Bachelorarbeit, 2020
74 Seiten, Note: 1,7
A. „COVID-19“ ein mietrechtliches Problem
I. Mietverhältnis als Dauerschuldverhältnis §§ 535 ff. BGB
II. Mieterschutz durch das BGB
1. Wohnraummietverhältnis
2. Gewerberaummietverhältnis
3. Sonstige Mietverhältnisse
B. Mietrecht unter Beachtung der Corona-Pandemie
I. Mietrechtliche Fallbeispiele
1. Zahlungsrückstände der Mieter von Wohnräumen und Gewerberäumen
1.1. Reaktionsmöglichkeiten des Mieters
1.1.1. Mietstundung
1.1.2. Beantragung von Wohngeld
1.1.3. Beantragung von Grundsicherung für Arbeitssuchende
1.1.4. Beantragung der Corona-Soforthilfe
1.1.5. Notfall-Kinderzuschlag
1.2. Kündigungsausschluss
1.2.1. Kausalität zwischen Corona-Pandemie und Zahlungsverzug
1.2.2. Glaubhaftmachung des Zusammenhangs zwischen Mietrückstand und der Corona-Pandemie
1.3. Mietminderung bei Nichtnutzbarkeit von Gemeinschaftsflächen
1.3.1. Mietminderung bei Ausgangs- und Kontaktsperren nach § 313 Abs. 1 BGB
1.3.2. Mietminderung nach § 536 Abs. 1 BGB
2. Einkommensverluste des Vermieters
2.1. Reaktionsmöglichkeiten des Vermieters
2.1.1. Stundung von Verbraucherdarlehen Art. 240 § 3 Abs. 1 EGBGB
2.1.2. Verwertung der Mietsicherheiten
2.1.3. Anspruch auf Verzugszinsen nach §§ 280 Abs. 1, 2, 286 BGB
2.2. Weitere Reaktionsmöglichkeiten
2.3. Sonderkündigungsrechte
2.3.1. Ordentliche Kündigung
2.3.2. Außerordentliche Kündigung
2.3.3. Auslaufen des Kündigungsschutzes
3. Schließungsanordnung der Geschäfte
3.1. Mietminderungsanspruch nach § 536 BGB
3.1.1. Paralleles Beispiel: Tanzverbot im Ersten Weltkrieg
3.1.2. Mangelbegriff
3.1.3. Umfeld- oder Umweltmängel
3.1.4. Öffentlich-rechtliche Beschränkungen der Gewerberaummiete
3.1.5. Ergebnis
3.1.6. Differenzierende Betrachtungsweise des BGH
3.2. Ein Fall der Unmöglichkeit nach § 275 BGB
3.2.1. Subjektive Unmöglichkeit § 275 Abs. 1 Alt. 1 BGB
3.2.2. Objektive Unmöglichkeit § 275 Abs. 1 Alt. 2 BGB
3.2.3. Ergebnis
3.3. Störung der Geschäftsgrundlage nach § 313 BGB
3.3.1. Nicht krisenbetroffene Betriebe
3.3.2. Anwendungsbereich § 313 BGB
3.3.3. Spezialgesetzgebung
3.3.4. Mietrechtliche Vorschriften
3.3.5. Zwischenergebnis
3.3.6. Wegfall der Geschäftsgrundlage
3.3.7. Nachträgliche Änderung der Umstände (reales Element)
3.3.8. Schwerwiegende Änderung (hypothetisches Element)
3.3.9. Risikoverteilung (normatives Element)
3.4. Rechtsfolge § 313 Abs. 3 BGB
3.5. Aufhebung der Schließungsanordnungen von Geschäften
3.6. Schadensersatzansprüche gegen den Vermieter
3.7. Mietminderung beweglicher Sachen
II. Entschädigungsansprüche
1. Fallbeispiel 1
2. Fallbeispiel 2
3. Verhütungsmaßnahmen nach §§ 16 ff. IfSG
4. Bekämpfungsmaßnahmen nach §§ 24 ff. IfSG
5. Entschädigungsansprüche nach § 56 Abs. 1 IfSG
5.1. Berufliches Tätigkeitsverbot oder Quarantänepflicht
5.2. Verdienstausfall
5.3. Entschädigungshöhe
5.4. Rechtsfolge: Fallbeispiel 1
5.5. Möglichkeit einer analogen Anwendung des § 56 IfSG auf Fallbeispiel 1
5.6. Rechtsfolge: Fallbeispiel 2
6. Entschädigungsansprüche nach § 65 IfSG
6.1. Nichtstörer
6.2. Sonderopfer
6.3. Eingriff in Art.14 Abs. 1 GG
6.4. Entschädigungshöhe
6.5. Rechtsfolge
7. Faktische Nichtnutzbarkeit für Ladengeschäfte über 800 qm
C. Mieterinsolvenz
I. Aussetzung der Insolvenzantragspflicht
