FinTechs und untersucht detailliert zwei ihrer Kerngeschäftsfelder, Crowdlending und BNPL-Strategien, unter Berücksichtigung von deren Herausforderungen und der Reaktion der Commerzbank.
4 SWOT-Analyse der Geschäftsmodelle von Kreditinstituten in Bezug auf das (digitale) Kreditgeschäft: Eine strategische Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken, die durch die Disintermediation und FinTechs für etablierte Kreditinstitute entstehen.
5 Handlungsempfehlungen für das Kreditgeschäft im Retail Banking: Basierend auf der SWOT-Analyse werden allgemeine Strategien sowie spezifische Kooperations- und Investitionsansätze für Banken abgeleitet.
6 Zukunftsausblick und Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit für Banken, digitale Transformation durch Kooperationen und Investitionen aktiv mitzugestalten, um ihre Marktposition zu sichern.
Disintermediation, Digitalisierung, FinTech, Bankwesen, Kreditgeschäft, Retail Banking, Crowdlending, Buy-Now-Pay-Later, BNPL, Commerzbank, SWOT-Analyse, Finanztechnologie, Kooperationsstrategie, Investitionsstrategie, Kundenorientierung.
Die Arbeit analysiert den Einfluss der Digitalisierung und insbesondere der Disintermediation durch FinTechs auf das klassische Kreditgeschäft im deutschen Bankensektor.
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Entwicklungen im Bankwesen, den Geschäftsmodellen von FinTechs, den Auswirkungen der Disintermediation und der strategischen Neuausrichtung etablierter Banken.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob FinTechs eine ernsthafte Bedrohung für Banken darstellen und welche strategischen Lösungsansätze für Banken bestehen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu wahren.
Es wird eine fundierte Literaturanalyse sowie eine SWOT-Analyse genutzt, um die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Geschäftsmodelle von Kreditinstituten im Kontext der Disintermediation zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse von Crowdlending und BNPL-Strategien unter Einbeziehung des Praxisbeispiels Commerzbank, sowie eine SWOT-Analyse zur Ableitung von Handlungsstrategien.
Zentrale Begriffe sind Disintermediation, FinTech, digitale Transformation, Retail Banking, Kooperation und strategische Positionierung.
Die Commerzbank hat anfangs versucht, mit eigenen Plattformen (z.B. Main-Funders) zu reagieren, setzt heute jedoch vermehrt auf Kooperationen und Beteiligungen an existierenden Startups wie Bergfürst, um von deren Know-how zu profitieren.
BNPL-Angebote werden von Kunden als unkomplizierter wahrgenommen und sind direkt in den Einkaufsprozess integriert, während sie psychologisch nicht als klassische, oft negativ assoziierte Kredite in Erscheinung treten.
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