Masterarbeit, 2021
61 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
2. Exkurs: Change Management versus Organisationsentwicklung
3. Physiologische Aspekte der Kommunikation
3.1 Bindungsbedürfnis in der virtuellen Kommunikation
3.2 Polyvagaltheorie nach Stephen W. Porges
3.3 Nonverbale oder körperliche Kommunikation
3.4 Emotionen in der Kommunikation
3.4.1 Emotionen durch Worte bilden
3.4.2 Stimme und deren Einfluss auf die Emotionen
3.5 Mimikresonanz in der Kommunikation
4 Psychologische und soziale Aspekte in der Kommunikation
4.1 Sender und Empfänger in der Kommunikation
4.2 Kommunikation aus Sicht der Systemik nach Luhmann
5 Strategischer Aspekt in der Kommunikation
5.1 Narrative Kommunikation
5.2. Authentizität in der Narration
5.3. Narration durch integrative Kommunikation
5.3.1 Exkurs: Empowerment
5.4. Aufbau einer Narration und wichtige Elemente
6 Erfolgsfaktoren für virtuelle Organisationsentwicklungen
6.2. Arten des Zuhörens nach Scharmer
6.2 Schweigen
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Stimm- und Körperpräsenz in virtuellen, mündlichen Kommunikationsformaten im Kontext der Organisationsentwicklung. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch gezielte nonverbale und paraverbale Signale sowie strategische Narrationen Sicherheitsempfinden erzeugt und das autonome Nervensystem in Richtung des Social-Engagement-Systems reguliert werden kann, um eine konstruktive Zusammenarbeit trotz räumlicher Distanz zu ermöglichen.
3.2 Polyvagaltheorie nach Stephen W. Porges
Die Polyvagaltheorie bezieht sich auf das autonome Nervensystem, das auch als vegetatives Nervensystem bezeichnet wird. Es besteht aus zwei Unterabteilungen, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Der Sympathikus wirkt energiemobilisierend und aktivierend. Der Parasympathikus reduziert unsere Körperaktivität und sorgt für ein energiereduziertes Verhalten. Der Unterschied liegt nicht nur in der Wirkung, sondern auch im Aufbau. Die Nervenfasern des Sympathikus werden direkt nach dem Austritt aus dem Rückenmark im ,sympathischen‘ Grenzstrang neu verknüpft. Beim Parasympathikus erfolgt die Umschaltung in den Zielorganen in kleinen Nervengrüppchen, den Ganglien.
Beide regulieren die Aktivität bzw. Passivität der inneren Organe. Sympathikus und Parasympathikus werden stets gemeinsam aktiviert, auch wenn sie gegensätzlich agieren. Je nach Situation ist der eine stärker involviert als der andere, es besteht aber stets ein Gleichgewicht. Die Ganglien bilden am Organ ein Nervengeflecht, den Plexus, der sich über das Organ zieht. Es ist das Steuerungssystem. Parasympathikus und Sympathikus steuern den Plexus (vgl. Beck et al. 2016, S. 4f.). Über einen Hauptnervenstrang, den Nervus vagus, erreicht der Parasympathikus seine Zielorgane, wodurch die inneren Organe reguliert werden. Im Gegensatz zu den anderen Hirnnerven endet der Nervus vagus nicht im Kopf oder Halsbereich, sondern läuft bis zu den inneren Organen des Körpers. Damit bildet er eine Ausnahme unter den Hirnnerven, die das Gehirn verlassen (vgl. ebd., S. 14f.).
Der Nervus vagus beeinflusst also das Gleichgewicht zwischen Parasympathikus und Sympathikus, indem er mit dem Parasympathikus zusammenwirkt. Diesen Einfluss hat Porges in sieben Hauptwirkungen zusammengefasst.
1. Einführung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Verlagerung der internen Kommunikation auf virtuelle Formate infolge der Covid-19-Pandemie und leitet die Relevanz von Stimm- und Körperpräsenz für Organisationsentwicklungsprozesse ab.
2. Exkurs: Change Management versus Organisationsentwicklung: Dieser Abschnitt grenzt die beiden Begriffe voneinander ab und verdeutlicht, dass Organisationsentwicklung eine partizipative Veränderungsstrategie ist, die auf dem Austausch der Mitarbeiter basiert.
