Bachelorarbeit, 2021
43 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Pädagogik der Naturkindergärten im Anthropozän
2.1. Naturkindergärten in Deutschland
2.1.1. Ursprung, Entwicklung und Definition
2.1.2. Formen von Naturkindergärten
2.1.2.1. Naturräume
2.1.2.2. Struktur
2.2. Die pädagogischen Herausforderungen im Anthropozän
2.2.1. Das Anthropozän als neues Erdzeitalter
2.2.2. Bildungsziele im Anthropozän nach Wulf
2.2.2.1. Frieden
2.2.2.2. Kulturelle Vielfalt
2.2.2.3. Nachhaltigkeit
2.2.3. Formen anthropologischen Wissens nach Wulf
2.2.3.1. Wiederholungen
2.2.3.2. Imagination
2.2.3.3. Medien
2.2.3.4. Schweigendes Wissen
2.2.4. Naturkindergarten-Pädagogik als Antwort auf die Herausforderungen im Anthropozän
2.2.4.1. Verschwinden der Kindheit
2.2.4.2. Entfremdung von der Natur
2.2.4.3. Pädagogik der Naturkindergärten
3. Pädagogische Konzeption der Auen-Kindertagesstätte
3.1. Die Lippeaue als Kita-Standort
3.1.1. Erlebensraum Lippeaue in Hamm
3.1.2. Die Lippeaue als Lernort
3.2. Konzeptionsentwicklung in Kindertagesstätten
3.2.1. Inhalt und Aufbau einer Konzeption
3.2.2. Entstehung und Entwicklung einer Konzeption
3.3. Schwerpunkte der pädagogischen Konzeption der Auen-Kita als Antwort auf die Herausforderungen im Anthropozän
3.3.1. Nachhaltigkeit
3.3.2. Erlebnisbauernhof
3.3.3. Medienpädagogik
3.3.4. Transformationen
3.3.5. Vielfalt und Alterität
3.3.6. Imagination und mimetische Prozesse
3.3.7. Struktur und Sicherheit
4. Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die pädagogischen Möglichkeiten einer Natur-Kindertagesstätte in der Lippeaue als konkrete Antwort auf die ökologischen und erzieherischen Herausforderungen des Anthropozäns. Ziel ist es, ein konzeptionelles Fundament zu erarbeiten, das wissenschaftliche anthropologische Ansätze mit praktischer Naturpädagogik verknüpft, um zukunftsfähige Bildungsprozesse für Kinder zu fördern.
3.3.2. Erlebnisbauernhof
In der Entwicklung einer Konzeption muss die enge Kopplung der Auen-Kita an den Erlebnisbauernhof ausgiebig und kritisch diskutiert werden. Der Lernort Bauernhof bietet erfahrungs- und handlungsorientiertes Lernen und zeigt die Zusammenhänge zwischen Natur, dem Umgang mit Tieren, der Herkunft der Lebensmittel und der Ernährung (Starzer 2018, S. 17-21). Er bietet so Anlässe für Mimesis, Performativität und Imagination. Auch das Erlernen von schweigendem Wissen im Umgang mit Nahrung, Tieren und Werkzeug wird so durch den Lernort Bauernhof ermöglicht. Darüber hinaus bieten die „natürlichen Regelmäßigkeiten durch Jahres- und Lebensrhythmen“ (Delling 2012, S. 29) ebenfalls im Sinne von Wiederholungen konkrete Bildungsanlässe (s. 2.2.3.1.). Dazu gehören auf dem Bauernhof u.a. Geburt, Einsaat, Aufwachsen, Sexualität, Ernte, Tod und Verarbeitung.