II. Aussetzung der Gläubigerinsolvenzanträge
1. Beweislastumkehr
2. Fehlende Kausalität
3. Keine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit
4. Vermutungsregel
III. Suspendierung der zivilrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen
1. Geschäftsführerhaftung nach Kenntnis der Insolvenzreife
2. Gefahren bei Geschäftsfortführung trotz Zahlungsunfähigkeit
3. Ergebnis
IV. Insolvenzanfechtungsschutz
V. Keine Versagung der Restschuldbefreiung bei natürlichen Personen
VI. Pfändbarkeit der „Corona-Soforthilfen“
D. Vermieterinsolvenz
E. Abschließende Bewertung der Neuregelungen der COVID-19-Gesetze
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf bestehende Mietverhältnisse, insbesondere unter Berücksichtigung insolvenzrechtlicher Fragestellungen. Ziel ist es, Lösungsansätze für Mieter und Vermieter zu entwickeln, die durch die gesetzlichen Maßnahmen zur Abmilderung der Pandemiefolgen beeinflusst werden, wobei sowohl mietrechtliche als auch insolvenzrechtliche Herausforderungen untersucht werden.
A. „COVID-19“ ein mietrechtliches Problem
Ende Dezember 2019 ist das sogenannte Coronavirus, auch „COVID-19“ genannt, erstmals in China ausgebrochen. Um die Infektionszahlen in Deutschland gering zu halten, wurden zunächst öffentliche und nicht öffentliche Veranstaltungen, Versammlungen sowie auch Zusammenkünfte und Ansammlungen verboten. Ebenso wurden Schließungen für bestimmte Arten von Gewerbebetrieben, wie z. B. Diskotheken, Bars, Messen, Kinos, Theater und Museen sowie für Gewerbetreibende im Bereich Körperpflege, aber auch für Gaststätten und Hotels, angeordnet. Daraus ergaben sich drastische Folgen für das Wirtschaftssystem, welche zu neuen mietrechtlichen Fragestellungen führten. Die Corona-Pandemie stellt viele Rechtsgebiete vor Herausforderungen in einer neuen Dimension. Gegenstand meiner Bachelorarbeit ist es, das Mietrecht anhand der aktuellen Gesetzeslage zu untersuchen und die aufgrund der Pandemie aufkommenden mietrechtlichen Fragestellungen zu beantworten.
Dabei gehe ich insbesondere auf die Reaktionsmöglichkeiten sowohl des Mieters als auch des Vermieters in Zeiten der Corona-Pandemie ein. Die Frage nach Entschädigungsansprüchen gegen die Vermieter und den Staat ist auch von besonderem Interesse, weil Gewerberaummieter durch die behördlichen Schließungsanordnungen erhebliche Umsatzeinbußen erleiden mussten. Einen ersten Beitrag zur Bewältigung der Krisensituation leistete der Gesetzgeber mit dem Gesetz vom 27.03.2020 zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie. Unter anderem im Zivil-, und Insolvenzrecht wurden Vorschriften erlassen, da die hoheitlichen Schließungsanordnungen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) dazu führten, dass viele Mieter von Wohn- und Gewerbeimmobilien infolge der Pandemie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten. Das Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Pandemie ist Teil eines Maßnahmenpakets des Bundes, welches Liquiditätshilfen bereitstellt, da durch die Corona-Pandemie viele Mieter und Vermieter vor bislang nicht gekannten Herausforderungen stehen und oftmals die Existenz von Unternehmen bedroht ist.