3. Physiologische Aspekte der Kommunikation: Es werden die biologischen Grundlagen der Kommunikation, insbesondere die Rolle des Bindungshormons Oxytocin und die Polyvagaltheorie von Porges, beleuchtet, um deren Einfluss auf die soziale Interaktion zu erläutern.
4. Psychologische und soziale Aspekte in der Kommunikation: Hier wird der Fokus auf kommunikationspsychologische Modelle sowie auf die Kommunikation aus systemischer Sicht nach Luhmann gelegt, um die Wirkung auf unbewusste Vorgänge zu verstehen.
5. Strategischer Aspekt in der Kommunikation: Das Kapitel führt das Konzept der narrativen Kommunikation ein und erläutert, wie durch strategische Geschichten (Narrationen) Sinn gestiftet und Identität in Organisationen aufgebaut werden kann.
6. Erfolgsfaktoren für virtuelle Organisationsentwicklungen: Unter Einbeziehung der Theory U nach Scharmer werden die verschiedenen Ebenen des Zuhörens sowie die Bedeutung des Schweigens als Instrument für gelingendes Presencing in virtuellen Umgebungen diskutiert.
7. Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und es wird betont, dass virtuelle Organisationsentwicklung durch die bewusste Berücksichtigung physiologischer und geisteswissenschaftlicher Faktoren erfolgreich gestaltet werden kann.
Organisationsentwicklung, Virtuelle Kommunikation, Polyvagaltheorie, Stimmpräsenz, Körperpräsenz, Co-Regulation, Neurozeption, Narrative Kommunikation, Social-Engagement-System, Empowerment, Theory U, Scharmer, Systemtheorie nach Luhmann, Embodied Communication, Presencing
Die Arbeit untersucht, wie in virtuellen Arbeitsumgebungen trotz technischer Einschränkungen eine effektive und zwischenmenschlich verbundene Kommunikation gestaltet werden kann, um Organisationsentwicklungsprozesse erfolgreich zu unterstützen.
Die zentralen Felder umfassen die physiologischen Grundlagen der Kommunikation (Polyvagaltheorie), psychologische Aspekte wie die systemische Kommunikation nach Luhmann, die strategische Anwendung von Narrationen sowie moderne Ansätze wie die Theory U zur Förderung von Präsenz.
Das Ziel ist es, die Hypothese zu stützen, dass der Stimm- und Körperpräsenz in virtuellen Kommunikationsräumen eine besondere Bedeutung zukommt, um durch gezielte Co-Regulation Sicherheit bei den Mitarbeitern zu erzeugen und Veränderungsprozesse zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoretisch-konzeptionelle Arbeit, die interdisziplinäre Erkenntnisse aus Biologie, Psychologie, Systemtheorie und Managementlehre miteinander verknüpft, um neue Strategien für die Organisationsentwicklung im virtuellen Raum zu begründen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine physiologische Fundierung, eine systemisch-psychologische Analyse der Kommunikation und einen strategischen Teil, der Techniken wie die narrative Kommunikation und das achtsame Zuhören (Theory U) detailliert darstellt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Organisationsentwicklung, Polyvagaltheorie, Narrative Kommunikation, Neurozeption, Co-Regulation, Präsenz, Empowerment und Social-Engagement-System beschreiben.
Sie erklärt, wie unser autonomes Nervensystem auf Signale aus der Umwelt reagiert. In virtuellen Settings fehlen wichtige körperliche Informationen, weshalb die gezielte Nutzung von Stimme und Mimik essenziell ist, um beim Gegenüber ein Sicherheitsgefühl statt einer Stress- oder Abwehrreaktion auszulösen.
Schweigen wird als notwendige Bedingung für das "Presencing" angesehen – einen Zustand, in dem neues Wissen entstehen kann. Es ermöglicht Reflexion und verbindet die Gesprächspartner auf einer tieferen, nicht-sprachlichen Ebene, was für die Kreativität in Veränderungsprozessen unerlässlich ist.
Er beschreibt die therapeutische Wirkung der Benennung von Emotionen. Durch Resonanzaussagen (das Aussprechen dessen, was blockiert) entsteht eine Co-Regulation, die das emotionale Gehirn beruhigt.
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