Gleichzeitig ist ein Bauernhof jedoch auch eine Domestizierung der Natur und Nutzbarmachung für den Menschen. Ähnlich wie die Dichotomie Kultur/Natur stellt sich daher auch die Frage, ob die Dichotomie Mensch/Tier im Anthropozän aufrechtzuerhalten ist und die menschliche Konstruktion und Kategorisierung in Haustiere, Nutztiere und Wildtiere und die damit einhergehende unterschiedliche Behandlung von Lebewesen ebenfalls zu überwinden sei (Papies 2021, S. 15f.). In der Leitbildentwicklung muss daher in der Verzahnung zwischen Erlebnisbauernhof und Auen-Kita der Widerspruch diskutiert werden, der nichtmenschlichen Tieren auf der einen Seite einen intrinsischen Wert zuspricht (Artenvielfalt, Schutz der Tiere in der Aue, Gestaltung des Lebensraums) und auf der anderen Seite (Nutz-)Tiere als Ressource innerhalb der kapitalistischen Logik betrachtet (z.B. durch Direktvermarktung im Hofladen) (ebd., S. 19). Fleischkonsum (auch als Auslöser des Klimawandels), Nutztierhaltung und tierliche Lebensmittelproduktion muss daher kritischer Bestandteil der Kita-Konzeption sein.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Anthropozäns ein und verknüpft diese mit der Rolle der Naturkindergarten-Pädagogik als Gegenmodell zu gesellschaftlichen Entfremdungsprozessen.
2. Die Pädagogik der Naturkindergärten im Anthropozän: Dieses Kapitel analysiert theoretisch die Herausforderungen des Anthropozäns nach Christoph Wulf und setzt diese in Bezug zu den methodischen Grundlagen und Zielen der Naturkindergartenpädagogik.
3. Pädagogische Konzeption der Auen-Kindertagesstätte: Der Hauptteil widmet sich der konkreten Planung einer neuen Kita in der Lippeaue und leitet anhand des Modells der Konzeptionsentwicklung pädagogische Schwerpunkte für diesen spezifischen Standort ab.
4. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens und bekräftigt die Bedeutung der erziehungswissenschaftlichen Unterstützung bei der Neugründung zukunftsfähiger pädagogischer Einrichtungen.
Anthropozän, Naturkindergarten, Pädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Lippeaue, Konzeptionsentwicklung, Mimesis, Imagination, Artenvielfalt, Zukunftsfähigkeit, Umweltpädagogik, Lebenspraktischer Ansatz, Diversität, Transformation, Kindheit.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer pädagogischen Konzeption für eine neu zu gründende Auen-Kindertagesstätte in Hamm, die als Antwort auf die ökologischen und sozialen Herausforderungen des aktuellen Erdzeitalters, des Anthropozäns, verstanden werden soll.
Die zentralen Felder sind die pädagogische Anthropologie (nach Christoph Wulf), die Theorie und Praxis von Naturkindergärten, das Konzept der Nachhaltigkeit sowie die spezifische Standortplanung einer Auen-Kita.
Das Ziel ist es, erziehungswissenschaftliche Grundlagen und praktische Ansätze so zu verbinden, dass sie eine fundierte Entscheidungshilfe für die Konzeption der Auen-Kita bieten, um Kindern zukunftsfähige Bildung im Sinne des Anthropozäns zu ermöglichen.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse anthropologischer und erziehungswissenschaftlicher Literatur sowie die Auswertung von Handlungskonzepten der Stadt Hamm unter Anwendung praxisorientierter Modelle der Konzeptionsentwicklung.
Der Hauptteil erarbeitet spezifische Bausteine für die Auen-Kita, darunter die Themen Nachhaltigkeit, Erlebnisbauernhof, Medienpädagogik, Transformation, Vielfalt, Imagination sowie Strukturfragen, wobei kritische Reflexionen im Vordergrund stehen.
Wichtige Begriffe sind Anthropozän, Naturkindergarten-Pädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Mimesis und die spezifische Bedeutung der Lippeaue als Lernort.
Die Auen-Kita ist stärker in den städtischen Kontext eingebunden, konfrontiert mit anthropogenen Hinterlassenschaften und eng an einen Erlebnisbauernhof gekoppelt, was den Fokus auf Transformation und kritische Auseinandersetzung mit Landwirtschaft verstärkt.
Obwohl Naturkindergärten meist als "medienfreie" Schutzräume gelten, argumentiert die Arbeit, dass im Anthropozän Medienkompetenz unerlässlich ist, um Kindern eine aktive Gestaltung ihres Lebensumfelds und einen kritischen Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen.
Die Inklusion von Kindern mit Behinderung in der Aue stellt aufgrund der unebenen Bodenbeschaffenheit und der wassernahen Gefahren besondere Anforderungen an die Sicherheitsplanung und erfordert eine individuelle, pädagogisch sensible Einzelfallbetrachtung.
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