A. „COVID-19“ ein mietrechtliches Problem: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und beleuchtet die allgemeinen mietrechtlichen Rahmenbedingungen sowie den Schutz durch das BGB.
B. Mietrecht unter Beachtung der Corona-Pandemie: Dieser Abschnitt behandelt detailliert die mietrechtlichen Auswirkungen der Pandemie, einschließlich Zahlungsproblemen, Kündigungsschutz sowie Mietminderungsfragen und die Störung der Geschäftsgrundlage.
C. Mieterinsolvenz: Hier werden die Auswirkungen der Pandemie auf das Insolvenzrecht, insbesondere die Aussetzung der Antragspflicht und die damit verbundenen straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen, analysiert.
D. Vermieterinsolvenz: Dieses Kapitel widmet sich kurz den spezifischen Herausforderungen, die sich bei einer Insolvenz des Vermieters aufgrund der COVID-19-Regelungen ergeben.
E. Abschließende Bewertung der Neuregelungen der COVID-19-Gesetze: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Wirksamkeit und Angemessenheit der gesetzgeberischen Maßnahmen zur Krisenbewältigung.
COVID-19, Mietrecht, Gewerberaummiete, Corona-Pandemie, Insolvenzrecht, Mietminderung, Geschäftsgrundlage, Kündigungsschutz, Infektionsschutzgesetz, Schließungsanordnung, Zahlungsrückstand, Insolvenzantragspflicht, COVInsAG, Entschädigungsansprüche, Unternehmensinsolvenz
Die Arbeit untersucht die miet- und insolvenzrechtlichen Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie und die darauf basierenden behördlichen Maßnahmen für Mieter und Vermieter entstanden sind.
Die zentralen Felder umfassen den Schutz von Mietverhältnissen, Möglichkeiten der Mietminderung bei Schließungsanordnungen, Entschädigungsansprüche nach dem Infektionsschutzgesetz sowie insolvenzrechtliche Privilegierungen von Unternehmen während der Pandemie.
Das Ziel ist die Erarbeitung von Lösungsansätzen für die aufgetretenen miet- und insolvenzrechtlichen Problemstellungen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Neuregelungen zur Abmilderung der Pandemiefolgen.
Es erfolgt eine fundierte rechtswissenschaftliche Ausarbeitung, die auf der Analyse aktueller Gesetzestexte, historischer Rechtsprechung und der Auswertung relevanter Fachliteratur und Kommentierungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine mietrechtliche Fallanalyse zur Zeit der Pandemie, eine Untersuchung von Schließungsanordnungen, Entschädigungsansprüchen und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den insolvenzrechtlichen Regelungen, inklusive Geschäftsführerhaftung.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie COVID-19, Mietrecht, Insolvenzrecht, Geschäftsgrundlage, Kündigungsschutz und Infektionsschutzgesetz charakterisieren.
Der Vermieter wird als Vertragspartei betrachtet, die trotz der staatlichen Eingriffe in die Nutzung der Mietsache einen Anspruch auf Mietzahlung hat, jedoch auch durch die neuen Kündigungsschutzgesetze in ihren Möglichkeiten eingeschränkt wurde.
Das Infektionsschutzgesetz bildet die Rechtsgrundlage für die Schließungsanordnungen; die Arbeit diskutiert intensiv, ob diese Maßnahmen zu mietrechtlichen Ansprüchen wie Minderung oder zu öffentlich-rechtlichen Entschädigungsansprüchen führen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine Anpassung des Mietvertrages wegen Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) eine Einzelfallprüfung erfordert und keine pauschale Lösung für alle von der Pandemie betroffenen Gewerbemietverträge bietet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

