Bachelorarbeit, 2017
56 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Synthese von Geschichtsschreibung und Geographie durch Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr.
2.1. Das Leben von Herodot und sein historiographisches Werk
2.2. Zum Inhalt und Aufbau des Herodoteischen Weltbildes
2.3. Dem Weltbild zugrundeliegende Theorien und Beglaubigungsstrategien
3. Ereignisse und Prozesse zwischen dem 5. und 3. Jahrhundert, die die griechische Geographie veränderten
4. Die Erfindung der wissenschaftlichen Geographie durch Eratosthenes im 3. Jahrhundert v. Chr.
4.1. Das Leben von Eratosthenes und sein wissenschaftliches Gesamtwerk
4.2. Die zentralen Aspekte des geographischen Weltbildes von Eratosthenes
5. Eine Gegenüberstellung des deskriptiven Ansatzes Herodots und der mathematisch-exakten Methode Eratosthenes‘
6. Zur antiken Kartographie und ihrer Rekonstruktion in der modernen Forschung
7. Die Rezeptionsgeschichte der Werke des Herodots und des Eratosthenes‘
8. Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht die Transformation des griechischen geographischen Weltbildes zwischen dem 5. und 3. Jahrhundert v. Chr., wobei sie den Übergang von Herodots deskriptivem, auf historischen Quellen basierendem Ansatz hin zu Eratosthenes‘ wissenschaftlich-mathematischer Geographie analysiert.
Die zentralen Aspekte des geographischen Weltbildes von Eratosthenes
Wie bereits aus seiner Schrift Über die Vermessung der Erde hervorgeht, ging Eratosthenes von der Kugelgestalt der Erde aus. Durch seine Berechnung des Erdumfangs war es nun möglich, die Oikumene auf der Oberfläche der Erde genauer zu verorten. Sie befindet sich demnach auf der Nordhälfte der Erdkugel und ist wie eine Insel im Weltmeer gelegen. Eratosthenes berechnet die Länge und Breite der Oikumene, indem er bereits bekannte Strecken addiert. Daraus ergibt sich eine Ost-West-Ausdehnung von 77.800 Stadien und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 38.000 Stadien, also eine Länge, die mehr als doppelt so groß ist wie ihre Breite.
Die Annahme, dass der Okeanos ein im Norden und Süden zusammenhängendes Meer ist, schließt Eratosthenes aus den Reiseberichten von Pytheas, Nearch, Patrokles und Hanno. Eratosthenes sieht die Oikumene nicht so sehr in Kontinente gegliedert, sondern vielmehr aufgeteilt in eine nördliche und eine südliche Hälfte, die durch eine von den Säulen des Herakles bis zum Taurusgebirge in Indien verlaufende, künstlich berechnete Linie voneinander getrennt sind.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der antiken Weltvorstellung und die methodische Herangehensweise des Vergleichs zwischen Herodot und Eratosthenes.
2. Die Synthese von Geschichtsschreibung und Geographie durch Herodot im 5. Jahrhundert v. Chr.: Analyse von Herodots Werk, das Geographie mit Historiographie verbindet und ein Weltbild basierend auf Reisen, Exkursen und Hörensagen entwirft.
3. Ereignisse und Prozesse zwischen dem 5. und 3. Jahrhundert, die die griechische Geographie veränderten: Überblick über Expeditionen und Entdeckungsreisen, insbesondere die Züge Alexanders des Großen, die den geographischen Horizont der Griechen massiv erweiterten.
4. Die Erfindung der wissenschaftlichen Geographie durch Eratosthenes im 3. Jahrhundert v. Chr.: Darstellung von Eratosthenes' Leben und seinem Werk, das Geographie durch Mathematik und Erdmessung zu einer eigenständigen, wissenschaftlichen Disziplin erhob.
5. Eine Gegenüberstellung des deskriptiven Ansatzes Herodots und der mathematisch-exakten Methode Eratosthenes‘: Systematischer Vergleich der verschiedenen Weltbilder und Forschungsmethoden beider Autoren.
6. Zur antiken Kartographie und ihrer Rekonstruktion in der modernen Forschung: Erörterung der Quellenlage zur antiken Kartographie und der Problematik ihrer Rekonstruktion in der heutigen Wissenschaft.
7. Die Rezeptionsgeschichte der Werke des Herodots und des Eratosthenes‘: Untersuchung der ambivalenten Rezeption beider Autoren in der Antike und der Gründe für ihre unterschiedliche Überlieferungsgeschichte.
8. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsfragen im Bereich der antiken Geographiegeschichte.
Herodot, Eratosthenes, Antike Geographie, Historien, Geōgraphiká, Oikumene, Erdmessung, Gradnetz, Kartographie, Hellanikos, Alexanderexpedition, Sphragides, Wissenschaftsgeschichte, Antike Weltvorstellung, Historische Forschung.
Die Bachelorarbeit analysiert die Entwicklung des griechischen Weltbildes von der deskriptiven Darstellung Herodots im 5. Jahrhundert bis hin zur wissenschaftlich-mathematischen Geographie des Eratosthenes im 3. Jahrhundert v. Chr.
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Evolution von subjektiven Reiseberichten hin zur strukturierten Erdmessung, der Rolle von Entdeckungsreisen und der Art der Überlieferung bzw. Rezeption dieser Werke.
Die Arbeit untersucht, wie sich das antike geographische Weltbild durch Horizonterweiterungen und wissenschaftlichen Fortschritt veränderte und wie sich der methodische Ansatz von der Geschichtsschreibung zur Geographie als Disziplin wandelte.
Es wird eine vergleichende Analyse der Primärquellen (Herodots Historien und Eratosthenes' Geōgraphiká) sowie eine kritische Auswertung des Forschungsstandes zur antiken Kartographie vorgenommen.
Der Hauptteil behandelt die Weltbilder von Herodot und Eratosthenes, die Prozesse der geographischen Horizonterweiterung, die Erdmessungsmethoden, die Konstruktion von Gradnetzen sowie die kritische Rekonstruktion antiker Karten.
Die wichtigsten Schlagworte sind Antike Geographie, Weltbild, Herodot, Eratosthenes, Oikumene, Erdmessung und Kartographie.
Herodot gilt als "Vater der Geschichtsschreibung" und steht exemplarisch für den literarisch-deskriptiven Ansatz, bei dem geographische Informationen in einen historischen Kontext eingebettet sind.
Sie war das Zentrum wissenschaftlicher Aktivität, das Eratosthenes den Zugang zu Literatur und Ressourcen ermöglichte, um die Geographie erstmals zu einer eigenständigen wissenschaftlichen Disziplin zu formen.
Er nutzte mathematische und astronomische Berechnungen, insbesondere die exakte Erdmessung, und entwickelte ein Gradnetz zur geographischen Verortung von Orten, was über reine deskriptive Berichte hinausging.
Die Arbeit betont, dass moderne Rekonstruktionen oft problematisch sind, da sie antike Daten mit modernen Konzepten vermischen; sie dienen daher eher der graphischen Unterstützung als einer getreuen Wiedergabe antiker Vorstellungen.
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