Bachelorarbeit, 2021
37 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Kontext: Kritische Theorie
Methodik und Aufbau
Jürgen Habermas` Demokratietheorie in Faktizität und Geltung
Instrumentelle und kommunikative Vernunft
Kommunikation & Diskurs
Habermas` Gesellschaftsbild: System und Lebenswelt
Diskursive Erschließung der Demokratie
Deliberative Demokratie
Macht und Rechtsstaat
Axel Honneths Konzept demokratischer Sittlichkeit in Das Recht der Freiheit
Kampf um Anerkennung als Modus
Recht der Freiheit
Sittlichkeit als Ideal sozialer Freiheit und Demokratie
Von der Anerkennungstheorie zu einer politischen Theorie der Freiheit
Demokratische Willensbildung bei Habermas und Honneth
Vormachtstellung demokratischer Öffentlichkeit?
Demokratische Rechtstaatlichkeit
Politische Kultur
Fazit: Demokratische Willensbildung bei Habermas und Honneth?
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedlichen Konzeptionen demokratischer Willensbildungsprozesse innerhalb der politischen Theorien von Jürgen Habermas und Axel Honneth. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern sich die beiden Denker der Frankfurter Schule in ihrem Verständnis von Voraussetzungen, Bedingungen und der institutionellen Gestaltung einer deliberativen bzw. auf sozialer Freiheit basierenden Demokratie unterscheiden.
Diskursive Erschließung der Demokratie
Die oben beschriebenen Bedingungen der Rationalität: Offenheit, Rechtfertigung und lebensweltliche Anbindung, lassen sich auch auf das Politische übertragen. Ein rationaler Staat soll demnach offen sein, in dem er jedem Argument Gehör verschafft. Das ist etwa möglich durch die institutionelle Schaffung einer deliberativen Öffentlichkeit, durch Bürgersprechstunden oder Anhörungen im Parlament. Habermas setzt hiermit auf die „peripheren Strukturen der Meinungsbildung“ (Habermas 2006: 434), um eine rationalere Staatlichkeit zu erzeugen.
Des Weiteren steht staatliches Handeln in einem rationalen Staat immer unter Rechtfertigungsdruck. Das bedeutet, Entscheidungsträger*innen müssen sich etwa vor einer Öffentlichkeit oder dem Parlament für ihre getroffenen Entscheidungen verantworten. Durch staatliche Strukturen wie Untersuchungsausschüsse, Petitionsmöglichkeiten und gegenseitige Kontrolle der Institutionen können solche Rechtfertigungsprozesse institutionalisiert werden.
Die Bindung an die Lebenswelt impliziert ebenfalls Konsequenzen für das staatliche System. Dieses darf etwa nicht zum Gegenpol der Lebenswelt werden, sondern muss lebensweltlich gebunden bleiben. Im Beispiel des Rechts würde das bedeuten, dass Rechtsurteile verständlich und transparent veröffentlicht werden müssen, um allen die Möglichkeit der Partizipation daran zu ermöglichen. Außerdem muss der Staat, will er die Lebenswelt als Bedingung der eigenen Rationalität erhalten, diese schützen. Dies geschieht etwa durch eine Einhegung der Ökonomie, die sich nicht auf die Lebenswelt ungehindert ausbreiten sollte. Dadurch, dass der (Rechts-)Staat kommunikative Rationalität durch das Institutionengefüge wie oben beschrieben ermöglicht, ist er einerseits rational, andererseits demokratisch. Die Bürger*innen können in den vom Staat geschaffenen Strukturen partizipieren, und regieren theoretisch somit demokratisch sich selbst. Die Demokratie speist sich aus der kommunikativen Rationalität in Form von Deliberation, die sie durch die Rechtstaatlichkeit wiederum garantieren muss.
Einleitung: Einführung in das Thema der demokratischen Willensbildung und Vorstellung der Leitfrage.
Kontext: Kritische Theorie: Einordnung von Habermas und Honneth in die Tradition der Frankfurter Schule.
Methodik und Aufbau: Erläuterung der qualitativen Textanalyse der Primärwerke zur Rekonstruktion der Theorien.
Jürgen Habermas` Demokratietheorie in Faktizität und Geltung: Darstellung der deliberativen Demokratie und der Bedeutung von Sprache und Diskurs.
Axel Honneths Konzept demokratischer Sittlichkeit in Das Recht der Freiheit: Erläuterung der Anerkennungstheorie und des Konzepts der sozialen Freiheit.
Demokratische Willensbildung bei Habermas und Honneth: Vergleichende Analyse der beiden Ansätze in den Bereichen Öffentlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und Kultur.
Fazit: Demokratische Willensbildung bei Habermas und Honneth?: Zusammenfassung der Gemeinsamkeiten und zentralen Unterschiede sowie Ausblick auf zukünftige Forschung.
Kritische Theorie, Jürgen Habermas, Axel Honneth, Deliberative Demokratie, Anerkennungstheorie, Willensbildung, Politische Kultur, Rechtsstaat, Soziale Freiheit, Faktizität und Geltung, Das Recht der Freiheit, Diskurs, Öffentlichkeit, Kommunikation, Macht.
Die Arbeit vergleicht die politischen Theorien von Jürgen Habermas und Axel Honneth mit Fokus auf ihre Konzeptionen demokratischer Willensbildungsprozesse.
Die Schwerpunkte liegen auf der Rolle der Öffentlichkeit, der Bedeutung der Rechtsstaatlichkeit und dem Einfluss der politischen Kultur auf das Funktionieren moderner Demokratien.
Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Habermas' deliberativem Modell und Honneths Theorie der sozialen Freiheit herauszuarbeiten und zu bewerten.
Es wird eine zielgerichtete Rekonstruktion der Theorien mittels qualitativer Textanalyse der jeweiligen politiktheoretischen Hauptwerke durchgeführt.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Theorien beider Autoren und vergleicht diese anschließend anhand der drei Kategorien Öffentlichkeit, Rechtsstaat und politische Kultur.
Wichtige Begriffe sind Kritische Theorie, Deliberative Demokratie, Anerkennung, soziale Freiheit, Kommunikation und politische Willensbildung.
Während Habermas die Öffentlichkeit als zentralen deliberativen Raum für kommunikative Macht sieht, wirft Honneth ihm eine Überbetonung dieses Bereiches vor und fordert eine stärkere Berücksichtigung sozialer Bedingungen in anderen Lebensbereichen.
Für Honneth ist Sittlichkeit das übergreifende Ideal sozialer Freiheit, das sich in verschiedenen Sphären (Beziehungen, Markt, Politik) entfaltet und die Voraussetzung für eine gelingende Demokratie bildet.
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